Ebermannstadt

Bundesstraße soll breiter werden

Das Straßenbauamt Bamberg plant in Ebermannstadt zwischen den Kreuzungen Kirchenstraße und Eschlipper Tal drei jeweils 3,50 Meter breite Fahrstreifen. Dafür werden Parkplätze und die Bushaltestelle geopfert.
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Ein Hauptproblem in Ebermannstadt: Linksabbieger blockieren Geradeaus-Fahrer.  Fotos: Josef Hofbauer
Ein Hauptproblem in Ebermannstadt: Linksabbieger blockieren Geradeaus-Fahrer. Fotos: Josef Hofbauer
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JOsef Hofbauer Michael Raab, der Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Bamberg hat den Mitgliedern des Stadtrates Ebermannstadt bei der jüngsten Sitzung Ideen vorgestellt, wie die Staus auf der Bundesstraße 470 verringert werden könnten. Bereits im kommenden Jahr sollen die Maßnahmen realisiert werden.

Das Hauptproblem, das die Verkehrsplaner ausgemacht haben: Die Linksabbiegespuren in Richtung Eschlipper Tal und in der Gegenrichtung Richtung Kirchenplatz sind zu kurz und zu schmal. "Die Linksabbieger blockieren die Geradeausfahrer", verdeutlichte Michael Raab., Die Folge: Die Bundesstraße soll durchgehend auf 10.50 Meter verbreitert werden, damit drei jeweils 3,50 Meter breite Fahrstreifen nebeneinander Platz finden. Soll dieser Lösungsansatz weiter verfolgt werden, muss der Stadtrat grundsätzlich grünes Licht geben, dass städtische Grünflächen dafür geopfert werden sollen. Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) sprach daher von einer Güterabwägung.

Parkplätze müssen weg

Den Plänen des Straßenbauamtes müssten die sechs bis acht Parkplätze auf dem südlich der B 470 gelegenen Parkstreifen geopfert werden. Der Verkehr würde rund drei Meter näher an die Gebäude, darunter das ehemalige Jugendzentrum oder das inzwischen geschlossenen Gasthaus "Zum Bayerischen" herangerückt werden.

Auch die Bus-Haltestelle würde dadurch entfallen. Dann müsste der Bus auf der Straße halten. Eine Sache, die es mit dem Landratsamt abzusprechen gelte, räumte Raab ein. Er machte auch deutlich, dass die Verbreiterung der Fahrspuren, die Anlegung eines neuen Gehsteiges zur Folge habe, denn der werde für die Verbreiterung der Fahrspuren benötigt. Dabei müsse auch ein neuer Standort für die Verankerung des Breitenbacher Kirchweihbaumes gefunden werden. Hier soll künftig die Trasse des Gehweges verlaufen. Ein spezielles Gefahrenpotenzial sah Konrad Dresel (MGO) bei der Zufahrt zur Schreinerei Köferlein, deren Ausfahrt unmittelbar in die Bundesstraße münde. Aus diesem Grund schlugen Rainer Schmeußer (CSU) und Ludwig Brütting (FW) vor, die Bundesstraße erst nach dieser Einfahrt zu verbreitern. Schmeußer hielt eine separate Linksabbiege-Phase an der Ampel Richtung Eschlipper Tal für überflüssig. Die Autofahrer könnten könnten sehr wohl abschätzen, ob sie abbiegen könnten oder nicht.

Lärm hält sich in Grenzen

Die Bundesstraße nur auf einem Teilabschnitt zu verbreitern, bringe nichts, fand Michael Raab. Die Leistungsfähigkeit werde dann auf die Hälfte reduziert. Und: "Die Kosten bleiben die gleichen." Da stelle sich die Frage, ob sich eine Umgestaltung überhaupt rentiert. Die ebenfalls angesprochene Lärmbelästigung halte sich in Grenzen. Wenn die Fahrzeuge rund drei Meter näher an die Häuser heranrückten, bewege sich die Zunahme des Lärmpegels im Bereich von nicht einmal einem Dezibel.

Tunnel in weiter Ferne

Stadtrat Klaus Neuner outete sich als Anhänger einer Umgehungsstraße mit Tunnel-Lösung. "Damit waren wir auf dem richtigen Weg, aber offenbar der Zeit voraus ", bedauerte Neuner. Er kritisierte die mangelnde Bereitschaft der Verwaltung, diese Lösung voranzutreiben.

So sei von einer Begrünung des Bereiches entlang der Breitenbacher Straße zwischen den beiden Kreuzungspunkten keine Rede mehr. Kein Wort von einer besseren Aufenthaltsqualität. Stattdessen unterstreiche eine Verbreiterung der Bundesstraße die trennende Funktion zwischen den Ortsteilen Breitenbach und Ebermannstadt. Es gehe nur darum, den Verkehr möglichst schnell durch Ebermannstadt hindurch zu führen. Die Fußgänger blieben außen vor.

Stadtrat Franz Dorn (MOG) gab zu bedenken, ob nicht ein Kreisverkehr an der Eschlipper Talstraße sinnvoller wäre. "Zu wenig Platz für den Radius von 45 Metern", beschied Michael Raab. Was Stadtrat Peter Morys (NLE) anzweifelte. Andere europäische Länder kämen mit geringeren Radien aus, behauptete er. Schließlich einigte sich das Gremium auf ein grundsätzliches Ja zu den Plänen des staatlichen Bauamtes. Allerdings sollen die Anregungen der Stadträte überprüft und die Detailplanung noch einmal vorgestellt werden.

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