Steinwiesen
Feriendorf-Projekt

Bürger wollen mehr Mitsprache

Die Idee, ein Feriendorf auf dem Mühlberg zu bauen, hat Unruhe bei den Steinwiesenern ausgelöst. Etwa 200 Bürger unterschrieben auf einer Liste, um Genaueres über dieses Projekt zu erfahren. Bei einer...
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Die Idee, ein Feriendorf auf dem Mühlberg zu bauen, hat Unruhe bei den Steinwiesenern ausgelöst. Etwa 200 Bürger unterschrieben auf einer Liste, um Genaueres über dieses Projekt zu erfahren. Bei einer Versammlung am vergangenen Donnerstag fanden sich 30 Personen ein und gründeten die Bürgerinitiative "Unser Steinwiesen". Sie fordert nach eigener Mitteilung eine öffentliche und ergebnisoffene Diskussion über das Projekt, dessen Vorbereitungen bisher nur in nichtöffentlichen Sitzungen des Gemeinderats entschieden wurden. Das zweite große Ziel der Initiative ist es, sich aktiv einzubringen in die Diskussion zur Zukunft der Gemeinde und Vorschläge zu erarbeiten für einen nachhaltigen, umweltfreundlichen Tourismus in der Großgemeinde.

Einstimmig wurden als Sprecher benannt: Christiane Geipel, Klaus Küfner, Ina Jonak, Kathrin und Peter Behrschmidt.

Auf der Gründungsversammlung wurde erläutert, dass auf einer Fläche von circa 4 ha auf dem Mühlberg zwischen Steinwiesen und Nurn im Landschaftsschutzgebiet ein Feriendorf entstehen soll. Um dieses Projekt realisieren zu können, müssten 17 ha aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden, um eine Anbindung an das Baugebiet in Steinwiesen herzustellen. Die Erschließung durch Straße, Wasser, Kanal und Strom soll von Nurn aus erfolgen.

Aufmerksam wurden die Bürger durch die Ablagerung großer Mengen an Aushubmaterial auf dem Mühlberg im Juni 2018. Diese Ablagerungen wurden erst nachträglich durch das Landratsamt Kronach genehmigt, weil nachgefragt wurde, wie so etwas möglich sein kann.

Ein Gewinn für die Gemeinde?

Für viele Bürger stellt sich laut Bürgerinitiative die Frage, ob dieses Hüttendorf tatsächlich einen Gewinn für die Gemeinde darstellt, der das Aufgeben des Mühlbergs als Erholungsgebiet für Spaziergänger, Wanderer, Jogger, Pilzsucher, Beerensammler sowie Rückzugsgebiet für Wildtiere, Insekten und Vögel und die Aufgabe des Landschaftsschutzes rechtfertigt. Ein Feriendorf mit großem Flächenverbrauch mitten im Landschaftsschutz zerstöre den Charakter des Mühlbergs. Deshalb dürfe es keine Aufhebung des Landschaftsschutzes und keine Erweiterung des Baugebiets Rögnitz geben.

Die Initiative fordert Mitsprache bei solchen großen Eingriffen in die Landschaft, die viele Bürger und Anlieger betreffen, bereits vor entscheidenden Festlegungen. Bisher fühlten sich viele Bürger übergangen und nicht ausreichend informiert.

Entwicklung in Schritten

In einer lebhaften Diskussion zeigte sich, dass die Initiative einem Chalet-Dorf nicht ablehnend gegenübersteht, wenn es im Bereich der bestehenden Bebauungspläne der Großgemeinde liegt.

Die Bürgerinitiative will den Mühlberg in seiner jetzigen Art erhalten und zeigen, dass die Entwicklung der Gemeinde in vielen kleinen Schritten die bessere Alternative ist. red



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