Bad Kissingen

Brückenfunktion gewürdigt

Die Beauftragte für Aussiedler und Vertriebene der Bayerischen Staatsregierung MdL Sylvia Stiersdorfer informiert sich am Heiligenhof über bayrisch-tschechische Bildungsarbeit.
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Der Heiligenhof bietet vielfältige Angebote für Begegnungen.  Fotos: Werner Vogel
Der Heiligenhof bietet vielfältige Angebote für Begegnungen. Fotos: Werner Vogel
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"Höchste Zeit, dass ich dem Heiligenhof, Hort und Leuchtturm der Sudetendeutschen Landsmannschaft die Wertschätzung Bayerns für sein regionalgeschichtliches Bewahren und die Förderung zukunftsgerichteter Begegnung persönlich ausdrücke", begründete die Landtagsabgeordnete Sylvia Stiersdorfer CSU, ihren Besuch im Heiligenhof.

Drei Millionen Sudetendeutsche sind nach 1945 aus ihrer Heimat vertrieben worden. Die meisten davon leben in Bayern. Deshalb hat der Freistaat eingedenk der achthundert Jahre langen historischen und kulturellen Verbindungen, der gemeinsamen Grenze und als Anerkennung der Verdienste der Mitbürger aus dem Sudetenland die Schirmherrschaft für die Sudetendeutsche Volksgruppe übernommen, betrachtet sie als den 4. Stamm in Bayern. Jedes 5. Kind in Bayern hat Wurzeln, die nicht im heutigen Deutschland liegen.

Neugeschaffenes Amt

Dieser Verpflichtung gerecht zu werden, hat die Bayerische Staatsregierung im vergangenen Jahr das Amt einer Beauftragten für Aussiedler und Vertriebene geschaffen. Auch im neuen Landtag hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Landtagsabgeordnete Sylvia Stiers-dorfer aus dem Stimmkreis Regensburg-Nord wieder mit dieser Aufgabe betraut.

Der Heiligenhof ist als vielseitige Bildungs- und Begegnungsstätte Jugendherberge, Seminarhaus und Learning Campus, aber Direktor Steffen Hörtler stellte fest, dass die Institution darüber hinaus seine überragende Bedeutung für die Pflege der Erinnerung, das Bewahren kulturgeschichtlichen Erbes für die Sudetendeutschen behalten hat, aber auch intensiv die deutsch-tschechische Begegnung der jungen Generation fördert.

Schranken überwinden

Angebote für die Nachkommen aus dem Sudetenland und die Begegnung mit Teilnehmern aus anderen osteuropäischen Staaten helfen Schranken zu überwinden. Hörtler: "Erinnerung und Austausch sind gleichberechtigt. Wir wollen Brücken bauen und beiden Anliegen gerecht werden. Es ist wie beim Autofahren: den Rückspiegel im Auge behalten, aber nach vorne schauen." Auch die Vertriebenenbeauftragte stellt in Anbetracht der digital veränderten Welt fest: "Wer sich begegnet, hat Verständnis füreinander" und gratulierte dem Heiligenhof Team mit Studienleiter Gustav Binder und Bildungsmanager Ulrich Rümenapp zu dem anspruchsvollen Bildungsangebot.

Für Geschichtsunterricht

Stiftungsdirektor Steffen Hörtler, der auch Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Bayern und deren stellvertretender Bundesvorsitzender ist, freut sich über das Interesse der Staatsregierung, die Bildungsangebote, Planspiele, Zeitzeugenbefragung und Austausch des Heiligenhof fördert: "Ohne den Freistaat könnte das Angebot nicht in diesem Umfang aufrechterhalten werden" dankte Hörtler der Regierungsbeauftragten. Frohe Kunde gab es dazu von Frau Stiersdorfer, die über das Haus der Bayerischen Geschichte, ein digitales Programm für den Geschichtsunterricht erarbeiten lässt, damit die Epoche der Vertreibung und Eingliederung Einzug in die Schulbücher hält. Beim Rundgang vertiefte sich der Eindruck, dass der Heiligenhof als herausragende Bildungseinrichtung Völkerverständigung nachhaltig fördert.

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