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Ködnitz

"Da wird angepackt"

In der Gemeinde Ködnitz gibt es eine "Felschlicher Hand- und Spanndienste-Crew".
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Hartmut Penning beim Heckenschnitt an der Kindertagesstätte; dahinter Herbert Büschel, Zweiter Bürgermeister Hermann Popp und Bürgermeister Stephan Heckel-Michel Foto: Werner Reißaus
Hartmut Penning beim Heckenschnitt an der Kindertagesstätte; dahinter Herbert Büschel, Zweiter Bürgermeister Hermann Popp und Bürgermeister Stephan Heckel-Michel Foto: Werner Reißaus

Hand- und Spanndienste, wie sie im 19. Jahrhundert im Preußischen Kommunalabgabengesetz beschrieben waren, gibt es schon lange nicht mehr. Doch in der Gemeinde Ködnitz gibt es eine "Felschlicher Hand- und Spanndienste-Crew", die immer wieder Hand anlegt, wenn ein Weg zu sanieren, eine Hecke zu schneiden oder eine Mauer zu setzen ist. Mit dabei sind auch die Bürgermeister Stephan Heckel-Michel und Hermann Popp.

Die Männer übernehmen freiwillig Aufgaben, für die die Kommune sonst für viel Geld ein Unternehmen beauftragten müsste. Die beiden Bürgermeister sehen die Arbeiten nicht als Belastung, sondern gehen gerne voraus, wie in dieser Woche beim Rückschnitt einer Hecke an der Kindertagesstätte in Fölschnitz.

Angefangen haben diese freiwilligen Hand- und Spanndienste in Köditz vor drei Jahren. Damals befand sich die Zufahrt zur Kneippanlage in Ebersbach in einem desolaten Zustand. Hermann Popp erinnert sich: "Ich hatte damals die Idee, diesen Weg durch Wiesen wieder ordentlich befahrbar und begehbar zu machen."

Kein großes Gerede

Mit Hartmut Penning, Reinhard Kortschack und Gerhard Maiwald habe er sich an die Arbeit gemacht. "Ich habe damals auch mit den Grundstückseigentümern gesprochen, die Gemeinde übernahm Kosten und Transport des Materials."

Hartmut Penning, der vor wenigen Tagen seinen 65. Geburtstag feiern konnte, ist immer gerne dabei, wenn es bei ihm zeitlich geht. "Ich sehe es als eine Selbstverständlichkeit an, als rüstiger Rentner mitzuhelfen. Es gibt genügend Dinge, wo man in einer Dorfgemeinschaft mithelfen kann. Ich bin froh, bei dieser Crew dabei zu sein. Da gibt es kein großes Gerede, sondern da wird angepackt." Den Weg zur Kneippanlage haben die Männer professionell hergerichtet. Knapp eine Woche lang hatte die Crew zu tun.

Kräftezehrende Arbeit

In der Folge wurde eine Sandsteinmauer im Garten des Rathauses neu gesetzt. Eine kräftezehrende Arbeit, die Stephan Heckel-Michel und Hermann Popp im Alleingang erledigten. Die beiden haben im Winter auch eine Quellfassung unterhalb des Neuenmarkter Ortsteiles See freigelegt, damit das Oberflächenwasser wieder geordnet ablaufen konnte. Heckel-Michel: "Der Hermann ist einfach der gute Geist und Ideengeber hier in Fölschnitz. Es ist einfach schön, wenn sich in den einzelnen Ortsteilen immer ein paar Bürger zusammenfinden, um für die Allgemeinheit etwas zu machen. Es wäre schön, wenn es noch mehr solche hilfsbereite Bürger in unserer Gemeinde geben würde."

Kleine Aufgaben werden laut Bürgermeister sofort erledigt, große später. "Vor wenigen Tagen saßen wir im Kindergarten zusammen. Eine Treppenstufe hatte sich gelockert. Wir haben darüber diskutiert, ob eine Firma beauftragt und Angebote eingeholt werden sollten. Dann haben wir die Sache selbst erledigt", so Stephan Heckel-Michel. In einer Kommune erhoffe man sich, dass Vereine und Bürger etwas für die Gemeinschaft tun - "und da sehen wir uns als Bürgermeister als Teil dieser Gemeinde".

Hermann Popp sei in Fölschnitz der Taktgeber, Dritter Bürgermeister Heinz Mösch in Ködnitz. "Ähnlich verläuft es auch in Kauerndorf und Ebersbach." Nicht unerwähnt lässt der Bürgermeister die Mithilfe des Gartenbauvereins Fölschnitz-Kauerndorf.

Und eines ist ganz wichtig: Nach getaner Arbeit sitzt man bei einer Brotzeit und bei einem Glas Bier oder Wein noch gemütlich zusammen.