Bad Kissingen
Energie

Bundestagsabgeordnete protestieren gegen Stromtrassen

Gemeinsam für die Region: Im Kampf gegen den Bau weiterer Wechselstromleitungen haben die Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber (CSU, Schweinfurt) und Dorothee Bär (CSU, Bad Kissingen, Haßberge, ...
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Gemeinsam für die Region: Im Kampf gegen den Bau weiterer Wechselstromleitungen haben die Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber (CSU, Schweinfurt) und Dorothee Bär (CSU, Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld) nochmals die Initiative ergriffen und ein Protestschreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sowie den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verfasst.

Bedarf in Fragen gestellt

Darin intervenieren sie vehement gegen die Bestrebungen, die geplanten Wechselstromleitungen P43 aus Hessen sowie P44 aus Thüringen mit Endpunkt in Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld zu errichten und stellen den Bedarf beider Maßnahmen erneut in Frage, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Derzeit finden Verhandlungen zwischen Bundeswirtschaftsminister Altmaier und seinem Amtskollegen aus Bayern, Hubert Aiwanger, sowie den Energieministern aus Hessen und Thüringen statt. Dabei soll auf Ministerebene eine abschließende Entscheidung zu P43 und P44 getroffen werden.

"Neben dem bereits in Planung befindlichen Gleichstromprojekt Südlink, das in Bergrheinfeld endet, könnte es am Ende so kommen, dass auch die beiden Wechselstromleitungen P43 und P44 unsere Region durchqueren und im Raum Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld enden. Das lehnen wir entschieden ab", protestieren Anja Weisgerber und Dorothee Bär. Bereits seit 2014 führen die Abgeordneten unzählige Gespräche und Schriftwechsel mit den zuständigen Ministerien und Behörden.

Bär und Weisgerber betonen in der Meldung weiter, dass beim Netzausbau darauf geachtet werden müsse, die gesamte Last auf mehrere Schultern zu verteilen: "Würden alle Maßnahmen am Netzknoten Bergrheinfeld und Grafenrheinfeld wie geplant verwirklicht, wäre ein Viertel der Stromlast Deutschlands an einem Punkt gebündelt. Dies ist schon aus Gründen der Sicherheit und zuverlässigen Energieversorgung abzulehnen." Bereits jetzt treffen am Netzknoten sieben Höchst- und Hochspannungsleitungen sowie zahlreiche weitere Leitungen aus allen Richtungen aufeinander. Folglich durchqueren rund 170 Strommasten aller Spannungsebenen alleine das Gebiet der Gemeinde Bergrheinfeld.

Die Regierungskoalition hat bereits im Juli 2015 festgelegt, dass für die beiden Leitungen P43 und P44 neue Endpunkte gesucht werden, die eine Führung in einer bereits vorhandenen Trasse sowie eine Entlastung des Netzknotens um Grafenrheinfeld ermöglichen. "Dieses Versprechen muss auch eingehalten werden", fordern die beiden Bundestagsabgeordneten in der Meldung weiter. Bei den ursprünglich geplanten Wechselstromleitungen P43 und P44 würde es sich um den Neubau von Freileitungen in komplett neuer Trasse handeln.

"Wir wollen, dass die Energiewende vorankommt. Aber wir pochen darauf, dass die Region tatsächlich von den Maßnahmen P43 und P44 - bei denen es sich im Vergleich zu den Alternativen um einen kompletten Neubau in neuer Trasse handelt - entlastet wird. Die Entscheidung liegt jetzt in der Hand der Minister", so Bär und Weisgerber abschließend. Deshalb haben die beiden Abgeordneten die Argumente aus der Region nochmal an die Minister herangetragen. red

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