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Friesen

Das Flößerdorf feiert Kirchweih

Friesen lädt zum Festwochenende ein. Seit fast 600 Jahren hat der Ort ein eigenes Gotteshaus.
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Die Kirche St. Georg in Friesen mit ihrem trutzigen Turm. Foto: Heike Schülein
Die Kirche St. Georg in Friesen mit ihrem trutzigen Turm. Foto: Heike Schülein

Friesen —  Am zweiten Oktober-Wochenende wird im Kronacher Stadtteil Friesen das Fest der Kirchweih gefeiert. Nachdem die neue, nach den Plänen von Architekt Joseph Wicklein entstandene Pfarrkirche am 8. Oktober 1972 konsekriert wurde, kann man in Friesen bereits 46-jähriges Kirchenjubiläum feiern.

Friesen wurde bereits 1348 urkundlich erwähnt. Das auf einer Anhöhe gelegene obere Dorf ist der ältere Teil des Ortes. Früher standen auf dieser Anhöhe die "Behausungen" der im 15. Jahrhundert entstandenen drei Rittersitze. Heute befindet sich im oberen Dorf die Pfarrkirche St. Georg, in deren Innerem wunderschöne Fresken zu bewundern sind. Die spätgotischen Wandmalereien, die mit mehreren Schichten übertüncht waren, wurden entdeckt, als man 1972 beim Kirchenneubau an dem zu erhaltenden Turm eine Sanierung vornehmen musste. Gutachten des Landesamtes für Denkmalpflege bestätigten sie als von hohem kulturellen und künstlerischen Wert. So begann - wie es damals hieß - die "größte Freskenfreilegung der Nachkriegszeit in Oberfranken". Als man den letzten Kalkstaub von den aufleuchtenden Farben geblasen hatte, kam eine Bildererzählung wieder ans Tageslicht. Mit dieser hatte wohl vor nahezu 600 Jahren ein Meister seinen Zeitgenossen die Taten und das Geschick ihres Kirchenpatrons St. Georg vor Augen geführt.

Bereits 1434 besaß das Dorf eine eigene Kirche, die Jörg von Zeyern zu Ehren seines Namenspatrons hat erbauen lassen. Das Gotteshaus St. Georg wurde im Laufe der Jahrhunderte verändert und umgebaut. Es musste 1971 einem Neubau weichen. Nur der Turm - das älteste Gebäude von Friesen - blieb verschont.

Der Tradition verpflichtet

Bekannt ist Friesen auch durch die Flößerei, die über Jahrhunderte hinweg bis in die Nachkriegszeit viele Menschen in Arbeit stellte. Die Holzwirtschaft ist auch heute noch von Bedeutung - im Gegensatz zur Flößerei, die nur noch zu Anschauungszwecken von der Flößervereinigung betrieben wird.

Mit den "Flößer-Stubn" hat der mittlerweile verstorbene Ehrenfloßmeister Alfons Geiger ein bleibendes Dokument der Flößerei geschaffen, das auch besichtigt werden kann. Vor drei Jahren machte Hobbyschnitzer Erwin Löhlein dem Alfons-Geiger-Dorfmuseum ein besonderes Geschenk. Er bannte das Abbild des Namensgebers und Gründers in Holz. Das Schmuckstück ziert seitdem den Eingang des Museums.

Der Kirchweih-Festgottesdienst findet am Sonntag, 14. Oktober um 10 Uhr statt. Musikalisch umrahmt wird er vom Kirchenchor und den St.-Georgs-Bläsern. Bereits zwei Tage vorher, am Freitagabend, sind alle Gläubigen um 19.30 Uhr zu einer Komplet - ein Abendgebet mit Zwiegesang - geladen, gestiftet vom Freundeskreis der DPGSG. Bestens gerüstet für das Kirchweih-Wochenende sind vor allem die örtlichen Gaststätten, die ihre Besucher mit dem traditionellen Kerwa-Speisenangebot verwöhnen werden.

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