Strullendorf
Gemeinderat

Chance auf eine Bahnbrücke im Süden

Anders als zum Beispiel Altendorf, wo unter anderem eine Hälfte eines Doppelhauses abgerissen werden soll, kommt Strullendorf beim viergleisigen Ausbau der ...
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Anders als zum Beispiel Altendorf, wo unter anderem eine Hälfte eines Doppelhauses abgerissen werden soll, kommt Strullendorf beim viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke für den ICE vergleichsweise glimpflich davon. Die zwei neuen Gleise werden laut Bürgermeister Wolfgang Desel auf der "Kanalseite" drangebaut und da stehen keine Wohnhäuser im Wege.
Dessen ungeachtet hat Strullendorf den kürzlichen Anhörungstermin genutzt, die kommunalen Forderungen an den Neubau auch verbal zu bekräftigen und um Berücksichtigung zu bitten. In seinem Bericht gegenüber dem Gemeinderat verblüffte Desel mit der Information, dass die Bahnvertreter bei der Gelegenheit geäußert hätten, die Bahnbrücke für die Südanbindung des Gewerbegebietes würde von der Bahn gebaut.
Wenn dabei die von der Gemeinde entwickelten Pläne verwendet werden und eine praktikable, finanziell günstige "Kreuzungsvereinbarung" getroffen wird, hätte Strullendorf wohl nichts dagegen, wenn die Bahn das Projekt stemmt. Bisher habe er aber noch keine Kreuzungsvereinbarung unterzeichnet, betonte der Bürgermeister. Man wartet nun auf die Stellungnahmen der Bahn zu den zahlreichen Einwänden.
Wichtig für Strullendorf sind die barrierefreie Ausgestaltung des Haltepunkts und die Fertigstellung der Südanbindung des westlichen Gewerbegebietes vor der für 2020 angekündigten Auflassung der Stockweg-Querung des Schienenstrangs. Aufpassen müsse man auch beim Durchlass für den Zeegenbach, damit hier auch beim 100-jährigen Hochwasser keine Überschwemmungsgefahr für das umgebende Gewerbegebiet entsteht, sagte Desel.


Rigoroses Vorgehen

Darüber hinaus achtet die Gemeinde auf die sachgerechte Einordnung von Wohn- und Mischgebieten, weil hier die Bahn gerne die Variante wählt, bei der ihr geringere Kosten für den passiven Lärmschutz (z. B. neue Fenster an Wohnhäusern) entstehen werden. Dabei geht die Bahn rigoros vor, wie Desel anhand von vier unmittelbar benachbarten Wohnhäusern aufzeigte: Bei den vor 1996 errichteten will sie den Lärmschutz übernehmen, bei den anderen keinen, weil die gebaut wurden, nachdem die Planung des Streckenneubaus bekannt war.
Immerhin freut sich der Bürgermeister, dass die Gemeinde nun wohl doch ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der zu errichtenden Lärmschutzwände bekommen soll. Strullendorf wünscht mehr transparente Wände und nicht nur solche aus Aluminiumblech. Andreas Kehl (NL) fand es "erschreckend", wie sich die Repräsentanten der Bahn auf die Emissionswerte zurückgezogen haben, die vor 1996 galten. Außerdem kritisierte Kehl, dass Betroffene jetzt den Informationspunkt in Forchheim aufsuchen müssten, um die Stellungnahmen der Bahn-Planer zu den Einwendungen kennenzulernen.
"Jeder muss versuchen, das Beste draus zu machen," stellte Georg Dresel (CSU) fest und gab zu bedenken, dass die Bahn jetzt keinen Slalom-Kurs durch die Gemeinden im Regnitztal planen könne.
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