Ebelsbach

Das Bild entsteht mit Respekt

Der Ebelsbacher Fotograf Thomas Bauernfeind stieß mit seinen Aufnahmen auf größte Resonanz.
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Thomas Bauernfeind (rechts) gab gerne Auskunft zu den Techniken beim Fotografieren und Bearbeiten der Fotos. Viele Kunstinteressierte hatten sich zur Vernissage in der Gleisenauer Schlosskapelle eingefunden.
Thomas Bauernfeind (rechts) gab gerne Auskunft zu den Techniken beim Fotografieren und Bearbeiten der Fotos. Viele Kunstinteressierte hatten sich zur Vernissage in der Gleisenauer Schlosskapelle eingefunden.
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Unter dem Titel "Ansichten - Einsichten - Aussichten" steht die Ausstellung mit Werken von Thomas Bauernfeind in der Schlosskapelle Gleisenau. Zahlreiche interessierte Besucher nahmen an der Vernissage am Mittwoch teil. Geöffnet ist die Ausstellung am Sonntag, 21., Montag, 22., und Sonntag, 28. April, jeweils von 15 bis 17.30 Uhr.

Thomas Bauernfeind fotografiert seit 50 Jahren. Er war viele Jahre im Fotoclub Ebern aktiv und ist heute Mitglied im Fotoclub Zeil und im DVFR, dem Deutschen Verband für Fotografie. 2010 war Bauernfeind bayerischer Meister im Landeswettbewerb des DVF. Vom Foto-Weltverband hat er die Auszeichnung "AFIAP" für besondere Leistungen in der künstlerischen Fotografie erhalten.

Organisiert hatte die Ausstellung der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis Ebelsbach, dessen neue Vorsitzende Sonja Horn sich über die große Zahl an Kunstinteressierten zur Vernissage freute. Markus Stadler, Karl-Heinz-Vogt und Hans Hoh vom Fotoclub Zeil hatten beim Aufbau geholfen.

Als Hausherr ging Bürgermeister Walter Ziegler - selbst leidenschaftlicher Fotograf - kurz auf die Entwicklung der Fotografie ein. Fotografen, so Ziegler scherzhaft, seien in früher Zeit als Leute angesehen worden, die nicht malen oder zeichnen können. Er erinnerte an die Anfänge, als es nur eingeschränkte Möglichkeiten gab, Fotos zu verändern, bis hin zur Digitalfotografie als neues Medium.

"Lust am Entdecken - Freude am Experimentieren - auf der Suche nach immer neuen Eindrücken." So skizzierte Laudator Hans Hoh Thomas Bauernfeind. Er sei ein Universalist in der Fotografie, seine Bilder ließen sich unterschiedlichsten Themenkreisen zuordnen. Durch die Schönheit der seltenen und geschützten Pflanzen wirkten seine Pflanzenbilder, die alle in natürlicher Umgebung fotografiert worden seien. Dabei gehe Bauernfeind sehr behutsam vor.

Die Achtung und Wertschätzung bringe Bauernfeind auch seinen Fotomodellen entgegen. Bei der Portrait- und Aktfotografie gelinge es ihm, Vertrauen und eine gute Stimmung aufzubauen, durch Respekt bleibe aber auch die notwendige Distanz gewahrt.

Mit Infrarotbildern zeige Bauernfeind eine andere Welt - für den Betrachter ungewohnt, ergebe sich eine neue Sicht auf Altvertrautes. Ähnlich verhalte es sich mit den Bildern aus den Ebelsbacher Stollen. Mit Wanderlicht fotografiert, zeigen sie die Stollen so, mit sie mit einfacher Beleuchtung nicht erkennbar seien. "An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter", zitierte Hans Hoh den amerikanischen Fotografen Ansel Adams.

Die Ausstellung, so Hoh weiter, solle neue Ansichten, Einsichten und Aussichten vermitteln, solle ein Platz der Kommunikation sein und ästhetisches Vergnügen bereiten. Er forderte die Besucher auf, sich inspirieren zu lassen. Sonja Horn wies ergänzend darauf hin, dass die auf Bildern gezeigten seltenen Pflanzen am Ebelsberg bei der Führung "Flora und Fauna am Ebelsberg" am Samstag, 25. Mai, um 13.30 Uhr in der Natur bewundert werden können. In der Ausstellung finden sich auch Bilder der Stollenanlage im Ebelsberg. Auch hierzu bietet der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis am Samstag, 25. Mai, 16 Uhr, eine Führung an. Anmeldungen bei Walter Martin, Ruf 09522/5090. may

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