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Coburg rechnet mit einer baldigen Entspannung auf dem Wohnungsmarkt

Wie sieht es mit dem sozialen Wohnungsbau in der Stadt Coburg aus? Die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) ist als kommunales Wohnungsbauunternehmen in der Verantwortung, bezahlbaren Wohnraum für eine breite ...
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Projekte des Wohnungsneubaus in der Fischersleite  Foto: Rainer Brabec
Projekte des Wohnungsneubaus in der Fischersleite Foto: Rainer Brabec

Wie sieht es mit dem sozialen Wohnungsbau in der Stadt Coburg aus? Die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) ist als kommunales Wohnungsbauunternehmen in der Verantwortung, bezahlbaren Wohnraum für eine breite Bevölkerungsschicht anzubieten. "Kaum ein Thema wird derzeit so intensiv diskutiert wie das Thema ,Wohnen in der Stadt zu bezahlbaren Preisen‘", erklärt WSCO-Geschäftsführer Christian Meyer. Einer Pressemitteilung zufolge hält die "Wohnbau", wie die Gesellschaft allgemein in Coburg genannt wird, eine Durchschnittsmiete von aktuell 4,69 Euro pro Quadratmeter bei ihren über 3000 Wohnungen im Coburger Stadtgebiet vor. Durch das gute Geschäftsergebnis der Wohnbau hätten die Mieten im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt nahezu konstant gehalten werden können. Fast jeder fünfte Coburger wohne bereits in einer Wohnbau-Wohnung. Doch die Warteliste sei lang.

200 Wohnungen neu gebaut

"Wenn man sich in Coburg umschaut, wird man schnell feststellen: Hier wird sehr wohl gebaut. Fischersleite, Im Grund, Fröbelstraße, Karl-Türk-Straße, Max-Böhme-Ring - dort überall stehen die Bagger und Baumaschinen im Auftrag der WSCO. Diese Neubauten stellen sicher, dass man in Coburg weiterhin bezahlbar wohnen kann. Allerdings geht das natürlich nicht von heute auf morgen", äußert sich Oberbürgermeister Norbert Tessmer in der Mitteilung. Die Dauer von Planung bis Fertigstellung liege bundesweit mittlerweile bei durchschnittlich circa vier Jahren. 200 neue sozialgebundene Wohnungen sollten im Rahmen des Wohnungspakts Bayern gebaut werden. 25 Millionen Euro seien im Zeitraum 2015 bis 2019 für den Bau von 137 Wohnungen investiert worden.

Als problematisch bezeichnen Meyer und Tessmer die hohe Auftragslage im Baugewerbe. Bezahlbare Firmen seien schwierig zu bekommen und die Wartezeiten seien hoch. Das wirke sich natürlich besonders im sozialen Wohnungsbau aus.

Neben dem Neubau von Wohnungen müsse natürlich auch der Bestand in Schuss gehalten werden und an die heutigen Anforderungen an Wohnraum angepasst werden. Von 2015 bis Ende 2019 seien 190 WSCO-Wohnungen für 16,2 Millionen Euro modernisiert worden, zum Beispiel mit Erneuerung der Haustechnik.

Dass sich in Coburg etwas tut, werde ganz besonders im Stadtteil Wüstenahorn sichtbar. "Als kommunales Unternehmen investiert die WSCO auch in Quartiere, die für gewinnorientierte Gesellschaften nicht interessant wären, und sorgt damit für ein attraktives, bedarfsgerechtes und bezahlbares Wohnungsangebot für alle Bevölkerungsschichten", sagt OB Tessmer. Das Quartier werde darüber hinaus im Rahmen des Förderprogramms "Soziale Stadt" von Bund und Land gefördert.

Sieben Sanierungsgebiete

Als Sanierungsträger für die Stadt Coburg habe die WSCO auch Einfluss auf die Entwicklung von Wohnraum in der Innenstadt. In sieben Sanierungsgebieten würden seit 1972 städtebauliche Entwicklungsleitlinien erarbeitet, welche die Konzentration auf die Innenentwicklung, die Stärkung der Stadtmitte und die Gestaltung intakter Lebens- und Arbeitswelten zum Ziel haben. So sei bei allen Sanierungsmaßnahmen auf eine gute Durchmischung im Quartier geachtet worden. Beispielsweise seien in der Ketschenvorstadt bei der Sanierung nicht nur Eigentumswohnungen geschaffen worden. "Am Beispiel der Sanierung des Denkmals Ketschengasse 42 zeigt sich, dass Stadt und WSCO bestrebt sind, gemischte Quartiere zu entwickeln. Hier wurde bedarfsgerechter Lebensraum in einer vielfältigen und durchmischten Bewohnerstruktur geschaffen", ergänzt WSCO-Geschäftsführer Meyer. Von 44 Wohneinheiten seien drei für Flüchtlinge, 14 für Zuwendungsempfänger, 19 im durchschnittlichen Mietpreissegment und nur acht im überdurchschnittlichen Mietpreissegment angesiedelt.

Wichtiger Anreiz und Impulsgeber sei außerdem das in Coburg seit 2016 angebotene "Kommunale Förderprogramm", welches private Eigentümer unterstütze, die Wohnraum in den Sanierungsgebieten schaffen.

In der Summe investiere die Stadt Coburg innerhalb von sechs Jahren (von 2015 bis 2020) über 53 Millionen Euro in den sozialen Wohnungsbau, heißt es weiter. Durch diese Maßnahmen sowie viele weitere private Baumaßnahmen sei in Coburg zukünftig mit einer Entspannung des Wohnungsmarktes zu rechnen. red

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