Thundorf
Vereinsleben

Bußgelder für Plakatwerbung sorgen für jede Menge Frust beim TSV

35 Euro Bußgeld muss der TSV Thundorf wegen wilden Plakatierens in Burglauer bezahlen. Noch teurer war der Bußgeldbescheid, den der Verein von privater Seite aus dem Landkreis Schweinfurt erhalten hat...
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35 Euro Bußgeld muss der TSV Thundorf wegen wilden Plakatierens in Burglauer bezahlen. Noch teurer war der Bußgeldbescheid, den der Verein von privater Seite aus dem Landkreis Schweinfurt erhalten hat: 150 Euro, weil in einer dortigen Gemeinde ein anderes Plakat überklebt worden war; dessen Veranstaltung allerdings, so der TSV Thundorf, sei bereits 14 Tage abgelaufen gewesen, ehe es unter der Thundorfer Werbung verschwand. Sachbeschädigung war den Thundorfer Sportlern vorgeworfen worden - "eine Realität, die jedem den Spaß an der Ausübung des Ehrenamtes gehörig vermiest und nur noch frustriert", so TSV-Mitglied-Philipp Bauernschubert. Beim TSV Thundorf ist man bis heute richtig angesäuert über die beiden Zahlbescheide, bestätigt Vorsitzender Dieter Büchner. Es gehe nicht nur ihm so, sondern dem gesamten Vorstand. Man habe zum 50-jährigen Vereinsjubiläum der gesamten Region ein besonderes Festprogramm bieten wollen. Aber wie solle man ein Fest bewerben, wenn solche Hindernisse und Kosten auferlegt werden, fragen sich die Vereinsfunktionäre.

Verwiesen wird darauf, dass auch in Thundorf immer wieder auswärtige Vereine Werbung machen. Man hätte, so die Meinung, das Plakat abnehmen können. "Der TSV Thundorf hätte sicherlich keinen Schadensersatz für das Plakat gefordert", so Philipp Bauernschubert. Dieter Büchner spricht gerade beim Bußgeld, das von der Gemeinde Burglauer verhängt wurde, von einer Bereicherung auf Kosten von Vereinen. Für ihn ist das ein Armutszeugnis.

Hinweis auf Verordnung

35 Euro Bußgeld hat die Gemeinde Burglauer verlangt. Der dortige Bürgermeister Kurt Back hat den Vorgang sogar im Bild vorliegen und sieht seine Gemeinde absolut auf rechtlich sicherer Seite. Der TSV Thundorf habe in Burglauer seine Plakate an Laternen gehängt und das ist dort verboten, erklärt er auf Anfrage.

Kurt Back verweist auf die örtliche Plakatierungsverordnung, die es seit Jahren im Dorf gebe. Jeder Verein, egal ob aus Burglauer oder von auswärts, könne auf zwei Plakattafeln im Dorf für seine Feste werben. Diese Tafeln seien aufgestellt worden, um wildes Plakatieren zu verhindern. Sie befinden sich am Bauhof und in der Dorfmitte nahe dem Lebensmittelgeschäft. Einzige Voraussetzung für das Plakatieren dort: Vereine müssen ihre Werbung auch selbst wieder entfernen, spätestens vier Tage nach Ende der angekündigten Veranstaltung. Das wird in Burglauer auch kontrolliert. Wer das vergisst, muss ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen. Die Erfahrungen mit dieser Praxis sind positiv, erklärt der Bürgermeister.

Plakatwände gibt es übrigens auch in allen drei Thundorfer Gemeindeteilen, um wildes Plakatieren zu verhindern. In Burglauer haben sie die TSV-Helfer aus Thundorf wohl übersehen.

Für Dieter Büchner spielt das keine Rolle mehr. Er für seine Person hat beschlossen, seine ehrenamtlichen Tätigkeiten zurückzufahren. Nochmals will er im nächsten Jahr nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidieren. Jeder Verein kämpfe ums Überleben. Solche Bußgelder würden das Problem noch verstärken, meint er.

Der TSV Thundorf hat zudem das Problem bei der Jubiläumsfeier auch Landrat Thomas Bold geschildert. Dieser habe versprochen, das leidige Thema im Kreis seiner Landratskollegen anzusprechen, so Dieter Büchner.

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