Obertheres
Biergartengespräch

CSU-Abgeordnete fordert starkes Europa

Europa ist nicht das Problem, sondern der Schlüssel zur Lösung der Herausforderungen der Zukunft. Das war die Kernbotschaft des Biergartengesprächs der CSU-Theres am Donnerstag, zu dem CSU-Ortsvorsitz...
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Anja Weisgerber
Anja Weisgerber

Europa ist nicht das Problem, sondern der Schlüssel zur Lösung der Herausforderungen der Zukunft. Das war die Kernbotschaft des Biergartengesprächs der CSU-Theres am Donnerstag, zu dem CSU-Ortsvorsitzender Steffen Vogel die langjährige Europaabgeordnete und seit 2014 im Deutschen Bundestag tätige Anja Weisgerber aus Schwebheim eingeladen hatte.

Schriftführer Sven Ganzinger hob in seiner Einführung die Wichtigkeit der Europawahl hervor: Großbritannien und das Durcheinander beim Brexit machten deutlich, sagte er, wie wichtig Europa sei. "Wenn die AfD verlangt, dass Deutschland aus der EU ausscheiden soll, so zeigt dies ebenso deutlich, dass die AfD eben keine Alternative bei der Europawahl ist", so Sven Ganzinger laut einer Mitteilung des Ortsverbandes.

Anja Weisgerber, immerhin neun Jahre Mitglied im Europaparlament, machte deutlich, dass die Herausforderungen wie die Migrationsbewegungen, die militärische Verteidigung oder der Klima- und Umweltschutz nicht von einem Land wie Deutschland alleine gestemmt werden könnten: "Dreckige Luft macht an nationalen Grenzen eben nicht halt", schilderte die Umweltpolitikerin.

Weisgerber stellte heraus, dass Deutschland für zwei Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes in der Welt verantwortlich sei, während China 24 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes verursache und die USA 16 Prozent, weshalb es notwendig sei, weltweit das Thema "Klimawandel" konsequent anzugehen. Weisgerber stellte in dem Zusammenhang heraus, dass es von entscheidender Bedeutung sei, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer von Anfang an mit erneuerbaren Energien aufgebaut werden müssten. "Wenn die Entwicklungsländer anfangen, Kohlekraftwerke zu bauen, schaffen wir die weltweiten Klimaziele nie."

Weisgerber sieht Deutschland als wirtschaftlich stärkstes Land in der Vorreiterrolle: "Keine andere Industrienation der Welt steigt aus der Kernkraft aus und formuliert das Ziel, auch aus der Kohlekraft auszusteigen."

Mit einer Stimme

Auch in dem Bereich zeige sich die Wichtigkeit Europas. So forderte Weisgerber einheitliche europäische Umweltstandards, die aufgrund der Marktmacht Europas zu weltweiten Standards erhoben werden müssten. Dies erreiche ein Land nie, sondern hier müsse Europa mit einer Stimme in der Welt auftreten, so die Umweltpolitikerin.

Im Hinblick auf die Kohlendioxid-Reduzierung forderte Anja Weisgerber, den Blick nicht nur auf den Verkehr und die Mobilität zu richten, sondern auch auf Wohnen. So würden 40 Prozent des deutschlandweiten Kohlendioxid-Ausstoßes von den Gebäuden herrühren. Mit energetischen Sanierungen, etwa dem Einbau von neuen Fenstern und dem Anbringen von Dämmungen, könne man sehr viel erreichen und das Handwerk stärken. Dies müsse steuerlich endlich wieder gefördert werden, was am Widerstand der SPD auf Bundesebene scheitere.

Im Hinblick auf den Dieselskandal hält es Weisgerber für falsch, den Diesel zu verteufeln. Dieser werde auch weiterhin benötigt. Trotzdem müssten neue, alternative Antriebe weiterentwickelt werden. Auch in der Elektromobilität sieht Weisgerber nicht die alleinige Lösung, da das Problem der mangelnden Reichweite bestehe und die Gewinnung der seltenen Erden ebenso in ökologischer Sicht kritisch hinterfragt werden müsse. Auch hier müssten Alternativen zum Lithium-Ionen-Speicher entwickelt werden. Die Bundestagsabgeordnete plädierte für weitere Forschung im Bereich der Brennstoffzelle und Wasserstoff-Antriebe. Ebenso müssten synthetisch hergestellte Kraftstoffe von der Mineralölsteuer teilweise befreit werden, um sie konkurrenzfähig zu halten.

Landrat Wilhelm Schneider forderte die Anwesenden auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und einer demokratischen Partei die Stimme zu geben. Es sei wichtig, so der Haßberge-Landrat, dass die Menschen mit ihrer Stimmabgabe ein Zeichen für Europa setzen. red

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