Bad Kissingen
Grundwassermessung

Bohrgerät schwebt über die Dächer hinweg

Ein ungewöhnliches Schauspiel kann man am Mittwoch, 10. Juli, in der Altstadt beobachten. In einem Hinterhof zwischen Marktplatz und Grabengasse muss eine weitere Grundwassermessstelle errichtet werde...
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Ein ungewöhnliches Schauspiel kann man am Mittwoch, 10. Juli, in der Altstadt beobachten. In einem Hinterhof zwischen Marktplatz und Grabengasse muss eine weitere Grundwassermessstelle errichtet werden. Dafür wird morgens auf dem Marktplatz auf Höhe der Hausnummer 17 ein Mobilbaukran aufgebaut. Die Gewerbetreibenden wurden vorab bereits informiert, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

"Die Stadt Bad Kissingen setzt für das Projekt Neue Altstadt auf schweres Gerät", sagt Bauamtsleiter Jan Voll. "Wir achten darauf, dass wir mit den Untersuchungen den Anwohnern und Gästen so wenige Umstände wie möglich machen. Und dafür brauchen wir diesen besonderen Kran."

Bisher konnten alle Messpegel auf öffentlichem Grund angebracht werden, und die Bohrstellen waren mit dem Bohrgerät gut erreichbar. Zu diesem Messpunkt im Hinterhof jedoch führt keine Tür, die groß genug wäre, um das Bohrgerät dorthin zu bringen. Die einzige Lösung: Das Bohrgerät muss über die Dächer hinweggehoben werden. "Für die Menschen auf dem Marktplatz dürfte das ein ungewöhnlicher Anblick werden", sagt Jan Voll. "Denn man sieht nicht oft ein Bohrgerät über den Dächern kreisen."

Nur für wenige Minuten

Die morgendliche Hebeaktion werde voraussichtlich nur wenige Minuten dauern. Der mobile Kran aber wartet solange, bis die Bohrungen abgeschlossen sind und der neue Pegel richtig sitzt. Dann wird aller Voraussicht nach am späten Nachmittag das Bohrgerät wieder aus dem Hinterhof geholt und der Kran wird die Altstadt wieder verlassen.

Die Erkundung der wasserführenden Schichten unter der Bad Kissinger Altstadt dauert an. "Nicht schnell, sondern gründlich arbeiten wir daran, so viele Messdaten zu erheben, dass wir in der Durchführungsphase des Projektes keine Überraschungen erleben", erklärt Thomas Hornung, Referatsleiter Tiefbau.

Wo zieht Kanal Grundwasser ab?

"Insgesamt neun neue Grundwassermessstellen - davon drei im privaten Bereich - werden gesetzt, um die Karte der Fließbewegungen des Grundwassers zu einem Gesamtbild zu ergänzen. Das ist nötig, weil wir bisher aus dem Bereich unterhalb der Häuserblöcke keine belastbaren Daten haben. Und wir wollen einfach ganz sicher sein, welche Auswirkungen die Kanalsanierung auf das Umfeld in der Altstadt hat." Zusätzlich lasse sich so ergründen, von wo der städtische Kanal aufgrund seiner Drainagefunktion Grundwasser abzieht und ableitet. Er sei dankbar, dass die Eigentümer zugelassen haben, dass die Grundwassermessstellen auf ihren Grundstücken eingerichtet werden dürfen.

Im Zeitraum vom 9. bis 12. Juli werden in der Altstadt die weiteren Grundwassermessstellen errichtet. Diese sind in den folgenden Bereichen geplant: Kirchgasse, Bräugasse, Theresienstraße, Weingasse, Obere Marktstraße Höhe Landratsamt, Weingasse und Badgasse.

Anwesen immer erreichbar

Die Herstellung dieser Messstellen werde jeweils etwa einen halben Tag in Anspruch nehmen. Die Stadt Bad Kissingen bittet Anlieger und Eigentümer um Verständnis für die Einschränkungen und versucht, die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten. Ihre Anwesen könnten die Anlieger immer problemlos erreichen. red

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