Hassenberg
hassenberg.inFranken.de  Dass nicht nur die Hassenberger Geflügelzüchter mit Problemen zu kämpfen haben, liegt mit am Wandel der Gesellschaft.

Das dörfliche Leben hat sich geändert

Auch wenn die Zahl der aktiven Züchter rückläufig ist, wollen die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Hassenberg ihren Verein weiter am Leben halten. Im Fokus steht weiterhin die Pflege und Erhaltung ...
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Ehrungen beim Geflügelzuchtverein Hassenberg (von links): Ulrich Rampel, Vereinsmeister Heinz Kalter, Alois Prediger, Lea Lämmermann, Christian Kalter, Käthe Gawellek, Dritter Bürgermeister Friedrich Übelhack und Sigmund Gollan (für Markus Gollan)  Foto: Alexandra Kemnitzer
Ehrungen beim Geflügelzuchtverein Hassenberg (von links): Ulrich Rampel, Vereinsmeister Heinz Kalter, Alois Prediger, Lea Lämmermann, Christian Kalter, Käthe Gawellek, Dritter Bürgermeister Friedrich Übelhack und Sigmund Gollan (für Markus Gollan) Foto: Alexandra Kemnitzer

Auch wenn die Zahl der aktiven Züchter rückläufig ist, wollen die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Hassenberg ihren Verein weiter am Leben halten. Im Fokus steht weiterhin die Pflege und Erhaltung der Rassegeflügelzucht. Auch wenn viele Vereine mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben, deshalb fusionieren oder sich auflösen, wollen sich die Hassenberger der Herausforderung stellen.

Nur ein Aussteller

"Solange wir eine Vorstandschaft stellen können, werden wir für unseren GZV und unser Hobby da sein", zeigte sich bei der Hauptversammlung Vorsitzender Ulrich Rampel entschlossen. Deutlich bemerkbar mache sich das Fehlen der Nebenerwerbslandwirte, die früher Freilauf- und Freiflugtiere hielten. Da die natürlichen Lebensräume von Wildtieren wie Fuchs, Greifvogel und Marder immer weniger würden, verlören diese Teire ihre Scheu und suchten ihre Nahrung auf den Grundstücken der Menschen. Durch diesen Umstand habe beispielsweise Bernd Weiß schwere Zuchtverluste hinnehmen müssen. Rampel: "Weil der Fuchs seine Zuchttiere holte, konnte er auch keine Schauen beschicken."

Ein weitere Entwicklung, die sich negativ auf die Rassegeflügelzucht auswirke, sei das Überangebot an Freizeitaktivitäten und die Tatsache, dass heute die Kleintierzucht nicht mehr zum prägenden Bild der Wohnviertel gehöre, sondern eher als störend angesehen werde. "Wir hatten 2018 ein Novum", führte Ulrich Rampel weiter aus, "denn auf den Ausstellungen war nur die Familie Kalter vertreten. Durch ihre präsentierte Tierqualität konnten aber einige Erfolge und Meistertitel errungen werden."

Der Verein besteht aus 48 Mitgliedern, sieben bilden die Jugendgruppe. Trotz der überschaubaren Ausstellungsaktivitäten wurden zahlreiche Zusammenkünfte abgehalten. Zu den Highlights zählten das 20. Jubiläum des Vereinsheims "Täubchenhof" und der Kükenmarkt mit Kinderpreisrätsel. Dieser stößt alljährlich auf breite Resonanz, insbesondere auch bei Familien. "560 Stunden verbringen alleine die Mitglieder der Bediengemeinschaft in unserem GZV-Heim", zollte Rampel dem Team mit Heimwart Anton Sommer an der Spitze Anerkennung.

Erste Küken sind geschlüpft

Etwa 220 Stunden wurden für die Betreuung der Brutmaschine von Ulrich Rampel aufgewendet. Diese ist im Einsatz und kann bestückt werden. Die ersten Küken sind schon geschlüpft. Derzeit werden Eier für den Kükenmarkt am 22. April ausgebrütet, um auch etwas ältere Küken präsentieren zu können. Dritter Bürgermeister Friedrich Übelhack bedauerte ebenfalls, dass sich immer weniger Jüngere in den Vereinen binden wollen, und ermutigte die Mitglieder, auf ihrem eingeschlagenen Weg weiter zu machen, um den Verein noch lange am Leben zu erhalten.

Alexandra Kemnitzer

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