Laden...
Bad Kissingen

Das Erfolgsrezept der Feuerwehr

Die Feuerwehr in Bad Kissingen ist immer bereit. Um Schäden abzuwenden hat sie sich ein erfolgversprechendes Konzept gegeben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Harald Albert auf der neuen, generalüberholten Drehleiter.  Fotos: Johannes Schlereth
Harald Albert auf der neuen, generalüberholten Drehleiter. Fotos: Johannes Schlereth
+1 Bild

Johannes Schlereth Kürzlich widmete das Feuerwehr-Magazin der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen einen elfseitigen Beitrag. Das Magazin hat die elft-höchste Abo-Auflage aller Fachzeitschriften in Deutschland. Diese Redaktion hat nachgeforscht, was die Floriansjünger in der Deutschlands bekanntester Kurstadt so besonders macht.

"Meiner Meinung nach ist das vor allem die gute Kameradschaft, die Schlagkraft bei Einsätzen und die Tatsache, dass wir immer bereit sind", sagt Kommandant und Stadtbrandinspektor Harald Albert. Dass Albert damit richtig liegt, zeigte sich bereits beim ersten Einsatz im neuen Jahr. "In der Neujahrsnacht hatten wir schon um 0.29 Uhr den ersten Einsatz. Wir sind mit 25 Mann ausgerückt." Einen großen Teil der Einsätze stellen in der Kurstadt Türöffnungen dar. Albert: "Das bringen die Krankenhäuser, Rehakliniken und Sanatorien mit sich."

Handwerkszeug notwendig

Allerdings brauchen die Feuerwehrmänner und -Frauen um Albert dafür entsprechendes Gerät. "Was für den Handwerker sein Bus und der Werkzeugkoffer ist, ist für uns das Feuerwehrauto und die Ausrüstung", zieht der Stadtbrandinspektor einen Vergleich. Dazu zählt auch die im Oktober neubeschaffte generalüberholte Drehleiter für 266 500 Euro. Seine Feuertaufe hatte das Fahrzeug bereits kurz nach der Einweihung. "Das war schon am 30. November bei einer Personenrettung", sagt Albert.

Fahren dürfen die Fahrzeuge die Maschinisten der Wehr. Um die Bedienung zu erleichtern, hat sich Albert etwas einfallen lassen: "Seit der Fahrzeugbeschaffung ab 2006 haben wir unseren Fuhrpark standardisiert." Das heißt, dass der Fahrzeugtyp überwiegend der Gleiche ist. "Wir haben uns für den Mercedes Atego entschieden", informiert Albert. Grund dafür war unter anderem der Preis für das Modell, aber auch die Ersatzteilbeschaffung. "Mercedes gibt eine mehrjährige Garantie dafür." Aber auch für die Maschinisten hat die Standardisierung Vorteile: "Die größeren Fahrzeuge haben alle ein Vollautomatikgetriebe. Das hat zur Folge, dass sich die Fahrer voll und ganz auf die Anfahrt zum Einsatzort konzentrieren können und sich nicht von Schalt- auf Automatikgetriebe umgewöhnen muss." "Die Ausrüstung muss vor allem bedienerfreundlich sein", teilt Albert mit. Zwar gebe es ständig neue Trends, doch nicht jeder sei sinnvoll. "Das sieht man dann meistens erst bei der Verwendung."

Deshalb setzt die Kissinger Wehr auf folgende Strategie: "Wir gehen mit der Zeit und setzen auf Bewährtes." Deshalb hält Albert manchen Trend für uninteressant: "Es gibt zum Beispiel farbige Innenraumbeleuchtungen für das Fahrzeug - natürlich gegen Aufpreis. Aber braucht man das wirklich?" Sinnvoller sei es in Sicherheitsrelevantes zu investieren, wie etwa Xenon-Scheinwerfer. "Das hilft uns auch beim Ausleuchten von Einsatzstellen."

Nachwuchswerbung

Um auch in Zukunft schlagkräftig Brände bekämpfen zu können oder Schaden abzuwenden, haben sich die Ehrenamtlichen etwas einfallen lassen. Aktuell arbeitet das Team um Albert daran, die Satzung umzuändern. Der Grund: "Noch dürfen wir laut der Satzung erst Kinder ab zwölf Jahren in die Feuerwehr aufnehmen", erklärt der Kommandant. Die Lösung zur Nachwuchswerbung soll eine Kinderfeuerwehr sein. "Wenn wir das Mindestalter runtersetzen, können wir aktiv werden", sagt Albert. Allerdings stellt die Kinderfeuerwehr den Stadtbrandinspektor auch vor eine Frage: "Wir hatten 444 Einsätze im vergangenen Jahr. Viele aktive Feuerwehrleute sind berufstätig. Es ist schwierig, jemanden zu finden, der sich nicht nur feuerwehrtechnisch und mit Kindern auskennt, sondern auch noch genügend Zeit für das Engagement hat."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren