Neudrossenfeld
Konzert

Chöre schenken Gästen erbauende Stunden

Die Konzerte des Gesangvereins Neuenreuth sind anders, ungewöhnlich in der Auswahl des Liedguts und der Interpretation. Der charismatische Chorleiter Manfred Bauriedel, gleichzeitig beredter Moderator...
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Männerchor des Gesangvereins Untersteinach überraschte mit großer Stimmkraft. Fotos: Horst Wunner
Der Männerchor des Gesangvereins Untersteinach überraschte mit großer Stimmkraft. Fotos: Horst Wunner
+1 Bild

Die Konzerte des Gesangvereins Neuenreuth sind anders, ungewöhnlich in der Auswahl des Liedguts und der Interpretation. Der charismatische Chorleiter Manfred Bauriedel, gleichzeitig beredter Moderator, hatte diesmal Vergnügliches und Schreckliches aus dem Umfeld der Liebe, der Untreue, des Frivolen und des Schmerzes gewählt.

Gesungen wurden Kompositionen aus mehreren Jahrhunderten. Zusammen mit dem Gastchor aus Untersteinach unter dem Dirigat von Heiner Beyer bereiteten die Aktiven den Zuhörern im Saal des "Bräuwercks" zwei unterhaltsame, nachdenkliche und erbauende Stunden.

Dabei erwies sich die heimische Sängerschar als gewohnt gut vorbereitet mit einer immensen Strahlkraft und einem umfassenden Klangspektrum. Ob Spott-, Tanz-, Abendlied oder Liebesballade, die Neuenreuther fühlten sich in jedem Genre wohl.

Als kleines Kunstwerk entpuppte sich "Der Jäger, der längs dem Weiher ging", linear-schlängelnd, in sich schlüssig und in heiterer Manier vorgetragen. Da passte jeder Ton, die schönen Wechsel von Frauen-und Männerstimmen vereinnahmten das Publikum vollends. Die Modulation hatte große Qualität. Und dann die fulminanten Schlussakkorde in dem Lied "Es hatt' ein Bauer ein schönes Weib" oder im ruhigen Fluss die gekonnte Intonierung eines Abschiedslieds.

Der gemischte Chor ist schon etwas besonderes, er hält das Niveau auf dem flachen Land hoch. Was auch die wunderschöne Wiedergabe der "Lindenwirtin" betonte und ebenso der vierstimmige Satz in "Wir kamen einst von Piemont", vom Dirigenten persönlich bearbeitet.

Eine positive Überraschung für jene, die den Männerchor des Gesangvereins Untersteinach noch nie oder länger nicht mehr gehört hatten: Er brillierte trotz der nur zehn Stimmen mit einer imponierenden Präsenz an Tonwucht, einer nicht für möglich gehaltenen Volumengröße und sprachlicher Präzision. Hinabgestiegen in die Tiefen des Basses vermochten die Herren im Lied "Das Kloster Grabow" von Carl Loewe die Naturgewalten in solch eindringlicher Intensität und Homogenität zu malen, dass diese Melodie zu einem weiteren Glanzpunkt gerierte.

Damit aber nicht genug: Der slawische Tanz "Cekolina" mit Helmut Beyer am Klavier setzte noch einen Akzent in südländischer, fast überbordender Sangeslust. So viel Temperament hätte man den Oberfranken nicht zugetraut. Dafür gab es sogar Jubelrufe im Saal.

Zwei Ehrungen

Wenn man so lange singt wie Hildegard Lange, ist ein solcher Liederabend der richtige Rahmen für eine Auszeichnung. Aus den Händen von Berthilde Zapf, der Vorsitzenden der Sängergruppe Thurnau-Kasendorf, bekam sie für 40 Jahre Singen im Chor Ehrennadel und Urkunde. Monika Pomper wurde für zehn Jahre im Neuenreuther Chor belohnt.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren