Aisch

Bürger stellen Abriss in Frage

Neue Adelsdorfer Wählergruppe kritisiert die Pläne für das alte Aischer Schulhaus. Der Bürgermeister hält dagegen.
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Georg Habermann, Ralf Olmesdahl und Josef Staudigel (von links) wollen sich nicht so schnell damit abfinden, dass das alte Aischer Schulhaus (im Hintergrund) abgerissen und auf dem Spielplatz (links) ein neuer Kindergarten gebaut werden soll.  Fotos: Andreas Dorsch
Georg Habermann, Ralf Olmesdahl und Josef Staudigel (von links) wollen sich nicht so schnell damit abfinden, dass das alte Aischer Schulhaus (im Hintergrund) abgerissen und auf dem Spielplatz (links) ein neuer Kindergarten gebaut werden soll. Fotos: Andreas Dorsch
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Andreas Dorsch Das alte Schulhaus in Aisch soll abgerissen werden. Für den derzeit noch in der ehemaligen Schule untergebrachten Kindergarten St. Theresia ist nebenan auf dem aktuellen Spielplatz ein Neubau geplant. So hat es der Adelsdorfer Gemeinderat vor gut einem Jahr einstimmig beschlossen. Nicht mit uns sagt sich die Spitze der neuen Wählergruppe "Adelsdorfer Bürger" und stellt den Abriss des alten Schulhauses in Frage.

Vorsitzender Ralf Olmesdahl, sein Stellvertreter Georg Habermann und Kassier Josef Staudigel sind gegen den Abriss des alten Schulhauses und fordern einen Kompromiss. Sie plädieren dafür, das alte Gebäude zu erhalten und einen Anbau dranzusetzen. "Man könnte Gewerbe reinlassen, eine Arztpraxis oder die Senioren", schlägt Habermann vor, der - entgegen einer Formulierung im FT vom 17. Juli - nicht generell gegen einen neuen Kindergarten in Aisch ist.

Die vor zwei Jahren gegründete Wählergruppe übt Kritik daran, wie es zu dem Beschluss für Abriss und Neubau kam. "Es fehlt hinten und vorne an Transparenz", kritisiert Habermann. Er vermisst ein Gutachten, das belegt, dass das alte Schulhaus abgerissen werden muss. Vorsitzendem Olmesdahl fehlt die sachliche Diskussion, die Planung hält er für zu konfus.

In der Gemeindepolitik mitreden

Nur weil es für den Neubau hohe Zuschüsse gebe, könne man nicht einfach ein altes Gebäude abreißen, findet die Gruppe, die sich selbst als Opposition in Adelsdorf sieht.

Wie die drei Vorstandsmitglieder der "Adelsdorfer Bürger" ankündigen, wollen sie in der Gemeindepolitik mitreden und auch bei den Kommunalwahlen im kommenden März mit einer eigenen Liste und einem Bürgermeisterkandidaten antreten.

Intensiv diskutiert

Der amtierende Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) kann die Kritik nicht nachvollziehen. Es habe viele Termine und intensive Diskussionen mit dem Träger Katholische Kirchengemeinde, und den Gemeinderäten gegeben. In Bürger- und Pfarrversammlungen sei das Thema mehrfach erläutert worden. Im Gemeinderat habe es dann einen einstimmigen Beschluss gegeben.

Fischkal erinnert an die Ermittlungen von Architekten, wonach das 1966 errichtete Schulhaus "nicht sehr hochwertig gebaut wurde". Wollte man es erhalten, müsste man es kernsanieren und die Kinder irgendwo unterbringen. Für einen Neubau gäbe es 70 Prozent Zuschuss vom Freistaat. Fischkal will für die Aischer Kinder endlich ein kindgerechtes Gebäude.

Die Kritiker an den Plänen verweist er an die Möglichkeit, im für das Projekt jetzt anstehenden Bebauungsplanänderungsverfahren ihre Meinungen abzugeben.

Endlich etwas Ordentliches

Für Rita Weller, die Chefin der katholischen Kindergärten in Adelsdorf, die 1984 in dem Aischer Schulhaus mit dem Kindergartenbetrieb angefangen hat, würde eine Sanierung keinen Sinn machen. Damals seien die Kinder aus der Not heraus untergebracht worden, auch ohne pädagogisches Konzept. Sie sieht zudem bauliche Mängel in dem alten Gemäuer und möchte, dass die Aischer Kinder nach vielen Jahren endlich auch mal etwas Ordentliches bekommen, das vor allem den Kleinkindern gerecht wird.

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