Forchheim
Brustkrebs

Chefarzt spricht über Diagnose und Therapie

Die schlechte Nachricht zum Thema Brustkrebs ist die Tatsache, dass im Schnitt jede neunte Frau einmal in ihrem Leben mit dieser Diagnose konfrontiert ist. ...
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Interessierte im Gespräch mit Stefan Weingärtler  Foto: Franka Struve
Interessierte im Gespräch mit Stefan Weingärtler Foto: Franka Struve
Die schlechte Nachricht zum Thema Brustkrebs ist die Tatsache, dass im Schnitt jede neunte Frau einmal in ihrem Leben mit dieser Diagnose konfrontiert ist. Die gute Nachricht ist, dass laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts die durchschnittliche Fünfjahresüberlebensrate in Deutschland 86 bis 90 Prozent beträgt, wenn der Krebs behandelt wird.
In seinem Vortrag "Brustkrebs - Diagnose und Therapie" referierte der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim, Stefan Weingärtler, vor einem gut gefüllten Konferenzsaal über die Entstehung von Brustkrebs und seine Behandlung.


Verhärtung im Gewebe

Das sogenannte Mammakarzinom entsteht in der Regel an den Brustdrüsen oder an den Milchgängen. Es tut nicht weh und wird von den Erkrankten manchmal erst bemerkt, wenn sie eine "murmelartige" Verhärtung im Brustgewebe ertasten können. Um auszuschließen, dass es sich nicht um eine gutartige Veränderung handelt, werden nach Ultraschall oder Mammografie Gewebeproben entnommen und auf Krebszellen untersucht. Als Nächstes muss der Facharzt herausfinden, wie groß der bösartige Tumor ausgebildet ist und ob er schon Metastasen gebildet hat, insbesondere ob die Lymphknoten im Achselbereich bereits befallen sind.


Erhebliche Nebenwirkungen

Je nach Einteilung des Mammakarzinoms in verschiedene Kategorien variiert die Behandlung von operativer Entfernung des betroffenen Gewebes über Strahlentherapie bis hin zu systemischen Therapien, die über die Blutbahn eingeführt werden und deshalb alle Körperbereiche betreffen.
Zu diesen systemischen Therapien zählen die Chemotherapie mit erheblichen Nebenwirkungen, die Antikörpertherapie mit dem Antikörper Trastuzumab und die Hormontherapie. Je nach Tumorart wird in der Regel eine Kombination der verschiedenen Methoden empfohlen. Im Vergleich zu früheren Vorgehensweisen wird heute die Brust in den meisten Fällen erhalten. Seit 1990 sind bereits viele innovative und erfolgreiche Arzneimittel auf den Markt gekommen, so dass die Diagnose Brustkrebs einen Teil ihres Schreckens verloren hat. Im Anschluss an den Vortrag hatten die meist weiblichen Zuhörer Gelegenheit zum Fragenstellen.
Eine Besucherin fragte, ob es eine Alternative zur Mammographie gebe, bei der die Brust zwischen dem Objekttisch und einer Plexiglasplatte eingeklemmt sei. Weingärtler verwies auf die Option einer Magnet-Resonanz-Mammografie.
Die Vortragsreihe des Vereins zur Förderung und Unterstützung des Klinikums Forchheim e.V. bietet in diesem Jahr sieben medizinische Fachvorträge an: Am 23. Oktober spricht der Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Forchheim, Bernhard Drummer, über "Leistenbruch und Co".

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