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Knetzgau
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"Bürger muss zum Selbstversorger werden"

Der Klimawandel ist angekommen - zumindest in den Köpfen der Bevölkerung. Das zeigte sich beim Informationsabend der Knetzgauer Grünen im Siedlerheim. Rund 50 Bürger waren der Einladung der Partei gef...
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Der Klimawandel ist angekommen - zumindest in den Köpfen der Bevölkerung. Das zeigte sich beim Informationsabend der Knetzgauer Grünen im Siedlerheim. Rund 50 Bürger waren der Einladung der Partei gefolgt und lauschten interessiert den Ausführungen des Grünen-Bundestagsabgeordneten Dieter Janecek und des Haßfurter Stadtwerk-Leiters Norbert Zösch, wie die Partei informierte.

"Es wird keinen Wohlstand geben, wenn wir bei Öl und Kohle bleiben", sagte Janecek, Sprecher für Industriepolitik und digitale Wirtschaft der Grünen-Bundestagsfraktion. Auch die Industrie habe mittlerweile erkannt, dass eine "fossile Art des Wirtschaftens keinen Erfolg mehr" bringe, sagte er.

Dabei seien die Probleme mit dem Ausbau der regenerativen Energie hausgemacht. "Die Windkraft haben wir in Bayern dank 10h an die Wand gefahren", so der Münchner, der die Aufhebung dieser Abstandsregelung forderte.

Um die selbstgesteckten Klimaziele bis 2030 zu erreichen, sei ein konsequenter, aber auch effizienter Ausbau von Windkraft und Photovoltaik nötig - dazu eine digitale Steuerung der dann gewonnenen Ressourcen. "Wir können hier schon sehr viel, müssen es nur tun."

Die Umsetzung

Wie diese Aufbruchstimmung in reale Maßnahmen umgesetzt werden kann, zeigte der Leiter des Haßfurter Stadtwerks, Norbert Zösch. Er demonstrierte, dass die Kombination aus Windkraft und Sonnenenergie grundsätzlich den gesamten weltweiten Energiebedarf decke. "100 Prozent erneuerbare Energien sind keine Utopie mehr, wir müssen die schon heute vorhandene Technik nur einsetzen", so Zösch, der als lokales Beispiel das Haßfurter Baugebiet "Osterfeld II" vorstellte.

Wie auch Janecek plädierte er dafür, die Energiewende nicht nur einigen wenigen Konzernen zu überlassen, sondern über Bürgerbeteiligungen "dezentral, von unten her" anzupacken. "Der Bürger muss zum Selbstversorger werden", unterstrich Zösch.

Dass die Energiewende von unten in den Kommunen politisch gewollt sein müsse, daran erinnerte Benjamin Schraven, grüner Bürgermeisterkandidat für Knetzgau. Photovoltaik auf alle kommunalen Gebäude und auf Gewerbeansiedlungen - allein dadurch könne ein Ort oder eine Gemeinde viel tun. red