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Lichtenfels

Bollerwagen bleibt wohl in der Garage

Verschiedene Biere testen, mal wieder sportliche Herausforderungen oder die Natur mit der ganzen Familie kennenlernen können die Ziele für den Vatertag 2020 sein. Wir geben Tipps abseits der klassischen Wege und Aussichtspunkte.
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Eine gute Gelegenheit für Väter, etwas mit ihren Kindern zu unternehmen Fotos: Corinna Tübel
Eine gute Gelegenheit für Väter, etwas mit ihren Kindern zu unternehmen Fotos: Corinna Tübel
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Ob Dreifach-Vater, Möchte-gern-Vater oder Ich-werde-nie-Vater: Der Vatertag wird traditionell an Christi Himmelfahrt gefeiert - in vielen verschiedenen Formen. Die vielleicht ursprünglichste Form der Herrenpartie ist sicherlich die Bollerwagen-Wanderung. Wenn es auch kein offizielles Verbot für dieses Format gibt, so dürfte sich seine Umsetzung heuer schwierig gestalten: Für Personen desselben Hausstandes, das heißt Väter mit Söhnen oder Brüdern, und einer Person eines anderen Hausstandes wäre das Bollerwagen-Ziehen ohne weiteres möglich.

Personen mehrerer verschiedener Hausstände wird jedoch dringend der Mindestabstand von 1,5 Metern empfohlen. Dies hätte zur Folge, dass man zwar abwechselnd, aber streckenweise alleine das Gefährt ziehen müsste. Die Sachlage, auch bei eventuellen Kontrollen, ist schwierig abzugrenzen. Traditionsbewusste Herren können sich jedoch schon einmal Wissen für das kommende, hoffentlich unkompliziertere Jahr aneignen: Wussten Sie, dass einst das Gewicht der eigenen Kinder in Bierkästen umgerechnet und das Gefährt entsprechend für eine Tour durch die Gegend beladen wurde? Wer den Bollerwagen also noch nicht dementsprechend füllen kann, sollte sich zunächst einmal Gedanken über die Familienplanung machen.

Biervielfalt der Region

Einfacher ist es am Vatertag 2020 sicherlich, die Vielfalt der oberfränkischen Brauereien vor Ort zu testen - beispielsweise im Rahmen des "Brauerei-Wegs 1" des Kur- und Tourismus-Service Bad Staffelstein. Der Bierkrug mit entsprechender Nummerierung dient als Wegmarkierung für die rund 15 Kilometer lange Strecke, die am Bahnhof Bad Staffelstein, aber auch von jedem anderen Ausgangspunkt in der Adam-Riese-Stadt begonnen werden kann. Die Stadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern durchquerend gelangt man zunächst nach Unterzettlitz. Nach einem kurzen Stück auf dem Wanderweg überschreiten die Wanderer die Mainbrücke und erreichen das kleine Örtchen Wiesen. Hier warten gleich zwei Gasthäuser im Außenbereich auf Kundschaft: die Brauerei Thomann (am 21. Mai von 16 bis 20 Uhr geöffnet) sowie die Brauerei Hellmuth (am 21. Mai von 10.30 bis 20 Uhr geöffnet).

Nach der kürzeren oder längeren Stärkung muss man an der Kreuzung links gegenüber der St.-Andreas-Kirche in den Eierbergweg einbiegen. Danach geht es bergauf und bergab, bis man auf der Anhöhe zurück auf die Straße und nach Nedensdorf gelangt. Die dortige Brauerei Reblitz hat ihren Biergarten von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Der idyllische Pilgerweg führt anschließend am Main entlang nach Unnersdorf. Dort biegt man rechts ab und läuft über die Brücke. Der gut ausgebaute Fußweg führt zurück zum Bahnhof - so die Wegbeschreibung des Kur- und Tourismus-Service Bad Staffelstein.

