Küps
kommunales Denkmalkonzept

Bürgerwerkstatt angelaufen: "Wir wollen etwas bewegen"

Für die Marktgemeinde wird ein Denkmalkonzept erstellt werden, um den historischen Ortskern durch ein "Kommunales Denkmalkonzept" zu beleben. Damit betritt ...
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Für Küps wird ein Denkmalkonzept erstellt, um den historischen Ortskern durch ein "Kommunales Denkmalkonzept" zu beleben - hier (stehend von links) hinter einer der Arbeitsgruppen Bürgermeister Rebhan sowie die Moderatorinnen Baier und Slanz. Foto: Christian Ebertsch
Für Küps wird ein Denkmalkonzept erstellt, um den historischen Ortskern durch ein "Kommunales Denkmalkonzept" zu beleben - hier (stehend von links) hinter einer der Arbeitsgruppen Bürgermeister Rebhan sowie die Moderatorinnen Baier und Slanz. Foto: Christian Ebertsch
Für die Marktgemeinde wird ein Denkmalkonzept erstellt werden, um den historischen Ortskern durch ein "Kommunales Denkmalkonzept" zu beleben. Damit betritt man Neuland, denn das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Küps ist eine der ersten Gemeinden in Bayern, die dieses Instrument in Anspruch nimmt. Derzeit bewegt sich in Küps sehr viel. Nach Bürgerversammlung und Gemeinderatssitzung (mit Themen wie der Neubau der Grundschule) fand im Luthersaal eine Bürgerwerkstatt zum kommunalen Denkmalkonzept statt.
Die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege sei einfach hervorragend, freute sich Bürgermeister Bernd Rebhan. "Wir sind ja die Sieben-Schlösser-Gemeinde." Aber der historische Ortskern habe Handlungsbedarf. "Es ist gut dass wir uns der Schätze die wir haben bewusst werden." Es gehe zunächst um eine Bestandsaufnahme und um einen Plan, was getan werden kann. "Wir wollen etwas bewegen."
Die Moderatorinnen Yvonne Slanz (Städteplanerin) und Alexandra Baier (Stadtbauhistorikerin vom Planungsbüro "transform" in Bamberg) führten in die aktive Bürgerbeteiligung ein. "Wir haben eine Meinung über ihren Ort, aber wir wollen ihre Meinung hören", betonte Yvonne Slanz. "Es ist total neu", erklärte sie zum kommunalen Denkmalkonzept. Es sei neu, dass die Bürger um ihre Meinung gefragt werden. Ziel sei eine Art Leitlinie zur Entwicklung des historischen Ortskerns. Es wurden bislang viele alte Dokumente aus Archiven ausgewertet. Vieles wurde analysiert.
Man nähere sich einem historischen Ort, wenn der Ist-Zustand betrachtet wird, so Alexandra Baier. Viele alte Fotos, die von Bürgern gebracht wurden, zeigen den Zustand vor etlichen Jahrzehnten. Seit der Erstnennung des Ortes 1151 ist Geschichte seitdem heute spürbar.
Die prägnante Hangkantenbebauung von einst sei auch heute sichtbar. Dazu komme die Flößersiedlung Am Gries, wo sich die Grundstruktur bis heute erhalten habe. "Wir müssen leider auch den Blick auf die Schwächen richten", erklärte Yvonne Slanz. Die immense Entwicklung der letzten Jahrzehnte hatte erhebliche Auswirkungen auch auf den Ortskern. Der Plan sei heute ein Parkplatz. Der Verkehr nehme zunehmend mehr Platz ein. "Fußwege sind viel zu eng. So manches alte Gebäude wurde weggerissen. Viele landwirtschaftliche Nebengebäude wurden zu Wohnhäusern. 16 leer stehende Anwesen befinden sich im Untersuchungsgebiet."


Was finden sie negativ?

Wie stehen denn die Bewohner zu ihrem Ort? Küps wurde ein Pendlerort. Dazu komme, dass historische Bausubstanz oft kein gutes Image habe. Prognose sei eine stark alternde, rückgängige Bevölkerung. Das historische Erscheinungsbild sei durchaus vorhanden und somit ein eindrucksvolles Beispiel eines Marktortes. Die Marktgemeinde habe einen sehr hohen historischen Baubestand aus dem 18. und 19. Jahrhundert, dazu historische Gebäude wie die Schlösser. Küps sei aber auch ein wichtiger Schulstandort. Nun wurden Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils im Wechsel verschiedene Themen bearbeiteten. Fragen waren etwa: Was gefällt ihnen gut? Was finden sie negativ? Was fehlt ihnen? Wo sehen sie die größten Potenziale und wo den größten Handlungsbedarf? Im Vorfeld waren auch Karten im Ort ausgeteilt worden, von denen 60 mit vielen zurückkamen. Abschließend wurden die Ergebnisse vorgestellt. Diese sollen in die weitere Arbeit einfließen. red
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