Forchheim

Briefmarken locken in die Kirche

Der Philatelistische Verein Forchheim zeigt in der Pfarrkirche Verklärung Christi eine Sonderschau mit Kirchenfenstern auf Briefmarken. Die Spenden sollen die Sanierung der Kirchenfenster von Verklärung Christi unterstützen.
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Zwölf Tore mit den Namen der Apostel (auf rotem Fundament), dargestellt in den Kirchenfenstern der Pfarrkirche Verklärung Christi, führen in die Heilige Stadt.  Foto: Josef Hofbauer
Zwölf Tore mit den Namen der Apostel (auf rotem Fundament), dargestellt in den Kirchenfenstern der Pfarrkirche Verklärung Christi, führen in die Heilige Stadt. Foto: Josef Hofbauer
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Josef Hofbauer Die Restaurierung der farbenprächtigen Kirchenfenster des in den Jahren 1957 bis 1959 errichteten Gotteshauses Verklärung Christi neigt sich dem Ende zu. Während die sieben großen Fenster auf der Nordseite der Kirche bereits in neuem Glanz erstrahlen, stehen auf der Südseite noch die Gerüste der Bau- und Kunstglaserei Lothar Schindhelm aus Sonneberg, der die Flächen reinigt und undichte Stellen wieder verschließt.

Dieses kostspielige Unterfangen will der Philatelistische Verein Forchheim unter der Leitung von Lorenz Neubauer mit einer, zur Sanierung der Kirchenfenster passenden Sonderausstellung in der Kirche unterstützen. Zusammengetragen hat die sehenswerte Schau der Forchheimer Glasermeister Günther John (81) mit Unterstützung seiner Sammler-Kollegen. Zum ersten Mal zeigt der Glasermeister auf 26 Schautafeln 670 Briefmarken aus aller Welt. Die philatelistischen Kostbarkeiten stammen aus 117 Ländern, die John zu sechs Regionen zusammengefasst hat.

Biefmarke aus Glas

Als Besonderheit ist die erste Glas-Postkarte mit der bekannten Sandl-Briefmarke "Pietà mit Kreuz" zu sehen. Die österreichische Post brachte diese Innovation am 10. Juni 2016 erstmals auf den Markt. Das Motiv der Pietà, auch Vesperbild genannt, stammt aus dem 14. Jahrhundert und zeigt Maria, die ihren vom Kreuz abgenommenen Sohn beweint. Die Marke mit einem Nennwert von 6,30 Euro wurde 140 000 Mal aufgelegt. "Angesichts der Millionen von Philatelie-Freunden eine gesuchte Rarität", findet John, der seit Jahrzehnten Briefmarken zu den Themen Kirchenfenster, Glas und (Hinter-)Glasmalerei sammelt.

Die weitaus meisten Kirchenfenster, die auf Briefmarken verewigt sind, stammen aus Frankreich. "Erstaunlich", findet Lorenz Neubauer, "denn Frankreich gilt als sehr säkulares Land." Zu den bekanntesten Briefmarken mit sakralen Motiven zählt das Rosettenfenster des Freiburger Münsters mit seinen 61 Feldern und 49 Glasscheiben ebenso, wie das Chorschlussfenster der Frauenkirche Esslingen oder die Fenster der Leipziger St.-Lukas-Kirche.

Zur Sammlung von Günther John, der aus dem 25 Kilometer nördlich von Breslau gelegenen Trebnitz stammt, gehören auch Darstellungen von Fenstern der Friedenskirchen aus Jauer und Schweidnitz, aus Wreschen, dem 100 Kilometer südlich von Danzig gelegenen Ort Kulm und der Dominikaner- bzw. Franziskanerkirche Krakau in Polen.

Von Marc Chagall

Kein geringerer als Marc Chagall schuf das Fenster der Synagoge des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem, das 1973 als Briefmarke herausgegeben wurde. Zur Sonderschau gehören Marken mit Motiven der Kathedrale von Canterbury ebenso, wie der nordöstlich von Madrid gelegenen Kathedrale von Segovia. Philatelistische Seltenheiten stammen aus Südamerika, von den Norfolk-Inseln, Niue im Südpazifik und aus Palau, einem Inselstaat im Pazifischen Ozean. Auch aus Mindenao, der zweitgrößten Insel des Philippinen findet sich eine Marke mit Kirchenfenstern in der Ausstellung.

Die Sonderschau ist nicht nur sehenswert, sondern auch lehrreich, denn der passionierte Philatelist Günther John hat seine Kostbarkeiten ebenso liebevoll wie informativ präsentiert. So erfährt der Besucher nicht nur Wissenswertes über die Kirchen, sondern auch über die Länder in denen sie stehen und die Künstler, aus deren Händen die Kirchenfenster stammen. Auf Grund der vielen Infos unser Tipp: "Mehrmals ansehen!"

Der Besuch ist gratis. Allerdings werden Spenden zu Gunsten der Renovierung der Kirchenfenster von "Verklärung Christi" dankbar angenommen. Zu sehen ist die Ausstellung noch mindestens bis Mariä Lichtmess, 2. Februar.

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