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Loffeld

Brauer bleibt ein attraktiver Beruf

Ausbildung  Paul Stark lernt bei der Staffelberg-Bräu in Loffeld das Brauer- und Mälzer-Handwerk. Dem 18-Jährigen macht die Arbeit viel Spaß. Er erfährt dabei viel über die Geschichte des Bieres, aber auch über chemische Abläufe von Gärprozessen.
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Zu den Aufgaben von Paul Stark gehört auch das Reinigen der Gärbottiche Foto: Matthias Einwag
Zu den Aufgaben von Paul Stark gehört auch das Reinigen der Gärbottiche Foto: Matthias Einwag
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von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias EInwag

Loffeld — Paul Stark mag Bier. Für Technik interessiert er sich auch. So lag es für ihn nahe, nach Abschluss der Realschule das Brauer- und Mälzer-Handwerk zu lernen. Vor einem Jahr begann er seine dreijährige Ausbildung bei der Staffelberg-Bräu in Loffeld. Bereut hat er seinen Entschluss noch keine Sekunde.
Als er noch die Realschule Burgkunstadt besuchte, nahm er an einer Brauereiführung in der Altenkunstadter Brauerei Leikeim teil. Dabei stellte er fest, dass das ein Beruf ist, der ihn interessiert. Und weil Mälzer und Brauer in Franken wohl auch in Zukunft noch Arbeit finden werden, bewarb er sich und erhielt in Loffeld eine Lehrstelle.
Der Beruf sei abwechslungsreich, sagt Paul Stark, "und man kommt unter die Leute". Das eigentliche Brauen geschehe meist sonntags, fährt der 18-Jährige fort, doch das sei vor allem die Arbeit seines Chefs, des Braumeisters Karl-Heinz Wehrfritz. Montags werde dann filtriert, dienstags und mittwochs werde abgefüllt, donnerstags und freitags stünden in der Regel Reinigungsarbeiten, aber auch das Abfüllen der Fünf-Liter-Fässchen an.
Außerdem werde freitags meist geschlaucht - mit diesem Ausdruck bezeichnet ein Brauer das Umfüllen des Suds vom Gärbottich in den Lagertank.
Auch das sei eine seiner Aufgaben. Hinzu kommt für Paul Stark der Unterricht in der Kulmbacher Hans-Wilsdorf-Berufsschule. Im Unterricht bekommen die angehenden Brauer Details über die Geschichte des Bieres ebenso beigebracht wie Fachwissen über chemische Abläufe von Gärprozessen oder die Wirkung von Enzymen.

Technik spielt eine große Rolle

"Brauer waren immer schon technikorientiert", sagt Karl-Heinz Wehrfritz, "das ist schon ein technischer Beruf". Der 46-jährige ist Paul Starks Ausbilder. "Das Wichtigste bei der Ausbildung ist, dass die jungen Leute Lust auf das haben, was sie tun", fährt er fort.
Wenn Paul Stark ausgelernt habe, stünden ihm mehrere Wege offen: Er könne als Lebensmitteltechniker in die Industrie gehen, aber auch als Mälzer arbeiten, sagt Karl-Heinz Wehrfritz. Möglich sei, dass er sich als Mechatroniker spezialisiere, denn was früher von Hand gemacht wurde, sei heute in mittleren und größeren Brauereien automatisiert und computergesteuert. Paul Stark könne sich jedoch auch - zum Beispiel in Weihenstephan - zum Diplom-Braumeister weiterbilden.

Wichtig für die Genussregion

"Es ist heute möglich, ein Studium draufzusatteln und den Bachelor zu machen oder die Fachhochschule zu besuchen", sagt Bernd Rehorz, der Leiter des Bereichs Berufliche Bildung bei der IHK Bayreuth. "Dieser Beruf ist wichtig für Oberfranken, für die Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt", ergänzt er.
Um dieses Alleinstellungsmerkmal unter den Tourismusregionen zu erhalten, müsse man aber auch etwas tun, denn die Vielfalt dieser Brauereienlandschaft sei einzigartig.
Die IHK Oberfranken-Bayreuth verzeichnete in den vergangenen Jahren sogar einen leichten Anstieg in diesem Lernberuf. Während 2010 zum Jahresende 20 aktive Brauer und Mälzer registriert wurden, waren es im Jahr darauf 22, Ende 2012 sogar 26 und am Jahresende 2013 wieder 24.
Welchen Weg Paul Stark nach der dreijährigen Lehrzeit einschlagen will, weiß er derzeit noch nicht ganz genau. Zwei Jahre hat er noch, um sich mit den Finessen des Berufs weiter vertraut zu machen und zu überlegen, wie er weitermacht. In Loffeld werde der Grundsatz "Lerning by doing" angewandt, sagt Karl-Heinz Wehrfritz, also die Schulung der Fertigkeiten durch praktisches Arbeiten.
Welches Bier ihm besonders schmeckt, weiß Paul Stark aber jetzt schon genau: "Unser Weizen, unser Querkela-Rauchbier und ein helles Augustiner."

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