Heiligenstadt

Bunt und fröhlich

Die Mitglieder des Gartenbauvereins Heiligenstadt lieben die Natur und Traditionen. Sie verschönern nicht nur ihre eigenen Gärten, sondern bringen sich vielfältig im Gemeindeleben ein.
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Geerntetes Gemüse am Brunnen in Heiligenstadt 2017  Fotos: privat
Geerntetes Gemüse am Brunnen in Heiligenstadt 2017 Fotos: privat
"Wir wollen, dass unsere Gemeinde bunt und fröhlich ist und dass der wunderschöne Blumenschmuck erhalten bleibt", sagt Gertrud Hübschmann, Vorsitzende des Gartenbauvereins der Marktgemeinde Heiligenstadt. Und damit ist das Ziel des Vereins schon bestens erklärt.
Befragt man nun die Mitglieder des Vereins, so stellt sich schnell heraus, dass man es mit Menschen zu tun hat, die die Natur und Traditionen lieben und sich für diese und ihre Mitmenschen stark machen. Damit sich alle an Blumen erfreuen können, bepflanzen die Vereinsmitglieder Weidenkörbe am Marktplatz und an Brückengeländern und pflegen diese. Die Blumen werden in den örtlichen Blumengeschäften gekauft.


Blumenschmuckwettbewerb

Und sie schreiben jedes Jahr einen Blumenschmuckwettbewerb aus, um Bürger zu animieren, ihre Grundstücke schön zu gestalten. "Manche schmücken sogar ihre Garage oder ihre Auffahrt", erzählt die Vereinsvorsitzende. Das bedeutet für die Vereinsmitglieder, dass sie ab Mitte Juni ausschwärmen und besonderen Blumenschmuck fotografieren. "Da haben wir manchmal sogar eine Stehleiter dabei, damit wir einen Balkon besser fotografieren können", sagt Gertrud Hübschmann und lacht. "Oder wir klingeln und fragen, ob die Besitzer den Schlepper oder das Auto wegfahren, damit das Bild besser wird", ergänzt Lydia Bauer. "Und ich komme immer an ein Haus mit tollem Blumenschmuck, aber da steht immer eine offene Wäschespinne", erzählt Christiane Schmidt.
Wenn die Marktgemeinde durchforstet ist, treffen sich die Bildermacher im Vereinsheim der Freiwilligen Feuerwehr Zoggendorf. Etwa 400 Bilder müssen begutachtet und etwa 40 ausgewählt werden. "Wir schauen, dass aus jeder Ortschaft Blumenschmuck prämiert wird", erklärt Gertrud Hübschmann. Ein Teil der Gewinner sind Nichtmitglieder - es zählt der schöne Blumenschmuck. Für die Sieger gibt es eine Urkunde mit Bild ihres Blumenschmucks, Blumen und einen Verzehrgutschein.


Ausflüge zu schönen Plätzchen

Neben den Blumen ist auch das Genießen sehr wichtig. "Wir machen jedes Jahr eine Tagesfahrt mit Brotzeit, Kaffee und Gebäck", erzählt Christiane Schmidt. Jeder Ausflügler bringt seine Kaffeetasse mit. "Wir suchen erst ein lauschiges Plätzchen und packen dann unsere Bierzeltgarnituren und Tischdecken aus. Für ein schönes Plätzchen fahren wir schon mal eine Runde mehr", berichtet die Vorsitzende.
Auch hier dürfen Nichtmitglieder teilnehmen. "Da haben uns sogar mal Touristen begleitet, die in Heiligenstadt zu Gast waren", erinnert sich Christiane Schmidt und erzählt weiter von der jährlichen Vogelstimmenwanderung, bei der es um 6 Uhr in der Früh losgeht. "Bei jeder Wanderung lernt man eine Vogelstimme mehr kennen. Aber wir schauen uns alles in der Natur an. Auch Schnecken und Kröten", sagt Christiane Schmidt. Und danach gibt es Frühstück. "Ohne Essen geht bei uns nix", so Gertrud Hübschmann.


Baumschnittkurs

Der Verein bietet auch einen Baumschnittkurs an. "Da bin ich immer wieder erstaunt, was man alles wegschneiden muss", meint Christiane Schmidt und verrät, dass es sich beim "Baumfrisör" um den ehemaligen Vorsitzenden Reinhold Ott handelt. Christiane Schmidt schwärmt von dessen Wissen.
Der Verein beteiligt sich am Ferienprogramm und organisiert Vorträge und Kochkurse. "Da gab es Themen wie Hochbeete erstellen oder urbanes Gärtnern in Töpfen", erzählt Gertrud Hübschmann. Beim Kochen ging es schon mal um alte Gemüsesorten oder Kochen nach Hildegard von Bingen. Am Weihnachtsmarkt verkaufen die Vereinsmitglieder Selbstgemachtes und bieten "die besten Apfelküchla" der Region an.
"Und ganz wichtig ist uns, dass wir unseren Mitgliedern zu runden Geburtstagen ab 50 gratulieren. Die bekommen dann einen schönen Blumenstrauß", berichtet die Vorsitzende. Und Christiane Schmidt ergänzt, dass früher die Männer in den Verein eingetreten sind, aber die Frauen die Arbeit machten. Die Männer werden dann für langjährige Mitgliedschaft geehrt, obwohl sie nur den finanziellen Beitrag leisteten. "Das war halt früher so, denn die Männer verdienten das Geld", meint Gertrud Hübschmann.
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