Höchstadt a. d. Aisch

Chor feiert und lässt sich feiern

Der Liederkranz Höchstadt begeht seinen 150. Geburtstag mit musikalischen Gästen in der Kulturfabrik.
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Irina Konjaev spornte den Chor zu Höchstleistungen an.
Irina Konjaev spornte den Chor zu Höchstleistungen an.
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Es war ein fröhliches Geburtstagsfest! Der Liederkranz Höchstadt, mit 150 Jahren nicht mehr ganz jung, feierte und ließ sich feiern. Beim Jubiläumskonzert in der Kulturfabrik blieb im Saal und auf der Galerie kein Stuhl mehr frei. Unter den Zuhörern waren auch etliche "special guests" und - sie hatten Geschenke für das Geburtstagskind mitgebracht.

Darunter sind natürlich auch die Kuverts zu verstehen, die Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und Landrat Alexander Tritthart (CSU) der Vorsitzenden Maria Amtmann überreichten. Noch viel mehr jedoch die musikalischen Geschenke, die dieses Konzert zu einem ganz besonderen Genuss machten. Die Sängerinnen und Sänger des Jubelchores durften auch einfach mal zuhören oder die flotten Rhythmen begeistert mitklatschen. Dazu gab es mehr als einmal Gelegenheit.

Da war zum einen die "Sonate für Violine und Klavier" des großen Meisters Georg Friedrich Händel. Das Brüderpaar Gabriel und Viktor Konjaev - jeder für sich ein Virtuose auf seinem Instrument, dem Klavier und der Violine - machten das Musikstück dem Liederkranz zum Geschenk.

"Händel macht glücklich. Seine Musik ist voll Jubel und Pracht, Feuer und Erhabenheit", fand Oskar Fuchs, der als Moderator durch den Nachmittag führte.

"Singen ist unser Leben" hatte der Jubelchor als Motto über das Konzert geschrieben. Traditionelle Chorsätze bildeten den stimmungsvollen Auftakt. Auf dem Weg zum Finale steigerten sich die Akteure kontinuierlich: Die Rhythmen wurden zunehmend flotter, die Musikstücke so, dass das Publikum begeistert mitging und die Stimmung ausgelassener wurde. Chorleiterin Irina Konjaev bezog durch Blickkontakt zum Zuschauerraum das Publikum mit ein. Schwung in den Saal brachte ein Potpourri bekannter Volkslieder - vom "Jäger aus Kurpfalz" bis zu "Muss i denn zum Städtele hinaus".

Stilbrüche sind spannend und belebend. So spannte sich der musikalische Bogen von Händel über Volkslieder bis hin zu Jazz. Eine ganz besondere Atmosphäre zauberten mit ihrer Musik die "Sax'n". Mit dem phonetisch gleich klingenden Bundesland im Osten Deutschlands haben die Höchstadter "Sax'n" allerdings nichts zu tun. Aus der Stadtkapelle heraus haben sich die Saxofonisten Georg Römer, Tanja und Johannes Schwägerl, Karin Böckl und Wolfgang Wagner zum Quintett zusammengefunden. Mit schwermütigen Klängen zogen vor allem ihre Tangos die Zuhörer in den Bann.

Aus Ungarn nach Amerika

Ein weiteres Highlight war die musikalische Reise des Jubelchores, die vom schönen "Ungarland" über die "Capri-Fischer" bis in den Wilden Westen von Amerika führte. Mit Feuer - und Tokaier - im Blut faszinierten die temperamentvollen Melodien vom Balkan ebenso wie die Romantik des Sonnenuntergangs auf Capri oder der Ritt über die Prärie. Die Chorleiter Irina und Gabriel Konjaev hatten dabei "die Zügel immer fest im Griff", wie Moderator Oskar Fuchs fand.

Dann übernahmen "Fisherman and friends" die Bühne und brachten den Saal zum Beben. Martin und Anette Oberle hatten sich mit den Vollblutmusikern Georg Haselbek (Klarinette) sowie Heinrich Filsner (mit seiner Tuba) zusammengetan. Ein Quartett vom Feinsten, das mit Stücken wie "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen" das Publikum begeisterte.

Ganz besonders viel Beifall konnte Heinrich Filsner mit einem Tuba-Solo einheimsen. Dass Martin Oberle die Melodien auch ohne seine geliebte Trompete - ausschließlich pfeifend - bewältigte, riss die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin.

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