Münnerstadt

Brücke mit "Schönheitsfehlern"

Ein Zentbewohner sorgt sich um die Brücke über die B 287 in Richtung Strahlungen. Das Staatliche Bauamt gibt Entwarnung: Es besteht kein dringender Handlungsbedarf.
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Vor einigen Wochen wuchsen noch Gräser aus einer Spalte zwischen Bordstein und Gehsteig auf der Zentbrücke.  Fotos: Thomas Malz
Vor einigen Wochen wuchsen noch Gräser aus einer Spalte zwischen Bordstein und Gehsteig auf der Zentbrücke. Fotos: Thomas Malz
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Blühender Grünstreifen auf der Zentbrücke - mit diesen Worten hat der Münnerstädter sein Schreiben betitelt. Aber so lustig findet er das Ganze nicht. Der Zentbewohner sorgt sich ernsthaft um den Zustand des Bauwerks. Inzwischen hat das Staatliche Bauamt in Schweinfurt kleinere Ausbesserungen vorgenommen und den Grünbewuchs entfernt. "Mittelfristig ist eine Instandsetzung vorzunehmen", heißt es von dort, aber dringender Handlungsbedarf bestehe nicht.

Auf der Zentbrücke wachsen jedes Jahr zwischen Bordstein und Gehweg verschiedene Gräser, so der Münnerstädter. Diese Gräser seien nicht für die Bienen angesät worden, sondern können durch die schadhaften Stellen auf der Brücke wachsen. "Dieser Schaden ist nicht durch einen Winter entstanden, sondern besteht schon seit einigen Jahren", schreibt er. Der Zentbewohner führt durch Frost und Salz entstandene Risse im Beton des Gehwegs an, durch das eindringende Salzwasser roste der Betonstahl, was an braunen Flecken auf dem Gehweg deutlich werde.

Spalt gebildet

Außerdem bemängelt er, dass sich zwischen Bordstein und Gehsteig ein bis zu anderthalb Zentimeter breiter Spalt gebildet hat, der sich über die gesamte Brücke erstreckt und in dem verschiedene Gräser wachsen. Die Zersetzung sei viel weiter fortgeschritten als auf den ersten Blick erkennbar. Es gebe zwischen Fahrbahn und Brücke einen Riss. "Es ist nur die Frage der Zeit, wie lange es dauert, bis ein Teilstück des Gehweges nicht mehr benutzt werden darf."

Der Zentbewohner bemängelt, dass seitens der zuständigen Behörde nichts unternommen werde. Man brauche keinen Fachmann oder Gutachten, um den Zustand der Brücke zu erkennen. "Es sieht jeder Laie, dass hier ein Versäumnis vorliegt." Die verantwortlichen Personen sollten zur Rechenschaft gezogen werden, meint er und stellt die Frage, warum an der 42 Jahre alten Brücke nichts passiert. Der Zentbewohner befürchtet, dass der Gehweg eines Tages gesperrt wird. Außerdem sei die Brücke die einzige reguläre Zufahrt zur Zent. Vorwürfe erhebt er gegen das Landratsamt Bad Kissingen, das allerdings nicht zuständig ist. "Auch die Stadt Münnerstadt müsste ihr Interesse an der Erhaltung der Brücke zeigen."

Der beschriebene Grasbewuchs und die braunen Flecken waren vor einigen Wochen noch deutlich sichtbar. Nach einer Anfrage unserer Zeitung ist inzwischen aber der "Brückentrupp" des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt vor Ort gewesen, hat kleine Reparaturarbeiten durchgeführt und das Gras entfernt. Entgegen der Meinung des Zentbewohners ist nämlich nicht das Landratsamt Bad Kissingen zuständig, sondern das Staatliche Bauamt. Das Landratsamt trägt lediglich die Baulast für die Fahrbahn auf der Brücke. Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank sagt, dass die Stadt gravierende Mängel melden würde, aber sie werde nicht die Baulast anderer Behörden übernehmen.

Widerlager instand gesetzt

Zu den Beschwerden des Zentbewohners hat das Staatliche Bauamt Stellung genommen: "Das Bauwerk wurde 2006 mittels CFK-Lamellen (carbonfaserverstärkter Kunststoff) in Querrichtung verstärkt. Im Jahr 2017 wurden die beiden Widerlager bis circa 1,50 Meter über Gelände instand gesetzt." Dazu gehörten etwa zehn Zentimeter Betonabtrag, eine Bewehrungsergänzung und das Aufbringen von etwa zehn Zentimetern Spritzbeton. Die Instandsetzungsarbeiten seien ordnungsgemäß ausgeführt worden. "Es gab keinerlei Beanstandungen", heißt es aus der Behörde.

Und weiter: "Es sind lediglich kleinere Ausblühungen auf der Widerlagerseite Strahlungen bekannt, die auf undichte Fugen zurückzuführen sind. Außerdem stand auf der Seite Strahlungen das Wasser vor dem Bauwerk, da die Pflasterrinne abgesackt war. Beides, einschließlich der Entfernung von Grünbewuchs, wurde bereits durch unseren Brückentrupp behoben." Das Bauwerk sei derzeit mit der Zustandsnote von 2,3 in einem befriedigenden Zustand. Es bestehe demnach kein dringender Handlungsbedarf.

Mittelfristig sei eine Instandsetzung vorzusehen. "Momentan handelte es sich eher um Schönheitsfehler. Die Gefahr einer kompletten Brückensperrung besteht zum jetzigen Zeitpunkt nicht."

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