Wanderung mit Aussicht

Wer sich lieber eine flüssige Wegzehrung in den Rucksack packt oder diese gar nicht benötigt, ist auf dem "Prälatenweg" gut aufgehoben: Die rund 12,5 Kilometer lange Tour ist für durchschnittlich schnelle Wanderer in 3,5 Stunden geschafft. Diese starten am Sportzentrum an der Friedenslinde in Lichtenfels. Die schwarze 6 auf gelbbraunem Grund führt in den Wald hinein in Richtung der bekannten "Eisernen Hand". Längere, aber durchaus moderate Anstiege führen zum ersten Knotenpunkt der Strecke, an dem eine erste Rast in idyllischer Lage eingelegt werden kann. Ein Forstweg rechter Hand führt wiederum nach kurzer Abbiegung rechts in den herrlichen Laubwald nach Klosterlangheim, dem früheren Ort der Zisterzienser-Mönche. Am anderen Ortsende kann im Außenbereich der Gaststätte "Klosterhof" (am 21. Mai von 10.30 bis 20 Uhr geöffnet) eine komfortable Mahlzeit verzehrt werden. Wieder in den Ortskern zurückgekehrt, nehmen Wanderer die erste Straße rechts und folgen dem Forstweg mit der schwarzen 6, der zunächst steil nach oben, später wieder in flachem Terrain weiterführt. Kurz vor dem idyllisch gelegenen "Rehbrunnen" biegt man links auf einen kleinen Pfad ab. Die dortigen Sitzgelegenheiten, das glasklare Quellwasser und die beschauliche Umgebung lädt wiederum zu einer kurzen Rast ein, ehe man das kleine Degendorf erreicht. Nach einem kurzen Stück an der Straße entlang zweigt man links wieder in den Wald ab und gelangt über den "Gretchenbrunnen" schließlich zurück zum Startpunkt der Route.

Für Familien empfiehlt sich ein Ausflug zum Felsenlabyrinth Eichig. Versteckt und relativ unbekannt in einem kleinen Wäldchen östlich des Juradorfs Eichig können Groß und Klein imposante Felsformationen bestaunen, die mal mit Moos und Farnen überwachsen, mal kahl und herrlich kühl sind. Für Kinderwagen ist diese Strecke nicht empfehlenswert, eine Rückentrage oder Ähnliches für kleinere Kinder bietet sich an. Verschlungene Pfade führen auf dem rund 2,2 Kilometer langen Rundweg durch dieses Naturschauspiel, für das durchschnittliche Wanderer mit Kindern rund 1,5 Stunden benötigen werden. Schließlich muss man hier und da stehen bleiben, mit Papas Hand auf einen der kleineren Felsen steigen, in die ausgehöhlten Brocken lugen, verstecken spielen und allerhand mehr. Start der Tour ist der kleine Wanderparkplatz, den man vom Kinderspielplatz in Eichig aus, am Kötteler Graben vorbei, über die Wegmarkierung des roten Querkreuzes erreicht. Etwa 100 Meter weiter trifft man am Waldrand auf ein Kreuz und eine Hinweistafel mit der blauen Raute sowie dem Gottesgartensymbol, denen man - rechts abbiegend - folgt und in den Wald eintaucht. Am Ende der Tour gelangt man aus südlicher Richtung wieder an den Ausgangspunkt zurück, wo man entweder ein Picknick genießen oder noch einen kurzen Abstecher zum Spielplatz machen kann.

Ein Tipp: Sowohl bei warmen Temperaturen als auch bei vorangegangenem Regen eignet sich dieser Ausflug gut. Das Wäldchen spendet Schatten und duftet bei Nässe herrlich frisch!

Sportlich fordernd

Doch auch sportliche Männer sollen an diesem Tag nicht zu kurz kommen. Ein 23 Kilometer langer Teilabschnitt des Panorama-Radwegs verbindet das Lichtenfelser Land mit dem Coburger Landkreis. Wer die anstrengenden Aufstiege und rasanten Abfahrten zu Beginn und zum Ende der Etappe meistert, wird mit herrlichen Aussichten auf die beiden imposanten Barockbauten Kloster Banz und Vierzehnheiligen sowie das gesamte Umland belohnt. Mit Treffpunkt in Lichtenfels kann die Tour, die überwiegend auf asphaltierten Wegen zurückgelegt wird, etwa am Bahnhof oder der Alten Coburger Straße begonnen werden. Einer weiß-roten Wegmarkierung mit einer Abbildung des Klosters Banz folgend gelangen die Radler bald durch herrliche Landschaften nach Buch am Forst, durchqueren das kleine Örtchen Obersiemau und gelangen nach Birkach am Forst. Über die malerischen Dörfer wieder auf Lichtenfelser Seite Tiefenroth, Gnellenroth, Stetten und Weingarten führt der Weg über Stetten zurück ins heimische Reundorf, von da aus wieder nach Lichtenfels zum jeweiligen Ausgangspunkt. Eine nicht unbedingt tagesfüllende, aber herausfordernde Strecke.

Eine Einkehr in den mittlerweile wiedergeöffneten Biergärten im Stadtgebiet oder im heimischen Grill am Garten hat man sich jedenfalls verdient!