Gifting

Bürger kämpfen um Radweg nach Gifting

Eigentlich waren Oliver Haag, Andy Mantey und Werner Welscher voller Zuversicht für den Bau eines Radwegs zwischen Steinberg und Gifting im Zuge der Sanierung der Kreisstraße KC 3....
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Eigentlich waren Oliver Haag, Andy Mantey und Werner Welscher voller Zuversicht für den Bau eines Radwegs zwischen Steinberg und Gifting im Zuge der Sanierung der Kreisstraße KC 3. Ihre Hoffnung ist nun wieder der Skepsis gewichen. Grund dafür ist ein Schreiben des Landratsamtes.
Viele Bürger befürworten einen Radweg an der KC 3 zwischen Steinberg und Gifting, erklären die drei engagierten Verfechter Oliver Haag, Andy Mantey sowie Werner Welscher. Um ihrer Forderung nach einer Umsetzung im Zuge der Sanierung der Kreisstraße zwischen der Fehnenschneidmühle und Gifting Ausdruck zu verleihen, hatten die Giftinger eine Unterschriften-Aktion gestartet, die 500 Befürworter fand. Bei der Gemeinderats-Sitzung Mitte Dezember übergaben sie Bürgermeisterin Susanne Grebner die Petition ans Landratsamt. Von dort erhielt nun Mantey ein Antwort-Schreiben von Landrat Oswald Marr, das in den Augen der drei Befürworter erst einmal ernüchternd ausfällt.


Viele Hürden

Darin heißt es, dass der Landkreis bemüht sei, diese Maßnahme durchzuführen. Es gebe aber viele Hürden zu bewältigen. Zum einen sei der Streckenverlauf zu klären, wobei sich drei Varianten herauskristallisiert hätten. Die fachliche Beurteilung der dann letztlich gewählten Variante müsse vom Staatlichen Bauamt Bamberg positiv ausfallen. Die Regierung von Oberfranken entscheide anschließend über die Zuschussfähigkeit. Der Kreistag Kronach müsse entsprechende Mittel im "Haushalt 2017 folgende" bereitstellen; die Planungskosten würden für den Haushalt 2016 vorgesehen. Vor allem müsse der Grunderwerb mit den verschiedenen Grundstückseigentümern einvernehmlich geklärt sein.
Die Befürworter sind mit dieser Aussage nicht zufrieden, weil nicht zuletzt von 2017 die Rede ist. "Wir wollen jetzt eine konkrete Aussage und wissen, was Sache ist. Was wird derzeit genau vom Landratsamt beziehungsweise dem Landrat in dieser Angelegenheit unternommen?", fragen die drei Verfechter. "Wir hätten weitaus mehr Unterschriften sammeln können, die angestrebten 500 hatten wir innerhalb kürzester Zeit erreicht." Wenn die Gerätschaften und die Maschinen erst einmal weg seien, so wird befürchtet, hätte man eine große Chance verpasst. Sie hätten in dieser Angelegenheit mehr Enthusiasmus und Einsatz beim Ringen um eine baldmöglichste Realisation erwartet. Schließlich sei es erklärtes Ziel des Landkreises, mit Unterstützung der Regierung von Oberfranken und des Staatlichen Bauamtes Bamberg das vorhandene überörtliche Radwegenetz weiterzuentwickeln.
Gründe für den Bau des Radweges gebe es mehr als genug. "Mit dem Radweg kämen Fahrradfahrer bis rauf nach Teuschnitz", wissen Haag, Mantey und Welscher. Man könne wunderschöne Radtouren inmitten herrlicher Natur unternehmen. Die Giftinger Kinder könnten ihre Freunde in Steinberg besuchen, zum Fußfalltraining nach Wilhelmsthal fahren - und die Erwachsenen zum Arzt nach Wilhelmsthal oder zum Einkaufen nach Steinberg. All dies sei ohne Probleme möglich. Auch der Fahrradtourismus im Landkreis Kronach könnte dadurch belebt werden.
Ein weiterer enorm wichtiger Aspekt stelle die Verkehrssicherheit dar. Jemand, der weiß, wovon er spricht, ist Werner Welscher, der fast schon zweimal von Autofahrern vom Fahrrad geholt worden wäre. Nach dem Ausbau der Straße für den Schwerlastverkehr nehme das Gefahrenpotenzial für Radfahrer mit Sicherheit zu.


Unterstützung zugesagt

Für die einzelnen Maßnahmen brauche man - so heißt es im Antwortschreiben des Landratsamtes - vielfältigste Unterstützung: insbesondere der Gemeinde Wilhelmsthal und der durch den Grundstückserwerb betroffenen Eigentümer. Bürgermeisterin Susanne Grebner und der gesamte Gemeinderat haben signalisiert, geschlossen hinter diesem Projekt zu stehen. Trotz der noch zu lösenden Grundstücksfragen ist die Bürgermeisterin guter Dinge, dass das Vorhaben doch noch realisiert werden kann. Sie setzt dabei insbesondere auf den Landrat, der sich im Vorfeld - ebenso wie die zuständigen Kreisgremien - für den Radwegebau ausgesprochen hätten. hs


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