Herzogenaurach

Bürgerbeteiligung funktioniert

Die Herzogenauracher diskutieren über die Entwicklung ihrer Stadt fleißig mit.
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Die gesammelten Vorschläge wurden auf einem Luftbild der Stadt geografisch zugeordnet. Foto: R. Sänger
Die gesammelten Vorschläge wurden auf einem Luftbild der Stadt geografisch zugeordnet. Foto: R. Sänger

Um eine Vision von Herzogenaurach im Jahr 2030 zu bekommen, hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Leipziger Planungsbüro "Büro für urbane Projekte" nach Beschluss durch den Stadtrat im Sommer 2017 den Prozess zur Erstellung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek) begonnen. Sehr zur Freude der Beteiligten kamen bei einem öffentlichen Forum und auf einem "Ideen-Amt" über 700 Anregungen zusammen, die zum Teil in einen ersten Entwurf eingeflossen sind.

Nachdem dieser bereits am Dienstagabend im Planungsausschuss vorgestellt worden war, waren die Bürger am Mittwochabend zu einem zweiten öffentlichen Forum ins Jugendhaus Rabatz eingeladen. Andreas Paul und Christiane Kornhaß vom beauftragten Leipziger Büro erläuterten rund 50 Interessierten den Beteiligungsprozess, den Werdegang und die Auswertung der eingebrachten Ideen, übergeordnete Ziele, Handlungsempfehlungen sowie das Umsetzungsprogramm. Dabei lobten die beiden Planer insbesondere die starke Beteiligung der Bevölkerung. "Das war eine super Resonanz, und es waren sehr gute Ideen dabei", meinte Andreas Paul.

Den Stadtkern stärken

"Das jetzige Konzept dient nicht nur zur Umsetzung und für weitere Planungen, sondern auch als Grundlage für mögliche Fördermittel und wird auch zur Fortschreibung des Flächennutzungsplanes wertvolle Planungsgrundsätze liefern", versicherte Paul. Das Konzept soll Ende November vom Stadtrat beschlossen werden. Bis dahin können die Bürger aber immer noch Ideen und Anregungen einbringen, die eingearbeitet werden.

Christiane Kornhaß ergänzte diese Ausführungen mit einer ausführlichen Präsentation der Ergebnisse, die zum derzeitigen Entwurf des Konzeptes zusammengetragen wurden. Die Stadtplanerin sprach unter anderem über die Handlungsfelder der Stadtentwicklung in Herzogenaurach sowie über Schwerpunkträume und Maßnahmen zur Begrenzung des Flächenverbrauchs und einer damit verbundenen verträglichen Nachverdichtung sowie einer nachhaltigen Innen- und Außenentwicklung. Insbesondere soll der historische Stadtkern erhalten und gestärkt werden. So habe die Altstadt die Funktion als Zentrum für Handel, Gastronomie, Wohnen, Kultur und Tourismus. Aber auch die Ortsteilzentren und die zum Teil noch landwirtschaftlich geprägten Ortsteile sollen ihren Charakter bewahren und nur behutsam weiterentwickelt werden. Besonderen Wert legen die Planer auf das "Aurachband" und auf grüne Achsen. Der vielfach geäußerte Wunsch nach einem Stadtpark lasse sich mit der Aurach-Aue umsetzen, dazu möchten die Planer gerne die gesamte Talbreite einbeziehen, und wie Bürgermeister German Hacker (SPD) erläuterte, ist bereits der erste Abschnitt vom Kuwe-Steg bis zur Bahnhofsbrücke in der Planung.

Nachdem Christian von Reitzenstein fragte, warum der Wunsch nach Reaktivierung der Aurachtalbahn nicht aufgenommen wurde, erklärte Andreas Paul, dass jede Anregung und eingebrachte Idee archiviert wurde und Prioritäten gesetzt wurden. "Es ging keine Anregung verloren, alles kann jederzeit wieder aufgenommen werden", erklärte Paul dazu.

Zum Thema "Nachverdichtung" befürchtet Manfred Braun Bürgerproteste. Ein weiterer Wunsch ging an den Bürgermeister: Da das Insekten- und Bienensterben bekannt ist, sollte die Stadt ihre eigenen Grünstreifen und Böschungen weniger mähen. Das Mähen wurde bereits reduziert, versicherte der Bürgermeister, man könne es noch weiter reduzieren, aber es habe auch schon Beschwerden gegeben, weil eben nicht gemäht wurde.

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