Coburg

Coburg laut

Die Popularmusikszene in der Stadt ist lebendig - sie will nur gefunden werden. Schüler entdeckten bei ihrer Recherche zum Thema eine erstaunliche Vielfalt von Angeboten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rapper DCM wird vom Publikum im Domino gefeiert. Foto: privat
Rapper DCM wird vom Publikum im Domino gefeiert. Foto: privat

Eine Kleinstadt im Herzen Oberfrankens. In Relation zu der Größe unseres Heimatstädtchens standen auch unsere Erwartungen an die lokale Musikszene. Doch wie der griechische Dichter Philemon bereits im dritten Jahrhundert sagte, ließe sich alles auf der Erde finden, wenn man nur zu suchen sich nicht verdrießen lässt. Coburg, wir haben eine gute Nachricht, denn wir haben hier die Popularmusikszene gesucht und gefunden.

Unsere Recherche startet im Steinweg, genauer gesagt im kleinen Szeneladen "Toxic Toast". Innen ist das Licht gedimmt, aus den Lautsprechern tönt ein Song der Band Jimmy Eat World, die Stimmung ist locker und entspannt. Am Tresen treffen wir auf den Ladenbesitzer Mike. Er selbst ist Vollblutmusiker, spielt in der Latin Skapunk Band "Eskandaliza". Auch ist er einer der Veranstalter des Outside Rodeo Festivals in Coburg. Mike berichtet uns von den Veranstaltungen, die im Toxic stattfinden. Regelmäßig treten hier auf der kleinen Bühne Bands verschiedenster Genres und Nationalitäten auf. Des Weiteren stehen Karaoke- und DJ Abende auf dem Plan, die immer gut besucht werden.

Gleich nebenan werden wir erneut fündig. Auch in der Sonderbar geht es musikalisch zur Sache. Unter den Liveacts finden sich unter anderem lokale Größen wie "Gizela". Neben den Auftritten hat die Bar noch ein weiteres Ass im Ärmel. Die "Jam-Night" , bei der jeder Musikbegeisterte die Möglichkeit hat, sich zusammen mit Gleichgesinnten auszutoben, ist ein sonderbarer Klassiker. Nichtmusiker können währenddessen das Ambiente bei einem schönen Abend mit Freunden genießen.

Ein weiterer Geheimtipp, der uns bei der Suche ins Auge gefallen ist, ist das Jugendzentrum Domino. Nach einer offenherzigen Begrüßung lässt uns eine Mitarbeiterin einen Blick in den hauseigenen Proberaum werfen und führt uns anschließend durch die sehr gut ausgestattete Konzerthalle. An der Wand prangt ein Banner, "Love Music, Hate Facism". Auf der Bühne des JUZ sind von Metallern bis Hiphoppern alle zu finden - und das in allen Altersgruppen. Selbiges gilt auch für das Publikum, egal in welchem Alter, gute Musik schweißt alle zusammen.

So auch die Mitglieder der Gruppe "Juicy", die alle die Leidenschaft für Hip-Hop teilen. Die Jungs und Mädels haben sich im JUZ kennengelernt und proben dort seitdem regelmäßig. Die Gruppe organisiert auch Hip-Hop-Partys, um ihre Liebe zu der Musikrichtung an andere weitergeben zu können. Natürlich hatten "Juicy" auch schon einige Auftritte, unter anderem auch im JUZ Domino, erzählen uns Marcel (21) und Heder (22). Sie wollen hoch hinaus, und zukünftig werden wir von ihnen gewiss noch einiges hören.

Sich in der Szene einen Namen machen: davon träumte auch er. Der 23-jährige Rapper DCM aus Coburg hat es bereits geschafft. Bereits 2006 hat er begonnen zu texten. Nach einem schweren Schicksalsschlag begann der damals Zehnjährige damit, seine Gedanken auf Papier zu bringen. Darunter Gedichte oder auch erste kleine Texte.

Lines aus dem Alltag

Mit 13 Jahren fing er dann mit dem professionellen Rappen an. Seine Inspiration zieht er dabei bis heute aus dem Alltag, aus dem, was er erlebt hat und aus den Dingen, die sein Leben geprägt haben. Seine teils sehr persönlichen Werke teilt er, der mittlerweile auch einen Produzenten hat, über das Internet. Seine aufwendig produzierten Videos haben dabei bis zu 10 000 Klicks auf Youtube. Auch live kann der junge Coburger überzeugen, so war das JUZ Domino bei seinen Konzerten, gefüllt von rapbegeisterten Coburgern. Obwohl man bei unserer Stadt wohl eher an Bratwurst und die Veste denkt als an Rapbeats und aussagekräftige Lines, hat DCM auch hier schon viel positives Feedback erhalten. Unabhängig von seinem Erfolg, bleibt aber die Musik für Daniel ein Hobby und ein stets treuer Begleiter. Er versichert uns "aufhören werde ich nie".

Popularmusikalische Highlights gibt es bei uns zwar nicht wie Sand am Meer, aber definitiv sooft wie Stolpersteine in Coburg.

* Der Artikel entstand im Rahmen des P-Seminars "Coburg konkret". Die Schüler haben sich Themen gesucht, um mehr "gute Nachrichten" in Coburg zu veröffentlichen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren