Coburg

Coburg zeigt Flagge für Tibet

Eine Coburger Initative hisst am Sonntag die Tibet-Flagge zum Gedenken an die blutige Niederschlagung eines Aufstandes des tibetischen Volkes durch China.
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Die Tibet-Flagge weht vor dem Landestheater Coburg, eine Aufnahme von einer früheren Solidaritätsaktion  Foto: Horst Fischer
Die Tibet-Flagge weht vor dem Landestheater Coburg, eine Aufnahme von einer früheren Solidaritätsaktion Foto: Horst Fischer

Das Land Tibet verschwindet mehr und mehr aus den Schlagzeilen der Zeitungen und den Köpfen der Menschen. Vielleicht liegt es daran, dass es auf der Welt so viele Brennpunkte gibt, die mit Gräueltaten und Gewalt konfrontieren. In Vergessenheit dürften aber die Menschenrechtsverletzungen durch China an den Tibetern nicht geraten, sind die Anhänger der Tibet Initiative Regionalgruppe Coburg überzeugt. Aus diesem Grund sei das Flaggenhissen aus Solidarität am 10. März wichtig.

An diesem Tag, vor 60 Jahren, erhob sich das tibetische Volk gegen die chinesische Besatzungsmacht. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und es kamen 87 000 Tibeter ums Leben. Das geistliche Oberhaupt, der Dalai Lama, musste nach Indien ins Exil fliehen. Aus Solidarität mit dem immer noch unterdrückten tibetischen Volk hissen deshalb, auf Anregung der Tibet Initiative Deutschland, an diesem Tag viele Städte und Gemeinden auf Rathäusern und öffentlichen Gebäuden die tibetische Flagge. Auch die Stadt Coburg beteiligt sich seit 18 Jahren an der Aktion "Flagge zeigen für Tibet" und bekundet damit ihre Solidarität für weltweite Einhaltung der Menschenrechte sowie der Meinungsfreiheit.

"Für uns sind diese Rechte eine Selbstverständlichkeit, obwohl viele in den letzten Wochen staunten, als Jugendliche bei uns auf die Straße gingen, weil sie sich um ihre Zukunft und die unseres Planeten sorgten. So eine Kritik wäre in Tibet undenkbar, man würde sofort verhaftet und in Umerziehungslager gesteckt werden", heißt es in einer Pressemitteilung der Tibet Initiative Coburg. Chinas Machtapparat versuche mit Druck und Gewalt, jegliche störenden Meinungen sofort mundtot zu machen. Selbst seinem eigenen Volk gegenüber sei der Parteiapparat misstrauisch. Eine chinesische Parteizeitung habe voller Stolz geschrieben, dass man mit den staatlichen, landesweit angebrachten Überwachungskameras jederzeit in der Lage wäre, jeden der 1,4 Milliarden Chinesen innerhalb von Sekunden zu identifizieren. Der Dalai Lama glaube an die Gewaltfreiheit als bestes Mittel zur Konfliktlösung. Ganz besonders wünsche er sich ein friedliches Miteinander aller Religionen. Aber sein 30 Jahre alter Vorschlag des "Dritten Weges" für Tibet werde von China zurückgewiesen. Der Dalai Lama fordert darin nur mehr kulturelle und religiöse Souveränität für das tibetische Volk, beim Verbleib im chinesischen Staatsverband. China gehe lieber den entgegengesetzten Weg: Durch Ansiedlung von Han-Chinesen seien die Tibeter in ihrem eigenen Land zur Minderheit geworden. Außerdem versuche man durch rigoroses Vorgehen der Polizei, das tibetische Volk einzuschüchtern.

Am Sonntag, 10. März, könnten die Coburger die Tibet-Flagge in der Stadt sehen, teilt die Tibet Initiative mit und betont: "Zum Glück leben wir in Deutschland in einem demokratischen Land, in dem jeder seine Meinung frei äußern darf, auch wenn dies für autokratische Systeme nicht nachvollziehbar ist. Wir müssen uns für die Menschenrechte und freie Meinungsäußerung einsetzen - solange wir sie noch haben!" red

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