Kulmbach

Brillante Blasmusiker in Uniform

Das Polizeiorchester Bayern konzertierte in der Dr.-Stammberger-Halle zugunsten der Aktion "Sternstunden".
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Ein Konzert auf höchstem Niveau gab das Polizeiorchester Bayern zugunsten der Aktion "Sternstunden". Foto: Klaus Klaschka
Ein Konzert auf höchstem Niveau gab das Polizeiorchester Bayern zugunsten der Aktion "Sternstunden". Foto: Klaus Klaschka

Trotz des gleichzeitig stattfindenden Abschiedskonzerts von Dekanatskantor Ingo Hahn in der Petrikirche (siehe Seite 12) war die Dr.-Stammberger-Halle beim Gastspiel des Polizeiorchesters Bayern am Sonntagabend zu gut zwei Dritteln besetzt. Das Ensemble reist derzeit durch den Freistaat, um die Aktion "Sternstunden" zu unterstützen.

Geholfen werden soll dabei "Kindern, die nicht auf die Sonnenseite des Lebens gefallen sind", wie Bürgermeister Ralf Hartnack in seiner Begrüßung erläuterte. In Kulmbach sponsern die "Sternstunden" das Kinderhaus am Schießgraben.

Das Orchester selbst versteht sich laut Polizeipräsident Alfons Schieder als "kulturelles Aushängeschild der Polizei in Bayern". Dass diese Beschreibung nicht übertrieben ist, bewies das Orchester zwei Stunden lang. Zu hören war symphonische Blasmusik auf höchstem Niveau.

Was 1951 mit einer Kapelle von 30 Polizisten begann, ist inzwischen zu einem Klangkörper mit 45 studierten Berufsmusikern gewachsen, die in Polizeiuniform auftreten. Geleitet wird das Orchester seit 2006 von Johann Mösenbichler. Dem gebürtigen Österreicher wurde 2018 der Titel "Generalmusikdirektor der bayerischen Polizei" verliehen. Die professionelle Ausrichtung ist insbesondere in der perfekten Intonation und im ausgewogenen Zusammenklang deutlich hörbar.

Mal bekannt, mal balladesk

Auf dem Programm standen bekannte Stücke wie Rossinis Overtüre zu "Wilhelm Tell" und der Einstieg in das Musical "Wonderful Town" von Leonhard Bernstein, dazu typische Blasmusik wie der "Ceremonial March" von Jan van der Roost und "Unsere Helden" des tschechischen Altmeisters Julius Fucik. Daneben waren exquisite Stücke wie das "Dramatische Essay" von Clifton Williams mit berauschender Solotrompete von Martin Ehlich und das balladeske "For a Flower" von Hermann Pallhuber zu hören, in dem Tobias Epp den dominierenden Solopart auf dem Euphonium zum Schmelzen brachte.

Leichter klang dagegen der "Hochzeitstanz" des Georgiers Jacques Press. Und wie ein Film zog "Of Sailors and Whales" von Francis McBeth an den Zuhörern vorüber. Diese Vertonung von fünf Charakteren aus dem Roman "Moby Dick" zeichnet die Beschreibungen dieser Personen im Originaltext von Herman Melville zum Geräusch einer orchestralen Windmaschine sehr variantenreich und überraschend musikalisch nach und war neben der rasant swingenden Overtüre von Bernstein wohl der Hinhörer des Konzerts.

Mit einer Zugabe, dem Konzertmarsch "Der Catalyst" von Orchestermitglied Manfred Heckenpleithner, gab sich das Publikum allerdings nicht zufrieden, so dass das Orchester auch noch Udo Jürgens‘ "Vielen Dank für die Blumen" als Dankeschön seinerseits drauflegte.

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