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Haßfurt

Damit Grenzsteine richtig sitzen

27 neue Feldgeschworene aus dem Landkreis nahmen an einer Schulung im Landratsamt in Haßfurt teil.
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Selbstbewusst übernahm Susanne Käb die verantwortungsvolle Aufgabe der "Siebenerobfrau" und fertigte Skizze und Protokoll über die Sicherung und Wiedereinbringung der Grenzsteine an. Anton Brand übte dabei die Sicherung des Grenzsteins mit Maßband und Senkel.  Foto: Heiko Kraus
Selbstbewusst übernahm Susanne Käb die verantwortungsvolle Aufgabe der "Siebenerobfrau" und fertigte Skizze und Protokoll über die Sicherung und Wiedereinbringung der Grenzsteine an. Anton Brand übte dabei die Sicherung des Grenzsteins mit Maßband und Senkel. Foto: Heiko Kraus

27 Feldgeschworene, die vergangenes Jahr beim Siebener-Tag in Breitbrunn von Landrat Wilhelm Schneider vereidigt wurden, nahmen an einer Schulung im Landratsamt Haßberge in Haßfurt teil.

Die seit Jahrhunderten vor allem in Franken tätigen Siebener sind nach ihrer Vereidigung in der Regel bis zu ihrem Lebensende im Ehrenamt tätig. "Ohne vorherige gründliche Ausbildung sollte niemand eine solch verantwortungsvolle Tätigkeit ausüben, schließlich ersetzt der Siebener in bestimmten, gesetzlich geregelten Fällen eine Behörde", erklärte Gerhard Hartmann, der Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV, früher das Vermessungsamt) Schweinfurt.

Motivation

Susanne Käb aus Eichelberg, die einzige Frau unter den Neusiebenern, zögerte nicht, als sie vor einem Jahr gefragt wurde, ob sie bereit wäre, Feldgeschworene zu werden: "Ich sah es als meine Bürgerpflicht an, dieses wichtige Ehrenamt zu übernehmen, damit die örtliche Kenntnis der Grenzen und die Weitergabe des Wissens der Siebener auch in Zukunft gesichert sind."

Anton Brand aus Obertheres kam auf ganz anderem Wege zu diesem Ehrenamt: "Als vor etwa einem Jahr bei mir im Garten vermessen wurde, war ich erstaunt, wie zielgerecht die Vermesser und Siebener meinen Grenzstein fanden, der verborgen unter einer Mauer saß. Da wollte ich auch in Zukunft dabei sein und habe ich mich selbst als Feldgeschworener beworben."

Neben der Unterrichtung in anderen wichtigen Grundlagen lag der Schwerpunkt der Schulung daher auf dem selbstständigen Arbeiten der Siebener. Bei bestimmten Abmarkungshandlungen wie dem Höher- und Tiefersetzen, aber auch dem Sichern und Wiedereinbringen eines Grenzzeichens handelt der Feldgeschworene nach den gleichen Regeln wie ein studierter Vermessungsbeamter.

Um später ihre Abmarkungen auch auf eine rechtssichere Grundlage stellen zu können, versuchten sich die Neusiebener in allen notwendigen und vorgeschriebenen Arbeitsschritten, wie aus einer Mitteilung des Landratsamtes weiter hervorgeht. Sie lernten, dass sie zur gegenseitigen Kontrolle nur mindestens zu zweit arbeiten dürfen, wie die Ladung der Beteiligten erfolgen muss und die Vermessung selbst durchzuführen ist. Außerdem übten sie die Anfertigung einer Skizze zur Messung und des unbedingt erforderlichen Abmarkungsprotokolls, in dem die Grundstückseigentümer die von den Siebenern gesetzten Grenzzeichen anerkennen.

"Beides dokumentiert das rechtmäßige Handeln der Siebener, wobei das Protokoll den Charakter einer Urkunde hat und mit der Skizze dem Amt übersandt werden muss", machte Hartmann deutlich. An der Behörde werden die Dokumente digitalisiert und auch in Papierform archiviert, um jederzeit die Tätigkeiten der Feldgeschworenen nachvollziehen zu können. Die Dokumente werden auch bei zukünftigen Vermessungen berücksichtigt.

Die Neusiebener waren sich am Ende der Schulung einig, dass noch viel Übung bei den künftigen Messungen notwendig sein wird, um ein "richtiger" Siebener zu werden. red