Lichtenfels
lichtenfels.inFranken.de  Eine Tagesfahrt des Kreisjugendrings führte nach Ahorn in die alte Schäferei.

Brot backen wie vor 200 Jahren

Zu einer abwechslungsreichen Tagesfahrt lud der Kreisjugendring Lichtenfels 30 Mädchen und Jungen ein. Mit dem Bus ging es nach Ahorn in die alte Schäferei. Wer geglaubt hatte dort gäbe es nur drollig...
Artikel drucken Artikel einbetten
Kräftig wurde der Teig geknetet. Foto: LRA
Kräftig wurde der Teig geknetet. Foto: LRA

Zu einer abwechslungsreichen Tagesfahrt lud der Kreisjugendring Lichtenfels 30 Mädchen und Jungen ein. Mit dem Bus ging es nach Ahorn in die alte Schäferei.

Wer geglaubt hatte dort gäbe es nur drollige Schafe zu sehen, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Vor dem Gerätemuseum warteten bereits zwei Mitarbeiterinnen und erklärten den weiteren Ablauf des Vormittags. Zuerst scharten sich alle um den Backofen, in dem bereits das Feuer loderte. Es wurde genau erklärt, wie so ein Ofen befüllt wird und wie er funktioniert. Die Brotteiglinge werden natürlich nicht auf das brennende Holz gelegt, sondern mit dem Brennmaterial wird der Backofen auf eine Temperatur von ca. 280 Grad Celsius hochgeheizt. Danach entfernt man die Asche und schießt das Brot rein, wo es alle zehn Minuten umverteilt wird, um eine gleichmäßige Bräunung zu erzielen.

Nach dieser Einführung wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt und bekamen verschiedene Aufgaben. Einige Mädchen und Jungen wurden mit Leiterwagen und Huckelkorb in den Wald geschickt, um Holz zu sammeln und dieses dann am Sammelplatz in Reisig und Holz zu sortieren. Durch die lang anhaltende Trockenheit war es ein Leichtes, passendes Brennmaterial zu finden. Am Holzlager wartete bereits die andere Gruppe, um das Reisig zu Bündeln zu pressen und zu binden. Größere Teile wurden mit Garten- und Astscheren zu ellenlangen Teilen gestutzt. So erfuhren sie, welche Maßeinheit eine Elle ist.

Teamarbeit war gefragt

Die mutigeren Mädchen und Jungen nahmen an den Sägeböcken Aufstellung und durften unter der Aufsicht ihrer Betreuer Heike, Uschi, Isabell und Andreas mit Handsägen die großen Äste in kleinere Stücke sägen. Hier war Teamarbeit gefragt: Der Sägebock musste stabilisiert werden und die Säge konnte nur zu zweit funktionieren. Dann ging es ins Backhaus. Die bereits vorbereiteten klebrigen Sauerteigrohlinge wurden mit Weizenmehl zu Brotlaiben geformt. Die Bäcker kamen dabei ganz schön ins Schwitzen.

Sie erfuhren aber auch, was für Zutaten in ein Brot kommen und welche Funktion die Hefe dabei hat. Während der Brotteig gehen musste, machten die Teilnehmer eine Brotzeitpause, um anschließend ihre Erzeugnisse in den aufgeheizten Backofen schieben zu lassen. Schon kurze Zeit später zog leckerer Duft über das gesamte Gelände. Eine der Mitarbeiterinnen passte gut auf, dass kein Brot als Brikett endete, während die Kinder im Gerätemuseum erfuhren, wie die alten Arbeitsgeräte funktionierten.

Es wurde allen gezeigt, welche Produkte aus Holz hergestellt wurden, und jedes Kind durfte die früher sehr beliebten Holzschuhe ausprobieren. Das Klappern und Scheppern war über den ganzen Platz zu hören. Zwischenzeitlich war das Brot fertig und durfte von den Kindern in ihrem mitgebrachten Stoffbeutel verstaut werden. Die Gruppe verzehrte sogleich einen frisch aufgeschnittenen Laib Brot.

Nach vier Stunden Arbeit konnten sich die Mädchen und Jungen gut vorstellen, wie aufwendig es vor 200 Jahren war, selbst Brot zu backen.

Am Nachmittag fuhr der Bus die Gruppe zur Veste Coburg, von wo aus alle durch den Hofgarten in das Naturkundemuseum spazierten. red



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren