Stellungnahme

BN greift Schulleiter wegen ablehnender Haltung an

Nachdem sich in der Diskussion über den Erhalt eines Biotops an der Kerschensteinerstraße in Höchstadt die Wogen zwischen Naturschützern und Stadtverwaltung geglättet haben, attackiert Christoph Reuss...
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Nachdem sich in der Diskussion über den Erhalt eines Biotops an der Kerschensteinerstraße in Höchstadt die Wogen zwischen Naturschützern und Stadtverwaltung geglättet haben, attackiert Christoph Reuss von der Höchstadter Ortsgruppe des Bundes Naturschutz (BN) nun Gymnasialdirektor Bernd Lohneiß.

Naturschützer und Anwohner hatten mit einer Unterschriftenaktion verhindert, dass das Grünareal unterhalb der Kerschensteinerstraße bebaut wird. Nun geht es darum, wie das Gelände künftig genutzt werden soll. Reuss ärgert sich in einer Stellungnahme vor allem über die Aussage von Lohneiß, die Schule habe nicht vor, das Biotop zum Beispiel in Biologie für Unterrichtsgänge zu nutzen. Die Lehrer brächten Anschauungsmaterial mit in den Unterricht. Es gebe zwar berechtigte Argumente für den Erhalt dieses Artenrefugiums, aber er wolle "die Schule nicht vor den Karren der Initiative spannen lassen", hatte Lohneiß gesagt.

Kritik an der Wortwahl

Nun fragt Reuss: "Ist es problematisch, wenn man der Meinung der Naturschutzverbände und deren Vereine sowie 97 Prozent der Anlieger am Kellerberg zustimmt, die für den Erhalt dieses überaus wertvollen Biotops eintreten? Ist es die angemessene Wortwahl, wenn man in diesem Zusammenhang sich nicht vor deren Karren spannen lassen möchte?" Auch ein bayerischer Beamter sei nicht verpflichtet, zu allem "Ja und Amen" zu sagen, denn fachlich hätte Lohneiß laut Reuss durchaus die Möglichkeit gehabt, als Privatperson seine Meinung zu äußern, da er Biologielehrer sei.

Es gehe hier um ein Biotop, das an Vielseitigkeit kaum zu überbieten sei, so Reuss in seiner Stellungnahme weiter. Um eine betretbare Wiese gruppieren sich Blütenpflanzen, zahlreiche Heckensträucher und als Krönung 100-jährige Ostbäume, die heuer überreich Blüten und Früchte trugen. Zwei von ihnen seien die wahrscheinlich letzten Vertreter einer nicht erfassten Art. Ein urwaldähnlicher Bereich und eine Totholzdeponie ergänzen das Gebiet.

Auch die Tierwelt habe einiges zu bieten. Fledermäuse hätten sich etabliert. Im direkten Blickfeld seien heuer ein Hornissenschwarm und eine Starenfamilie, jeweils in Baumhöhlen, zu erkennen gewesen. Insgesamt wurden über dreißig verschiedene Vogelarten registriert. Angesichts eines so breit gestreuten Angebots, Natur kennen- und ihre überragende Bedeutung schätzen zu lernen, sollte eine Entscheidung nicht schwer fallen, meint Reuss in Bezug auf Lohneiß und das Gymnasium. Umso verwunderlicher sei nun die Haltung des Schulleiters. red



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