Steinwiesen
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Chalet Dörnach

Zur Berichterstattung über Chalets in Steinwiesen und die Flößerei in Wallenfels: Zukunftspessimismus im Oberen Rodachtal? Zwei der drei Gemeinden, die sich zu diesem Zweckbündnis zusammengeschlossen ...
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Zur Berichterstattung über Chalets in Steinwiesen und die Flößerei in Wallenfels: Zukunftspessimismus im Oberen Rodachtal? Zwei der drei Gemeinden, die sich zu diesem Zweckbündnis zusammengeschlossen haben, diskutieren Themen, die die touristische Zukunft dieser Landkreisregion wesentlich beeinflussen könnten. Nordhalben, die Dritte im Bunde, thront im wahrsten Sinne des Wortes über den ungelösten Problemen der Nachbargemeinden Steinwiesen und Wallenfels. Denn ihre Projekte (Film- und Künstlergemeinde, Nordhalben leuchtet u.a.) sorgen für Beachtung über den Gemeindegrenzen hinaus.

Wallenfels dagegen hätte gern ein Wasserreservoir, wie es in Form der Ködeltalsperre den Nordhalbenern zu Füßen liegt. Denn von einem, zugegeben kleineren Wasserrückhaltebecken ist die Zukunft der Flößerei abhängig. Der Hitzerekordsommer hat nun die Wallenfelser auf ein dringend zu lösendes Problem aufmerksam gemacht, dass in der Vergangenheit von Jahr zu Jahr verschoben wurde. Sicherlich auch deswegen, weil die Problemlösung nicht gerade einfach ist. Umweltbedenken, jetzt erst wieder vorgetragen vom Bund Naturschutz, sind wohl der stärkste Hemmschuh für eine positive Entwicklung in dieser Frage. Ungeachtet dessen muss sogar davon ausgegangen werden, dass der Klimawandel langfristig wohl eine touristische Nutzung solcher Flüsse wie die der Wilden Rodach kaum mehr zulässt. Denn wo soll das Wasser in den zunehmend schnee- und regenärmeren Jahren herkommen, das das Rückhaltebecken fluten soll? Eine nachhaltige Strategie wäre vielleicht die unserer Vorfahren, die mit zahlreichen kleineren Floßteichen (hier am Oberlauf der Wilden Rodach) eine Wasserstandsregulierung betrieben.

Steinwiesen hat ein ganz anderes Problem. Man könnte sogar von einem Luxusproblem sprechen. Sie stehen vor der Frage, ob sie so genannte "Chalets", also Unterkünfte des gehobenen Bedarfs, in ein Landschaftsschutzgebiet bauen lassen sollen. Andere Regionen Europas sind mit diesem Konzept, vermutlich außerhalb von Landschaftsschutzgebieten, bereits erfolgreich. Wird Steinwiesen, so fragt man sich, wenn dieses Geschäftsmodell einheimischer Investoren nicht umgesetzt wird, vom Tourismusgeschäft "links liegen gelassen"? Tatsache ist, dass die gastronomische Infrastruktur des südlichen Frankenwaldes mit Regionen wie der Fränkischen Schweiz und des Bayerischen Waldes nicht mithalten kann. Die Wellness-Ansprüche der Urlauber sind inzwischen gewaltig gestiegen. Und wohin die Marke "billigster Urlaubsort Deutschlands" führen kann, hat in der Vergangenheit der wirtschaftliche Notstand des Aparthotels Steinwiesen gezeigt. Das ist nun durch die qualitative Tatkraft der neuen Besitzerfamilie überwunden.

Ein Scheitern des Feriendorfprojektes wäre für den Frankenwald eventuell fatal, weshalb in der Gastwirtschaft eines angedachten Alternativstandortes eine Bewerbung schon heftig diskutiert wird. Die Alternative zum Mühlberg in Steinweisen könnte Dörnach bei Wallenfels sein. Auch hier stünde auf den Höhen des Frankenwaldes ein Areal mit Fernsicht zur Verfügung. Und dieses ist im Gegensatz zum Steinwiesener Vorschlag bereits infrastrukturell erschlossen: Chalet Dörnach!

Hans Götz Friesen

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