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Brasilianische Erlebnisse

Vor rund 200 Jahren, von 1817 bis 1820, waren die beiden fränkischen Naturforscher Johann Baptist Spix aus Höchstadt und der Erlanger Carl Friedrich Philipp Martius in Brasilien unterwegs. Zum Jubiläu...
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Dieses Bild eines Botocudo-Indianers stammt aus dem Atlas von Spix und Martius. Repro: privat
Dieses Bild eines Botocudo-Indianers stammt aus dem Atlas von Spix und Martius. Repro: privat

Vor rund 200 Jahren, von 1817 bis 1820, waren die beiden fränkischen Naturforscher Johann Baptist Spix aus Höchstadt und der Erlanger Carl Friedrich Philipp Martius in Brasilien unterwegs. Zum Jubiläum dieser Expeditionsreise hat Günther Niklas vom Vorstand des Höchstadter Spix-Vereins einen Aufsatz verfasst, der die Reiseroute und die Erlebnisse der beiden Wissenschaftler im Jahr 1818 nachzeichnet. Hier einige Auszüge daraus:

"Am 9. Januar 1818 verließen sie São Paulo. Endlich entkamen sie den Schattenseiten der tropischen Fauna, den lästigen, schmerzenden und gefährlichen Parasiten. Sandflöhe hatten ihnen zugesetzt, Schaben und Ameisen waren allgegenwärtig. Schlimm waren die Milben, die, wenn sie sich schon in die Haut eingefressen hatten, nur durch Einreiben mit Branntwein, mit in Wasser eingeweichtem Tabak oder nur durch Räucherungen getötet werden konnten. ( ...)

Jagd auf Kannibalen

Anfang Juni 1818 brachen sie auf, um zum Rio São Francisco zu gelangen. Auf ihrem Weg trafen sie auf eine Gruppe von Botocudos, die als Kannibalen galten und die wegen ihres Aussehens von Spix sehr negativ geschildert wurden. Als herumziehende Nomaden verweigerten sie sich den "Segnungen" der Zivilisation und wurden per königlichem Dekret von den Portugiesen gnadenlos gejagt und getötet. Viel zivilisierter beschrieb er die Macuani-Indianer, die in Hütten lebten und Ackerbau betrieben. ( ...)

Ende September 1818 traten sie allen Warnungen zum Trotz den 100 Meilen langen Weg durch die Halbwüste Caatinga nach Salvador da Bahia an. Ihnen war bewusst, dass sie für die Maultiere nicht genügend Futter und Wasser finden würden und mit dem Tod mancher Lasttiere rechnen mussten. Und so kam es auch. Ein Bach, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten, war gänzlich ausgetrocknet. In ihrer Not tranken sie aus einer ,ekelhaften grünen Lache‘. ( ...) Aus ihrem Bericht wird deutlich, dass beide nur knapp dem Tod durch Verdursten entronnen waren und nur durch äußerste Willensanstrengung ihre Reise fortsetzten und ihre Sammlung nicht aufgaben." red



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