Höchstadt a. d. Aisch

Blütenmeer statt Schotterwüste

Die Höchstadter Gartenliebhaberin Monika Metzler hat vor ihrem Haus ein Eldorado für Bienen und alle anderen Insekten geschaffen. Dafür gibt es Lob vom Landratsamt.
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Angelika Schiffer (links) ist vom Vorgarten von Monika Metzler (rechts) begeistert.  Foto: A. Dorsch
Angelika Schiffer (links) ist vom Vorgarten von Monika Metzler (rechts) begeistert. Foto: A. Dorsch
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Andreas Dorsch Auch in den Höchstadter Neubaugebieten sieht man sie immer häufiger: Schottergärten. Schön, sauber, vermeintlich pflegeleicht, fertig für immer. Angelika Schiffer aus der Gartenbauabteilung des Landratsamts Erlangen-Höchstadt sieht diese Art, mit farbigen Steinen und ein paar vereinzelten Pflanzen dazwischen Gärten zu gestalten, weniger positiv.

In einigen deutschen Städten und Bundesländern wird bereits über ein Verbot solcher Schottergärten diskutiert. "Eine grabähnliche Gestaltung für das ganze Jahr", sagt Schiffer und verweist auf ein farbenprächtiges Beispiel in Höchstadt, wie es auch anders geht. Ein "ganz besonderes optisches Highlight" in allen vier Jahreszeiten ist für die Gartenbauexpertin der Vorgarten von Monika Metzler in der Tilman-Riemenschneider-Straße.

Begriff "sauber" überdenken

Ein idealer Tummelplatz für Bienen und alle anderen Insekten. Mit einem solch beispielhaften Vorgarten möchte das Landratsamt den Freunden von Schottergärten Mut machen, ihre Einstellung auch zum Begriff "sauber" zu überdenken. Welchen Nutzen hat eine sterile Steinwüste für Natur und Umwelt?

Monika Metzler liebt heute ihr blühendes Paradies, das eigentlich mehr durch Zufall entstanden ist. "Wir hatten vor dem Haus immer einige Koniferen und ein Stück Rasen", blickt Metzler zurück. Als der Familie das Rasenmähen auf der kleinen Fläche zu umständlich geworden war, begann Monika Metzler, Stauden zu pflanzen. Unterstützung bekam sie von ihrem Enkel, der sich im Alter von sieben/acht zum Blumenliebhaber entwickelte und alles was er fand, daheim im Vorgarten einpflanzte.

Auch die Hausherrin bekam immer mehr Gefallen an den blühenden Stauden und pflanzte Frauenmantel, Storchschnabel, Echinacea, Phloxe, die lange blühende Bienenpflanze Katzenminze, verschiedene Funkien, von denen einige jetzt im Herbst noch blühen. Hortensien, die sie als kleine Zimmerpflanzen in den Vorgarten setzte, gedeihen prächtig, viele Pfingstrosen sorgen im Frühjahr für eine Blütenpracht.

Und die Stauden kommen jedes Jahr wieder. Dadurch hält sich der Pflegeaufwand für die Gartenliebhaberin in Grenzen. "Ich muss im Frühjahr einmal gründlich durch und ab und zu mal jäten", sagt Metzler. Wenn dann alles austreibt und der Vorgarten dicht wird, kommt Unkraut kaum mehr durch. Ansonsten schneidet sie nur das Abgeblühte ab.

Auf Trockenheit einstellen

Metzler hat ihr blühendes Paradies in erster Linie für sich angelegt. Bei der Pflege gilt für sie die Devise, ein Vorgarten sollte keinen verwahrlosten Eindruck machen - "man muss aber auch nicht jedes Unkraut gleich rauszupfen".

Einen Tipp kann sie Gartenfreunden mitgeben, die Ähnliches anlegen wollen. Bei Neuanpflanzungen in Zeiten des Klimawandels sollten Pflanzen gewählt werden, die auch Trockenperioden überstehen. Man sollte nicht viel gießen müssen.

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