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Herzogenaurach
Wasserversorgung

Das geschichtsträchtige Eichenbrünnlein soll in neuem Glanz erstrahlen

Die Wasserversorgung für Herzogenaurach begann mit dem Eichenbrünnlein unterhalb des Vogelherds, am Weg nach Falkendorf. Helmut Fischer von der Deutschen Steinkreuzforschung und Kreisheimatpfleger Man...
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Helmut Fischer (l.) und Manfred Welker setzen sich für eine Aufwertung des Eichenbrünnleins und seines Umgriffs ein. Foto: privat
Helmut Fischer (l.) und Manfred Welker setzen sich für eine Aufwertung des Eichenbrünnleins und seines Umgriffs ein. Foto: privat

Die Wasserversorgung für Herzogenaurach begann mit dem Eichenbrünnlein unterhalb des Vogelherds, am Weg nach Falkendorf. Helmut Fischer von der Deutschen Steinkreuzforschung und Kreisheimatpfleger Manfred Welker setzten sich dafür ein, dass dieser geschichtsträchtige Ort wieder in einen angemessenen Zustand versetzt wird.

Wer von Herzogenaurach nach Falkendorf wanderte, kam am Eichenbrünnlein vorüber, einer Quelle, auf deren Grund sich der feine Sand ständig in sprudelnder Bewegung befand. Hier war es nicht geheuer, man sah früher oft tanzende Gestalten und allerhand Spuk, so dass sich die Alten scheuten, nächtlicherweise an diesem unheimlichen Ort vorüberzugehen, berichtet Kreisheimatpfleger Welker.

In Falkendorf erzählte man dem Heimatforscher Ernst Pfister in den 1920er Jahren folgende Sage. Neben dem Eichenbrünnlein befand sich früher ein Vogelherd. Der Ritter Rasso, der auf der Burg in Herzogenaurach lebte, saß oft in der Nacht dort und lockte Eulen. Als er wieder einmal seine klagenden Rufe vernehmen ließ, um die Eulen in das Netz zu locken, erschien ihm plötzlich eine wunderschöne Jungfrau. Sie winkte ihm zu, ihr zu folgen, und er konnte ihr nicht widerstehen. Immer näher kam der Ritter an das Brünnlein, an dem eine Menge von Nixen versammelt war, die in der klaren Flut badeten. Sie nötigten den Ritter, sich zu entkleiden, um das Bad zu teilen. Kaum aber war er im Wasser, da zogen sie ihn immer tiefer hinein und er musste elendiglich ertrinken. Wenn man in klaren Mondscheinnächten vom Eichenbrünnlein trank, hörte man das Todesröcheln des Unglücklichen und wenn man genauer hinsah, konnte man ihn auf dem Grund der Quelle liegen sehen.

Diese Quelle avancierte zum Ausgangspunkt für die Herzogenauracher Wasserversorgung. Bereits 1903 hatte es erste Versuche gegeben, die Wasserversorgung der Aurachstadt durch einzelne Pumpbrunnen gegen eine moderne Wasserleitung auszutauschen. Auch 1927 scheiterte ein weiterer Versuch, eine Wasserleitung zu erbauen, an der Kostenfrage.

Begehung mit der Wünschelrute

Um 1930 ließ der Stadtrat durch den Wünschelrutengänger Vogel von Langenzenn eine Begehung durchführen. Diese ergab folgendes Ergebnis: "Der Weg von der Bieg bis zur Sandgrube bei der Mühle, am Dohn entlang, wird von vier Adern durchzogen, die vom Wald herunterkommen. Beim Vogelherd wurden ohne jede Beeinflussung die beiden Quellen neben der Straße und das Eichenbrünnlein festgestellt. Zwei kräftige, unterirdische Läufe wurden gleich am Anfang des Fußweges nach Welkenbach beim Dambach ermittelt. Auf dem Hirtenbuck, in der Nutzung, beim Wiewaweiher [sic!] und in der Plonergasse waren dagegen Quellen von erforderlicher Ergiebigkeit nicht feststellbar."

Nachdem die Reichsregierung im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes für den Bau von Wasserversorgungsanlagen Mittel zu verhältnismäßig günstigen Zins- und Tilgungssätzen zur Verfügung gestellt hatte, entschloss sich der Stadtrat von Herzogenaurach, mit Hilfe des Arbeitsbeschaffungsprogrammes den Bau der Wasserversorgungsanlage durchzuführen.

Am 1. Mai 1933 wurde um 15 Uhr der erste Spatenstich ausgeführt. Rund 1500 Personen hatten sich am Eichenbrünnlein versammelt. "Am Tage der nationalen Arbeit", so führte Bürgermeister Valentin Fröhlich aus, "senke ich das harte Eisen in den Mutterboden unserer Heimat. Das Wasser, das wir brauchen, das wir trinken wollen, es sei für das Wohl und zum Segen unserer lieben Heimatstadt."

So konnten für die Dauer eines halben Jahres 15 Wohlfahrtserwerbslose beim Bau beschäftigt werden. Das Wasser wurde dem an der Falkendorfer Straße gelegenen Eichenbrünnlein entnommen, das nach damaligen Angaben sieben bis acht Liter pro Sekunde lieferte. Das Wasser gelangte von der Quelle zur neu errichteten Pumpstation an der Straßengabelung Herzogenaurach-Welkenbach.

Von dort wurde das Wasser durch die Stadt zum Hochbehälter an der Bamberger Straße gepumpt. Dieser war am höchsten Punkt, Richtung Beutelsdorf, beim sogenannten "Ersten Lindla" errichtet worden. Das Fassungsvermögen betrug 400 Kubikmeter. Dieser Vorrat sollte ausreichen, den damaligen, mittleren Tagesbedarf von 200 Kubikmetern Wasser für die Stadt Herzogenaurach zu decken. Inzwischen bezieht die Stadt Herzogenaurach einen großen Teil ihres Trinkwassers über einen Wasserzweckverband.

Wie Welker mitteilt, wurde der Brunnen bei Baumfällarbeiten beschädigt, und der Umgriff könnte seiner Meinung nach ebenfalls ansprechender gestaltet werden. Deswegen setzen er und Fischer sich für eine Restaurierung ein. red

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