Hallstadt

Brücke bleibt für Jahre so

Zwischen Dörfleins und Hallstadt geht es nur noch einspurig über den Main. Pendler beklagen Verzögerungen.
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Bei normalem Verkehr gibt es an der Brücke keine langen Staus und Wartezeiten. Foto: Hans Kurz
Bei normalem Verkehr gibt es an der Brücke keine langen Staus und Wartezeiten. Foto: Hans Kurz

Für viele Oberhaider ist es der tägliche Weg zur Arbeit. Ob Bosch, Brose oder Michelin, ob Hafengebiet, Hallstadt oder sonst wo in Bamberg - der kürzeste Weg führt über die Mainbrücke zwischen Dörfleins und Hallstadt. Er ist nun nicht länger geworden, aber es dauert etwas länger. Denn seit dem vergangenen Dienstag ist die Brücke nur noch einspurig befahrbar und eine Ampel regelt den Verkehr. Zudem gilt eine Tonnagebeschränkung. Laster über 16 Tonnen dürfen gar nicht mehr auf die Brücke. Mehr als 5000 Fahrzeuge täglich waren bei der letzten Verkehrszählung auf diesem Abschnitt der Staatsstraße 2281 unterwegs, darunter auch gut 100 schwere Lastwagen.

Wenn nicht gerade Hauptverkehrszeit ist, läuft es recht zügig. Bei einer Beobachtung zur Mittagszeit reichte eine Grünphase von maximal 30 Sekunden, um das halbe bis ganze Dutzend wartender Fahrzeuge aus einer Richtung über die Brücke zu lassen. Der Gegenverkehr musste in dieser Zeit maximal zwei Minuten bei Rot warten.

Oberhaider stärker betroffen

Dass es relativ reibungslos funktioniert, darüber zeigt man sich vonseiten der Stadt Hallstadt erleichtert. Denn es gab durchaus Bedenken, dass es zu längeren Wartezeiten, zu Rückstaus und daraus resultierend zu Verärgerung von Autofahrern und Anwohnern kommen könnte. "Die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet", stellt Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder (CSU) erfreut fest. Bei ihm seien bisher keinerlei Beschwerden eingegangen.

Das bestätigt auch Janina Selig, die bei der Stadt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Selbst wenn man mit Leuten in Dörfleins spreche, höre man bislang nichts Negatives.

Etwas anders klingt das, was Oberhaids Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) zu Ohren kommt. "Die Oberhaider bekommen das schon zu spüren", berichtet er. Jeder der nach Hallstadt oder Bamberg fahre, müsse mit Verzögerungen rechnen. Das betreffe auch den Schulverkehr.

Vor allem in den Abendstunden könne die Rückfahrt nach Oberhaid schon mal zehn oder sogar 15 Minuten länger dauern. In Hallstadt dagegen hat man den Eindruck, dass die bedarfsabhängige Ampelschaltung, die bei größerem Andrang die Grünphasen in eine Richtung verlängert, die Situation im Berufsverkehr entzerren hilft. "Natürlich wäre es besser, wenn es keine Einschränkungen gäbe", sagt Bürgermeister Söder. "Aber es läuft verhältnismäßig gut."

Ausweichen über die parallel verlaufende Autobahn, wie es Söder für den Durchgangsverkehr empfiehlt, ist für viele Oberhaider keine Alternative, denn da müssen sie erst zurück zur Anschlussstelle bei Unterhaid. Und die B 26 auf der anderen Mainseite ist wegen der Arbeiten in der Ortsdurchfahrt Viereth fast bis Jahresende voll gesperrt.

Neubau noch in weiter Ferne

Ob die Behinderungen nun kleiner oder größer sind, ist auch für seinen Bürgermeisterkollegen Joneitis nicht das Entscheidende. "Das größte Problem ist, dass das nicht nur für ein paar Monate so ist, sondern auf Jahre hinaus", sagt Joneitis. Da spricht er ein Problem an, dessen man sich auch in Hallstadt bewusst ist. Denn seit der routinemäßigen Zustandsprüfung im vergangenen Jahr ist klar: Das alte Brückenbauwerk ist marode und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Der wiederum erfordert ein aufwendiges Planungs- und Planfeststellungsverfahren. Und dann muss natürlich auch das Geld bereitgestellt werden. Vom Staatlichen Bauamt heißt es bisher nur: "Die Planung für die Erneuerung der Mainbrücke wurde bereits aufgenommen. Es ist vorgesehen, während der Bauzeit der neuen Mainbrücke den Verkehr über eine Behelfsumfahrung zu führen. Aufgrund der Vielzahl von zu regelnden Betroffenheiten kann jedoch noch keine Aussage zu einem möglichen Baubeginn der Behelfsumfahrung getroffen werden."

Auf Nachfrage der Stadt Hallstadt teilte das Staatliche Bauamt dieser mit, dass "in den nächsten Jahren eine Behelfsbrücke entstehen soll". Es ist wohl davon auszugehen, dass eine solche Behelfsbrücke ebenfalls nicht die volle Kapazität haben wird. Eine Rückkehr zur Normalität wird also erst nach Fertigstellung eines Brückeneubaus möglich sein.

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