Herzogenaurach

Carl Platz hielt die Festrede

Im Herbst 1953 wurde das Schulhaus in Herzogenaurach eingeweiht, das später den Namen "Carl-Platz-Schule" erhielt. Heute, gut 65 Jahre später, erfolgt die feierliche Eröffnung eines großen Erweiterungsbaus.
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Die Herzogenauracher Volksschule als Postkartenmotiv in den 50er Jahren  Foto: FT-Archiv
Die Herzogenauracher Volksschule als Postkartenmotiv in den 50er Jahren Foto: FT-Archiv
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Bernhard Panzer Es war ein Sonntag im Mai des Jahres 1952, als sich die Bevölkerung in einem Festzug vom Rathaus auf dem Marktplatz hinüber zum Wiwaweiher begab. Dort galt es, ein besonderes Ereignis würdig zu begehen. Denn schließlich stand der Bau einer Schule bevor. Es erfolgte an diesem 25. Mai zwar nur die Grundsteinlegung für das Schulhaus, doch ganz bewusst war die gesamte Bevölkerung eingeladen, zuzüglich der Bürger aus den Schulsprengelgemeinden Burgstall und Falkendorf.

Der Weiheakt wurde von der Feuerwehrkapelle musikalisch begleitet, ebenso gesanglich vom Volkschor, Liederkranz und Werkvolk. Auch ein Mädchenchor der Mädchenschule am Kirchenplatz trat auf. Zum feierlichen Akt kam aus München der Ministerialdirektor Carl Platz angereist. Nach ihm wurde die Schule später benannt und trägt noch heute seinen Namen.

Der Oberbayer Carl Platz hatte sich besonders in den Nachkriegsjahren für den Aufbau der Stadt Herzogenaurach eingesetzt. Und für diese Verdienste auch die Ehrenbürgerwürde der Stadt erhalten. "Immer dann, wenn Herzogenaurach eine besondere Sorge hatte - und das war recht oft der Fall - sprang Carl Platz helfend und beratend ein", schrieb der FT anlässlich des 70. Geburtstags des Ehrenbürgers. Vor allem beim Schulbau habe er sich sehr eingesetzt.

Die Freundschaft zu Herzogenaurach datierte aus jenen Tagen, als der Ministerialdirektor bei der Regierung von Ober- und Mittelfranken in Ansbach seinen Dienst versah, wie es in dem Bericht weiter heißt. Sie erhärtete sich, als Platz zum Vizepräsident der neu geschaffenen Regierung von Oberfranken in Bayreuth ernannt wurde. Später war der Mann aus Bad Tölz dann der höchste Beamte des Bayerischen Staatsministeriums des Innern.

Gut eineinviertel Jahre nach der Grundsteinlegung konnte die Bevölkerung erneut eingeladen werden: Am 12. September 1953 fand die Einweihungsfeier der neuen Volksschule statt. Auch da gab es einen Festzug, auch da war Direktor Platz zugegen und hielt die Festansprache. Feuerwehrkapelle, Mädchenchor und Knabenchor sorgten für die die musikalische Umrahmung. Die Weihe fand durch Stadtpfarrer Ritter statt, die Gedenktafel enthüllte Bürgermeister Hans Maier mit den Gästen.

Zeitsprung, es ist Dezember 2018. Auch jetzt ist wieder eine Feierlichkeit angesagt, wenn auch intern. Einen Festzug für die Öffentlichkeit wird es 65 Jahre später, der heutigen Zeit entsprechend, deshalb freilich nicht geben. Aber würdig begangen wird die Fertigstellung des Erweiterungsbaus der Carl-Platz-Schule, also des neuen "Pavillons", dennoch. Vorgesehen sind kurze Festreden, die Segnung der neuen Räume und die Schlüsselübergabe. Außerdem wird es bunte Darbietungen der Schülerinnen und Schüler geben. Die Feier für geladene Gäste ist am heutigen Freitag.



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