Herzogenaurach

Damit die Bienen überleben

Besichtigung Der Herzogenauracher Imkerverein zeigte Interessenten, wie er die Varroamilbe in den Bienenstöcken bekämpft.
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Am Zeidlerhaus gibt es immer was zu tun und vor allem bei Kindern stieß die Aktion zur Bekämpfung der Varroamilbe auf Interesse. Foto: R. Sänger
Am Zeidlerhaus gibt es immer was zu tun und vor allem bei Kindern stieß die Aktion zur Bekämpfung der Varroamilbe auf Interesse. Foto: R. Sänger

Das Summen der Bienen ist verstummt, sie haben sich in ihren Bienenstock zurückgezogen, aber nicht um zu schlafen, fleißig sind sie trotzdem. "Bienen warten eigentlich nur auf das Frühjahr und zehren von ihren Vorräten", erklärt Klaus Becker, Vorsitzender des Imkervereins Herzogenaurach und Umgebung.

Trotzdem haben die Imker ihre Bienenvölker auch im Winter voll im Blick. Nachdem der letzte Honig aus den Waben geschleudert wurde, erhalten die Bienenvölker jetzt Zuckerwasser, damit sie die Wintermonate gut überstehen. Mit der Zufütterung hätten die Tiere genug Kraft, um in der kalten Jahreszeit durch Flügelschlagen Temperaturen um die 25 Grad Celsius in ihren Stöcken zu erzeugen.

Aber ein Imker muss mehr tun, als Zuckerwasser zu geben, um die Bienen winterfit zu machen. Seit den 1970er Jahren ist die eingeschleppte Varroamilbe ein großes Problem für die Bienenzüchter - und ohne die Imker würden die Honigbienen wahrscheinlich nicht überleben, glaubt Klaus Becker. Neben dem Abfüllen des Honigs und dem Etikettieren steht für Imker momentan denn auch eine der wichtigsten Aufgaben im Bienenjahr an: die Bekämpfung der Varroamilbe.

Am Zeidlerhaus auf der Herzo Base konnten die Besucher miterleben, wie die Bienenvölker bei passendem Wetter mitten im November geöffnet wurden. Dabei wurde Wabe um Wabe nach Brutfreiheit untersucht und die dort sitzenden Bienen mit einem leichten Nebel aus einer leicht angewärmter Milchsäure-Lösung besprüht. "Diese Milchsäure wirkt jedoch nicht in noch geschlossenen Brutzellen, weshalb die Brutfreiheit zu beachten ist", erklärte Becker den interessierten Besuchern.

Da die Bienenvölker brutfrei waren, kommen die Varroamilben mit der für sie tödlichen Milchsäure in Kontakt und fallen nach einigen Tagen von den Bienen ab. Auf den weißen Untersuchungsschiebern, die unter den Bienenvölkern angebracht sind, können die toten Milben gezählt werden.

Bei einem anderen Bienenvolk im Zeidlerhaus wurde nur der Deckel geöffnet, ohne die Bienenwaben zu bewegen. Dort wurden mit einer Spritze etwa 40 Milliliter leicht angewärmter Oxalsäuredihydrat-Lösung von oben auf die mit Bienen besetzten Wabengassen als Mittel gegen die Varroamilbe geträufelt. Dieses Mittel ist zwar sehr wirksam, wirkt aber auch nicht in die verschlossene Brutzelle.

Warten auf die Wirkung

Für eine Behandlung mit den Dämpfen von 60 Prozent Ameisensäure, die auch in die geschlossene Bienenbrut wirkt, wo sich die Varroamilben vermehren, ist es aber zu dieser Jahreszeit zu kalt, erklärte Becker. Er wies auch darauf hin, dass alle Behandlungen zum Schutz des Honigs nur in der Zeit nach der Honigernte bis zum Jahresende durchgeführt werden, damit die für die Blütenbestäubung wichtigen und notwendigen Bienenvölker trotz der Varroamilbe überleben können.

Nun warten die Imker gespannt ab, wie gut die Bekämpfung der Varroamilbe funktioniert hat und ob alle Bienenvölker ohne Ausfälle gut überwintern - und im Frühjahr wieder ausreichend Blütenpollen und Nektar von den für die Frühjahrsnahrung wichtigen Weidenkätzchen und Erlen eintragen. Dann kann die Bienenkönigin aktiv werden und so viele Eier produzieren, dass die Anzahl der Bienen pro Volk sich noch im Frühjahr mehr als verdoppelt, was für einen guten Start in den Frühling und eine erfolgreiche Blütenbestäubung gebraucht wird.

Neben den Bienenvölkern gibt es am Zeidlerhaus aber noch mehr zu tun. So hat die Firma Adidas viel Erde bewegt, Kabel verlegt und einen Bretterzaun errichtet. Auch das Zeidlerhaus selbst wurde beidseitig mit Regenrinnen ausgestattet und die Wände bleiben jetzt nahezu trocken. Wie Klaus Becker erläuterte, wird das Regenwasser jetzt hinter dem Zeidlerhaus gesammelt und kann dann zum Gießen verwendet werden.

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