Sanspareil
saisonstart

Burg Zwernitz erwacht aus dem Winterschlaf

Ritterrüstungen abstauben, Blumen pflanzen und Burghof kehren - auf der Burg Zwernitz in Sanspareil laufen die Vorbereitungen für den Saisonstart am Dienstag, 2. April, auf Hochtouren. "Wir haben scho...
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Frühlingsvorbereitungen bei Schneeregen: Gärtner Günther Weggel pflanzt Stiefmütterchen im Barockgarten. Fotos: Adriane Lochner
Frühlingsvorbereitungen bei Schneeregen: Gärtner Günther Weggel pflanzt Stiefmütterchen im Barockgarten. Fotos: Adriane Lochner
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Ritterrüstungen abstauben, Blumen pflanzen und Burghof kehren - auf der Burg Zwernitz in Sanspareil laufen die Vorbereitungen für den Saisonstart am Dienstag, 2. April, auf Hochtouren. "Wir haben schon vor Wochen angefangen", sagt Kastellan Günther Schwarzott. Denn mit Aufsperren allein ist es nicht getan. Den Winter über werden Exponate wie Ölgemälde, Waffen sowie altertümliche Möbelstücke abgedeckt und Heizplatten aufgestellt, damit die Temperaturen nicht in den Minusbereich fallen - bei Frost könnten die Ausstellungsstücke Schaden nehmen. Die vielen Tücher und Decken nehmen die Museumsmitarbeiter nun ab und rücken alles wieder an den richtigen Platz. Kehren und putzen ist an der Tagesordnung, von den Vitrinen mit den archäologischen Funden über den Ritterraum und die Jagdausstellung bis hin zu Aussichtsturm und Steinsaal.

Vor allem die beiden Sanspareiler Gärtner hatten in den vergangenen Monaten viel zu tun. Zusätzlich zu ihren regulären Aufgaben mussten Rainer Hofmann und Günther Weggel das Chaos beseitigen, das Sturm Fabienne vergangenen Herbst im Felsengarten angerichtet hat. 15 Bäume waren umgebrochen und zahlreiche Wege durch Astmaterial versperrt. "Wir haben bisher 100 Ster Holz aufgearbeitet" berichtet Hofmann. Pünktlich zum Saisonstart sind die Wege nun wieder begehbar, lediglich der Aufgang zum Belvederefelsen ist noch gesperrt. Zu den Aufgaben der Gärtner gehört auch die saisonale Bepflanzung des Barockgartens aus dem 18. Jahrhundert.

Die Anlage zwischen Schlosscafé und Morgenländischem Bau wurde in den 1980er Jahren anhand eines Kupferstichs rekonstruiert. Die Blumenbeete wurden in Form von symmetrischen Ornamenten angelegt, die den barocken Stickmustern nachempfunden sind. "Solche Gärten galten zur Markgrafenzeit als Prestigeobjekte, ähnlich wie heutzutage ein teures Auto", erklärt Kastellan Schwarzott.

Eine tierische Besonderheit auf Burg Zwernitz ist der Turmfalkenkasten. Auch er wird beim Frühjahrsputz gereinigt und mit frischen Holzspänen befüllt. Denn die Sommergäste warten schon, das Turmfalkenpärchen ist aus seinem Winterquartier zurückgekehrt und wird im April anfangen zu brüten. Den Nachwuchs können Besucher auch dieses Jahr wieder mittels Liveübertragung in der Burgkasse beobachten.

Für historisch interessierte Besucher finden einmal im Monat Themenführungen statt, abwechselnd durch Burg und Felsengarten. Die erste mit dem Titel "Vom Burgtor bis zum Bergfried" wird am Sonntag, 28. April, angeboten. red

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