Neunkirchen am Brand

Blusenfabrik ist Kunigunda Nabers Lebenswerk

Noch immer geht Kunigunda Naber täglich zu einem Rundgang in ihren Betrieb. "Da freuen sich alle Mitarbeiterinnen", freut sich Kunigunda Naber aus Neunkirchen am Brand, als sie das an ihrem 90. Geburt...
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Kunigunda Naber
Kunigunda Naber

Noch immer geht Kunigunda Naber täglich zu einem Rundgang in ihren Betrieb. "Da freuen sich alle Mitarbeiterinnen", freut sich Kunigunda Naber aus Neunkirchen am Brand, als sie das an ihrem 90. Geburtstag erzählt. Die Blusenfabrik Naber mit Brautmoden Naber ist nicht nur der Betrieb, den sie mit Ehemann Herbert aufgebaut hat, sondern zugleich ihre Lebensgeschichte und ihr Hobby.

Mit vier Schwestern und einem Bruder ist Kunigunda Naber in Altdorf aufgewachsen und lernte Schneiderin, legte 1952 ihre Meisterprüfung ab und heiratete 1953 den Herrenschneidermeister Herbert Naber. Ein Geschäft führten sie in Nürnberg, und bald kam der Einkäufer von Hertie, um sich von Herbert Naber die damals noch abknöpfbaren Blusenkrägen schneidern zu lassen. Im Wohnzimmer geschah das, bald wurden die Aufträge größer und mehr Näher waren damit beschäftigt.

Wie der damalige Neunkirchener Bürgermeister Georg Hemmerlein von Nabers Schneiderkünsten erfahren hat, weiß keiner mehr. Doch Hemmerlein fuhr nach Nürnberg und machte dem Ehepaar in deren Wohnzimmer Neunkirchen am Brand als Standort für einen Betrieb schmackhaft. 1960 zog das Ehepaar in die Marktgemeinde und baute die Blusenfabrik Naber auf. Das Geschäft ging sehr gut, nach nur einem Jahr waren bei den Nabers 60 Mitarbeiter und vor allem Mitarbeiterinnen angestellt.

Bald konnte erweitert werden, indem die Nabers eine zweite Halle kauften. Brautmoden zu entwerfen war das Hobby der Jubilarin, die noch immer rüstig ist und kein einziges Medikament nehmen muss. Noch immer sind Nabers Brautmoden weit bekannt. Ihre beiden Söhne Gerd und Bernd hat sie nebenbei aufgezogen. "Ich hatte den Betrieb. Sie sind mit ins Geschäft", erklärt die Jubilarin, die auch 20 Jahre lang im Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) war.

Auf die Veränderungen im Textilgewerbe haben die Nabers flexibel reagiert und waren deshalb auch oft in Albanien in ihrem Produktionsbetrieb vor Ort. Die Firma Naber stellt nicht nur auf Messen aus, sondern fertigt schon jahrzehntelang für die Versandindustrie. Ihre Moden sind nicht nur im eigenen Geschäft, sondern auch bei Otto und deren Tochterfirmen Klingel oder Witt-Weiden erhältlich. Zum 90. Geburtstag gratulierten auch fünf Enkel und zwei Urenkel sowie Zweiter Bürgermeister Martin Mehl und die Forchheimer Vizelandrätin Rosi Kraus (beide CSU).

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