Seßlach

Buslinie bis nach Merlach?

Die Verwaltung soll prüfen, ob in Seßlach ein Bürgerbus gewünscht und machbar wäre. Finanziell liegt die Stadt zur Jahresmitte im Plus, auch, weil sie mehr Bauplätze verkaufen kann als erwartet.
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Das Feuerwehrgerätehaus soll im Zug der Dorferneuerung als Teil des Gemeindehauses umgestaltet werden. Nun muss geprüft werden, wo in Merlach ein neues Gerätehaus errichtet werden kann. Foto: Simone Bastian
Das Feuerwehrgerätehaus soll im Zug der Dorferneuerung als Teil des Gemeindehauses umgestaltet werden. Nun muss geprüft werden, wo in Merlach ein neues Gerätehaus errichtet werden kann. Foto: Simone Bastian

Die Stadt soll, wenn möglich, vom Landes-Förderprogramm "Bürgerbus" profitieren. Darauf einigte sich der Seßlacher Stadtrat in der Sitzung am Dienstagabend. Der "Bürgerbus" als solcher ist damit aber noch nicht beschlossene Sache - erst einmal soll geprüft werden, was es kostet, ob sich genug ehrenamtliche Fahrer finden und was der Landkreis zu dem Vorhaben sagt. Auch die Bürger sollen im Herbst in den Bürgerversammlungen gefragt werden, ob für ein solches Angebot überhaupt Bedarf besteht.

Eingebracht hatte den Vorschlag Berthold Borczyk (Freie Wähler/Bürgerblock). Er hatte sogar schon einen möglichen Fahrplan entworfen und sich kundig gemacht, was zwei Kleinbusse kosten würden. Allerdings nur, wie er betonte, um eine Diskussionsgrundlage zu haben. "Um ins Förderprogramm zu kommen, müssen wir auf 15 000 Kilometer im Jahr kommen." Deshalb habe er überlegt, wie die Linienführung aussehen könnte, und kam auf 15 600 Kilometer bei drei Linien bis Merlach, Setzelsdorf und Lechenroth.

Der Bürgerbus soll es den Bewohnern der Stadtteile ermöglichen, in die Stadt zum Einkaufen, zum Arzt oder für andere Erledigungen zu kommen. Die CSU-Fraktion tat sich mit einer Zustimmung jedoch schwer: Manfred Eichler wollte "erstmal Fakten", Klaus Gropp hören, was die Bürger zu der Idee sagen. Carsten Höllein (SPD) regte an, nicht nur die Senioren als Zielgruppe zu sehen, sondern - zumindest während der Ferien - auch Kinder und Jugendliche, die zur Freizeitanlage Autenhausen fahren könnten. Gudrun Jöchner (FW) schlug vor, im Amtsblatt allgemein über das Vorhaben zu informieren und einen Aufruf für ehrenamtliche Fahrer zu starten.

Dass Ehrenamtliche den Fahrdienst übernehmen, ist eine weitere Voraussetzung für die Aufnahme ins Förderprogramm. Und: Der Antrag muss bis 30. September gestellt sein. Das soll die Verwaltung nun tun, gleichzeitig soll sie abklären, was alles erforderlich ist und welche Kosten zu erwarten sind. Außerdem soll die Linienplanung auf das ÖPNV-Angebot des Landkreises abgestimmt werden. Dann wird das Thema dem Stadtrat erneut vorgelegt. Auf dieses Vorgehen konnten sich dann alle Ratsmitglieder einigen.

Auch der Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft "Fahrradfreundliche Kommunen Bayern" wird zumindest geprüft. Das hatte Carsten Höllein angeregt. Von einer Mitgliedschaft verspricht er sich Hilfestellung beim weiteren radfahrerfreundlichen Ausbau des Stadtgebiets. Allerdings werden viele der Radwege vom Landkreis betreut, und der ist schon Mitglied der Arbeitsgemeinschaft. Deshalb soll auch hier geklärt werden, ob die Mitgliedschaft mit 1000 Euro Jahresbeitrag notwendig ist.

Finanziell gesehen steht Seßlach besser da als erwartet: Der zu erwartende Überschuss steigt um knapp 200 000 Euro auf 401 000 Euro an und soll der Rücklage zugeführt werden.

Das Geld werde in den nächsten beiden Jahren gebraucht, um die laufenden Baumaßnahmen zu finanzieren, sagte Kämmerer Fabian Leppert. Die Mehreinnahmen im laufenden Jahr ergeben sich vor allem aus Bauplatzverkäufen im Baugebiet Lindachsteig.

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