Stadtsteinach
Stellungnahme

"Bund Naturschutz und ,Pro Stadtsteinach' haben protestiert"

Beim Spatenstich zur Ortsumgehung gab es auch Protest. Die Kritiker kommen aus den Reihen des Bund Naturschutz und von "Pro Stadtsteinach", wie aus einer Pressemitteilung von Bund Naturschutz und "Pro...
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Bund Naturschutz und Pro Stadtsteinach protestierten beim ersten Spatenstich zur Ortsumgehung Stadtsteinach. Foto: privat
Bund Naturschutz und Pro Stadtsteinach protestierten beim ersten Spatenstich zur Ortsumgehung Stadtsteinach. Foto: privat
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Beim Spatenstich zur Ortsumgehung gab es auch Protest. Die Kritiker kommen aus den Reihen des Bund Naturschutz und von "Pro Stadtsteinach", wie aus einer Pressemitteilung von Bund Naturschutz und "Pro Stadtsteinach" hervorgeht.

"Das möchten wir gerne betonen, zumal uns im Nachhinein Bürger anschreiben, die bemängeln, dass sich der Bund Naturschutz schon bei der Ortsumgehung Untersteinach und auch jetzt bei der Ortsumgehung Stadtsteinach nicht oder nicht laut genug zu Wort gemeldet hat", wie Alwin Geyer in der Pressemitteilung schreibt.

"In Untersteinach haben wir im Jahr 2007 mit einer großen Plakataktion und mit großen schwarzen Luftballons, die den Trassenverlauf markiert haben, gegen das Projekt Stellung bezogen. Schon vor mehr als 20 Jahren hat der Bund Naturschutz gefordert, mit den wenigen Anliegern in Kauerndorf Gespräche zu führen und die Möglichkeit auszuloten, ob Bereitschaft besteht, gegen ein faires Angebot, ihre Anwesen abzugeben. Jetzt wird für circa 30 Millionen Euro ein Tunnel beziehungsweise eine Einhausung gebaut - das sind mehr als eine Million Euro pro Anlieger."

Es sei letztendlich die Entscheidung getroffen worden, die Ortsumfahrung Untersteinach zu bauen. Ein gigantisches Bauprojekt mit enormem Flächenverbrauch, einer "filigranen" Brückenkonstruktion über das Schorgasttal und einem monolithischen Betonklotz für die Bahnüberquerung, die nicht einmal Platz darunter für eine Elektrifizierung der Bahnstrecke biete, heißt es weiter.

Der Bund Naturschutz und "Pro Stadtsteinach" hätten gehofft, dass mit dem Bau der Ortsumfahrung Untersteinach die vom Staatlichen Bauamt geforderte Ost-/West-Magistrale geschaffen werde, zumal auf der B 85 - zum Beispiel bei der Holzmühle - schon Begradigungsmaßnahmen erfolgt seien und die Anbindung südlich von Kronach an die B 303 mit wenig Aufwand möglich sei. "Damit wäre, bei entsprechender Verkehrsleitplanung, die Ortsdurchfahrt von Stadtsteinach deutlich entlastet", so Geyer.

"Umdenken nicht zu erkennen"

"Aber nein, die Ortsumgehung Stadtsteinach wurde mit Vehemenz weiter vorangetrieben. Die Festredner, allen voran Bundesminister Andreas Scheuer, betonten, dass dem immer weiter wachsenden Verkehrsaufkommen neue Straßen zur Verfügung gestellt werden müssten. Ein Umdenken in der Verkehrspolitik sei nicht ansatzweise zu erkennen. "Mehr Güter auf die Schiene, Autobahnpflicht für Lkw im Fernverkehr, attraktive Radwegenetze, Anbindung an den Verkehrsverbund Nürnberger Land, Car-Sharing-Angebote wären das Gebot der Stunde. Stattdessen wird hektarweise fruchtbares Ackerland zu asphaltiert beziehungsweise geht für Begleitflächen verloren, und die noch intakte Landschaft wird unwiederbringlich zerschnitten und zerstört."

In Stadtsteinach würden alleine sechs Brücken gebaut, die Kosten für die Sanierung in einigen Jahrzehnten seien von unseren Kindern und Enkeln zu tragen. Das zwischen Feuerwehrhaus und neuer Trasse geplante neue Gewerbegebiet für Stadtsteinach falle 20 Prozent kleiner aus als geplant. Das Staatliche Bauamt fordere, dass auf der Strecke eine uneingeschränkte Überholmöglichkeit zu gewährleisten sei und das notwenige Sichtfeld weder durch Bepflanzung noch Bebauung eingeschränkt werden dürfe.

Es gebe wohl Bestrebungen der Bahn, den Schotterverladeplatz in Stadtsteinach aufzugeben und nur noch in Untersteinach zu verladen. "Auf der dann nicht mehr benötigten Bahntrasse hätte man eine gute Anbindung des Stadtsteinacher Gewerbegebietes hinbekommen", betont Alwin Geyer.

"Natürlich verstehen wir auch die Wünsche der direkten Anlieger der B 303 vor allem im Marktplatzbereich. Aber der Preis für deren Entlastung ist sehr hoch - und es wird neue Betroffene geben." Salem habe durch die unmittelbar unterhalb verlaufende neue Straße seine Perspektive für naturnahen Tourismus verloren."

Landverbrauch stoppen, Natur bewahren werde von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung gefordert, nur nicht vor der eigenen Haustüre, da gingen andere Interessen vor. "Eine Position des Bauernverbandes zum ungezügelten Landverbrauch wäre wünschenswert, wird doch den Landwirten ihre Bewirtschaftungsgrundlage entzogen, und verbleibendes Land ist immer schwieriger zu bekommen." red

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