Kulmbach

Da waren die Zöpfe ab

Am CVG fielen wieder die Haare für einen guten Zweck.
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Auch Theresa Zahorka ließ sich von Frank Walther die Haare kürzen.  Fotos: Uschi Prawitz
Auch Theresa Zahorka ließ sich von Frank Walther die Haare kürzen. Fotos: Uschi Prawitz
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Die Zöpfe fielen reihenweise bei der Haarspendeaktion am Caspar-Vischer-Gymnasium Kulmbach. 34 Mädchen und Frauen trennten sich für einen guten Zweck von ihrer Haarpracht und spendeten mindestens 25 Zentimeter für die Aktion "Rapunzel" der Stiftung "Humor hilft heilen".

"Es war einfach grandios, Schülerinnen, Ehemalige und Externe sind gekommen, das war richtig gut", sagte Angelika Weiß, die die Aktion vor drei Jahren am CVG initiiert hatte.

Ideale Sommerfrisur

Anna Sachs aus der Q11 etwa wollte letztes Jahr schon spenden, war aber kurz zuvor schon beim Friseur gewesen. "Dieses Jahr hat es dann geklappt. Ich hoffe, dass ich mit den kürzeren Haaren im Sommer weniger schwitzen werde", lachte sie.

Theresa Zahorka, eine ehemalige CVG-Schülerin, hatte sich ohnehin überlegt, ihre Haare kürzer zu tragen. "Meine Mutter hat das dann in der Zeitung gelesen und mich darauf aufmerksam gemacht, und so bin ich hier", sagte die angehende Gesundheitsmanagerin.

Mutiger Hausmeister

Eine Mutter habe sogar gespendet, weil die Haarlänge der Tochter nicht ausreichte, berichtete Marius Michel von der SMV. Wessen Haare nicht lang genug waren, der konnte auch einfach Geld geben oder einen "Spenden-Schnitt" machen lassen. "Dieses Angebot haben auch viele wahrgenommen, sodass um die 150 Euro an Spendengeldern eingenommen werden konnten", sagte Angelika Weiß. Jungs und Männer haben besonders von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Ließen sich einige Jungs im ersten Aktionsjahr noch solidarisch mit den Mädchen die Köpfe rasieren, hatte es diesmal schon System.

Sogar CVG-Hausmeister Frank Reuter ließ den Scherkopf über sein Haupt wandern. "Das war eine Wette mit meiner Tochter", sagte er. "Wenn sie ihren Zopf spendet, lasse ich meinen Kopf rasieren." Gesagt, getan, und das Ergebnis kam bei den umstehenden Zuschauern gut an. Ebenso wie das von Biologielehrer Andreas Bock. Er hatte im Vorfeld verkündet: "Wenn 100 Euro Spendengelder erreicht werden, lasse ich mir den Kopf rasieren." Als er mittels Durchsage im Schulhaus ausgerufen wurde, strömten viele Schüler herbei, um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen.

"So schlimm sieht es gar nicht aus", befand er hinterher, für die Rasur selbst hatte er sich in die treuen Hände seiner Kollegin Angelika Weiß begeben.

Friseurinnung mit dabei

Auch in diesem Jahr war die Friseurinnung rund um Obermeister Frank Walther mit von der Partie. Die Haarsalons Schnipp-Schnapp, Walther, Wunderlich, Wolf, Haarschneiderei und Senay hatten ihren freien Montag geopfert, um die vielen Zöpfe abzuschneiden und den Spendern im Anschluss eine perfekte Frisur zu gestalten.

"Das macht viel Spaß, auch mal mit den anderen Kollegen zu arbeiten", sagte Frank Walther, "wir arbeiten heute wie ein Salonteam." Die Friseurinnung in Kulmbach sei ohnehin sehr sozial eingestellt.

Die gesammelten Haarzöpfe werden auf der Fachmesse für Zweithaar versteigert und zu Perücken, beispielsweise für Chemopatienten, verarbeitet. Die Erlöse aus der Versteigerung fließen schließlich der gemeinnützigen Stiftung "Humor hilft heilen" zu.

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