Forchheim
Streit

CSU-Stadtrat Schönfelder attackiert Architekt Reck wegen Planung in der Bergstraße

ekkehard Roepert Forchheim — Für die Anwohner der Bergstraße war es ein Triumph. "Bürgerbeteiligung lohnt sich", sagte einer von ihnen nach dem Beschluss de...
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Architekt Dieter Reck
Architekt Dieter Reck
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ekkehard Roepert

Forchheim — Für die Anwohner der Bergstraße war es ein Triumph. "Bürgerbeteiligung lohnt sich", sagte einer von ihnen nach dem Beschluss des Planungsausschusses am Dienstag. Für den Bauwerber Dominik Söhnen und seinen Architekten Dieter Reck dagegen war es ein deprimierender Moment: Mit einem einstimmigen Nein ließen die Stadträte im jenes umstrittene Bauprojekt in der Bergstraße platzen, an dem Reck nach eigenen Angaben "schon seit Jahren plant".
René Franz, der Chef des Forchheimer Bauamtes, betonte, dass "viele Nachbarn Stellung bezogen" hätten - und dass es seine Aufgabe gewesen sei "allen gerecht zu werden". Doch der Billigungsbeschluss, den die Bauverwaltung vorlegte, wurde einstimmig abgeschmettert. 31 Parkplätze waren in dem Plan für sechs neue Wohngebäude vorgesehen. Bei der schon jetzt "kaum zumutbaren Parksituation in der Bergstraße eine Katastrophe", urteilte Holger Lehnard (CSU).
"Nicht machbar" sei es, die Baugrenzen in der gewünschten Weise zu erweitern, sagte Reiner Büttner (SPD) und plädierte (wie viele seiner Nachredner) dafür, dass der Bauwerber den Vorentwurf umsetzen sollte.
"Dieser Vorentwurf ist zu klein, dann lohnt sich das Projekt nicht", erläuterte Dominik Söhnen nach der Sitzung. Sein Architekt Dieter Reck erklärte, dass vorerst ja nur zwölf Wohnungen in zwei Gebäuden hätten entstehen sollen.
Für seine Planungen wurde Reck von Udo Schönfelder (CSU) ungewöhnlich scharf angegriffen: Die Pläne seien ein Zeichen von "Maßlosigkeit" und eine "Zumutung" gegenüber dem Stadtrat. "Es ist eine Unverschämtheit, sich in diesem Maße breit machen zu wollen", ärgerte sich Schönfelder. Und griff zugleich Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) an, weil der die Reck-Planung in der Beschlussvorlage zur "Billigung" vorgeschlagen hatte.
Kirschstein sagte im Gegenzug, es sei eine "Unverschämtheit" von Schönfelder, der Bauverwaltung zu unterstellen, sie habe sich dem Vorschlag des Bauwerbers gebeugt: "Meine Aufgabe ist es, einen Kompromiss zu finden. Wir kommen entgegen, nicht nach."
Doch Sabine Dittrich (FGL) glaubte eine "große Diskrepanz" in dem Beschlussvorschlag zu entdecken: Ob Kirschstein nicht "konträr zu den Wünschen reagiert" habe, fragte die FGL-Rätin.
Sebastian Körber (FDP) monierte, dass im Vorentwurf drei Geschosse geplant waren; in der aktuellen Planung aber vier Geschosse auftauchen. Edith Fießer (FGL) warf dem Planer vor, die Räte "täuschen zu wollen".
Dieter Reck jedenfalls wies sämtliche "Anschuldigungen entschieden zurück". Die Bergstraße sei nur deshalb zugeparkt, weil viele Anwohner ihre Garagen nicht nutzten und die Autos auf der Straße abstellten. Zudem betonte der Architekt, dass der Bebauungsplan aus dem Jahr 1964 stammt. Folglich sei der Protest gegen eine zu dichte Bebauung nicht angemessen. "Ein Gebäude muss nach Art und Maß in die Umgebung passen", erinnerte Dieter Reck an die geltenden Bauvorschriften. Und wies auf die "ähnlich großen Baukörper" hin, die sich bereits in der Nachbarschaft befänden. Gemessen daran "sind wir klein", meinte Reck mit Hinweis auf die von ihm geplanten Wohnhäuser.
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