Straßgiech

Christbaumsängerinnen ziehen vergnügt durch die Dörfer

Sind die Weihnachtsfeiertage vorbei, sind sie wieder in Straßgiech, Wiesengiech und Starkenschwind unterwegs, um die Christbäume in den Häusern der drei Ortschaften aufzusuchen und ihre Schönheit lobe...
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Die zwölf Christbaumsängerinnen stoßen mit einem Imker an.  Foto: Joseph Beck
Die zwölf Christbaumsängerinnen stoßen mit einem Imker an. Foto: Joseph Beck

Sind die Weihnachtsfeiertage vorbei, sind sie wieder in Straßgiech, Wiesengiech und Starkenschwind unterwegs, um die Christbäume in den Häusern der drei Ortschaften aufzusuchen und ihre Schönheit lobend zu besingen: die Christbaumsängerinnen. Das machen die zwölf Frauen (Männer sind nicht zugelassen) nun schon seit zehn Jahren und haben sich mit bunt dekorierten Brillen ausgestattet oder die eigenen geschmückt.

Es sind die Micha, Anja, zwei Melanies, Steffi, Jutta und Annette aus Starkenschwind, die Gundi, Daniela und Nadja aus Wiesengiech und die Alexandra und Claudia aus Straßgiech. Den Brauch hier in den Schäätzer Landen hat die Steffi ins Leben gerufen, der Ursprung soll aber aus dem Fichtelgebirge stammen. Die Sängerinnen üben jedes Jahr kurzfristig ein neues Lied ein, das sie vor den Christbäumen in den Häusern singen. Dabei loben sie diesen folgenderweise: "Der Christbaum ist die reinste Pracht, schön, wie ihr des immer macht!"

Heimliche Schnapsstrichliste

Im weiteren weisen sie aber auch auf ihre durstigen Kehlen hin und bitten um a Schnäpsla, wobei ihnen a Likörla noch lieber ist. Da die Besitzer mancher Häuser aber großzügig sind - sie müssen/dürfen natürlich mittrinken - und nochmals nachschenken, muss die Steffi - heimlich natürlich - eine Strichliste führen. Blamieren wollen sich die Christbaumsänger nämlich auf keinen Fall und den Brauch auch nicht in Verruf bringen.

Damit die aufgesuchten Wirtsleute keinen zu großen Umstand mit dem Geschirr haben, es sind ja immerhin zwölf standfeste Frauen, haben sie ihr Schnaps-Likör-stamperl gleich selbst mitgebracht. Es baumelt meist griffbereit an einer Schnur oder Kette um den Hals.

"Wir kommen wieder"

Diese Jahr singen sie übrigens nach der Melodie "Hark! The Herold Angels sing". Der Schluss ihres Liedes lautet aber immer gleich: "Wenn's uns schmeckt, dann is es klor: Wir kommen wieder nächstes Johr! Bis wir uns dann wiedersehn, soll's euch allen gut ergehn!" Diesem Wunsch "der Engel" ist nichts hinzuzufügen.

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