Kulmbach
Gericht

Busfahrer ein blaues Auge verpassst

Im August 2018 musste ein Busfahrer am Kulmbacher Bahnhof Schläge einstecken. Unter anderem bekam er eine Faust aufs Auge. Jetzt wurde der Vorfall vor dem Kulmbacher Amtsgericht verhandelt. Ein 31-jäh...
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Im August 2018 musste ein Busfahrer am Kulmbacher Bahnhof Schläge einstecken. Unter anderem bekam er eine Faust aufs Auge. Jetzt wurde der Vorfall vor dem Kulmbacher Amtsgericht verhandelt.

Ein 31-jähriger Plauener war damals in den Bus nach Kulmbach eingestiegen, wollte aber an der Endstation partout nicht aussteigen. Nach einigem Zureden verließ er den Bus dann doch, um kurz darauf vorne wieder einzusteigen und ohne ersichtlichen Grund den Fahrer zu attackieren.

"Ich fühlte mich provoziert", erklärte der Angeklagte am Donnerstag in der Gerichtsverhandlung und verwies auf schwere Depressionen und traumatische Belastungsstörungen, unter denen er leide. Er sei deswegen auch in ärztlicher Behandlung. Zudem habe er zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss gestanden, was seine Aggressivität noch gesteigert habe.

Vor Gericht musste er sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Im Vorfeld hatte er sich bereits beim Geschädigten entschuldigt und mit ihm einen Vergleich verhandelt.

In einem sogenannten Adhäsionsverfahren wurde entschieden, dass der Angeklagte dem Geschädigten 400 Euro in Raten zu bezahlen hat. Der Busfahrer hatte ein Hämatom am Unterarm und ein blaues Auge davon getragen. Außerdem ging seine Sonnenbrille kaputt.

Aufgrund seiners elf Einträge umfassenden Vorstrafenregisters verurteilte Richterin Sieglinde Tettmann den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, auszusetzen zur Bewährung, beantragt.

"Es gibt sicher gute Argumente für eine Freiheitsstrafe", erklärte Richterin Tettmann ihre Entscheidung. Allerdings würden die einschlägigen Vorstrafen zehn Jahre zurückliegen.

Unter Belsatungsdruck

"Natürlich geht es nicht, dass man jemanden, den man nicht kennt, einfach schlägt, weil man sich nicht wohl fühlt, das weiß der Angeklagte auch", sagte sie. Man müsse allerdings berücksichtigen, dass der Angeklagte krank sei und zum Tatzeitpunkt unter Belastungsdruck und unter Alkoholeinfluss gestanden habe. "Ich rate an, dieses Aggressionspotenzial unter Alkoholeinfluss in einer Therapiesitzung nochmals zu thematisieren, damit der Angeklagte nicht in alte Verhaltensmuster fällt."

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