Weisendorf

Blühstreifen für Weisendorf

Der Markt soll seine Vorbildfunktion nutzen, um bei den Weisendorfern mehr Bewusstsein zu schaffen für die optimalen Rahmenbedingungen zur Steigerung der Artenvielfalt.
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Hübsch anzusehen und eine Labsal für Insekten sind die Blühstreifen. Weisendorf will sich für die Erhaltung der Artenvielfalt einsetzen. Foto: Richard Sänger
Hübsch anzusehen und eine Labsal für Insekten sind die Blühstreifen. Weisendorf will sich für die Erhaltung der Artenvielfalt einsetzen. Foto: Richard Sänger
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Bei Übergabe des Aktionsplans zur Artenvielfalt im Weisendorfer Rathaus durch Angelika Mechthold-Schmitz vom Obst- und Gartenbauverein und Christian Wosegien, Vorsitzender der Ortsgruppe Seebachgrund im Bund Naturschutz Bayern, an Bürgermeister Heinrich Süß gab es Lob und Anerkennung.

"Letztlich ist Artenvielfalt nicht nur ein Thema für die Kommune, sondern für alle Bürger, und jeder kann auf vielfältige Art und Weise seine Beiträge leisten", erklärte Wosegien bei der Übergabe der Dokumentation. Denn es falle leichter, die Bevölkerung mitzunehmen, wenn die Gemeinde als positives Beispiel vorangehe.

"Die Gemeinde hat in den letzten Jahren schon viel getan, und das ist ganz toll. Aber es ist noch Luft nach oben", lobte Wosegien. Die Dokumentation mit einer Reihe Ideen und Vorschlägen sei leicht umzusetzen, lediglich der Einsatz des Mulchmähers sei ihm noch ein Dorn im Auge.

"Der sei aber in bestimmten Bereichen notwendig und hat seine Vorteile", antwortete der Bürgermeister und wies darauf hin, dass die Mitarbeiter des Bauhofs damit sehr sparsam umgehen.

Kooperationsbereitschaft

Dass der Bund Naturschutz und der OGV bei ihm offene Türen einrennen, verdeutlichte der Bürgermeister aber auch und wies darauf hin, dass sich die Mitarbeiter des Bauhofs bei der Pflege von Grünflächen sehr viel Mühe gäben. Den Vorschlag von Mechthold-Schmitz und Wosegien, bei den Aktionen gemeinsam aufzutreten, nahm Bürgermeister Süß gern an.

Weisendorf habe auch beim neuen Baugebiet in Buch im Herbst das Anlegen von Blühflächen vorgesehen, die Vorbereitungen dafür laufen. Auch habe Weisendorf bereits einen Teil des westlichen Seebachs erworben, um eine Renaturierung durchführen zu können.

Angelika Mechthold-Schmitz bat darum, neben privaten Gartenbesitzern auch die Landwirte einzubinden, die ebenfalls erheblich zum Artenschutz beitragen. Die Landwirte würden beim Einsatz von Pestiziden reglementiert, und die viele Gartenbesitzer gingen damit "sehr sorglos um, wenn irgendwo Unkraut hervorspitzt".

Wie Bürgermeister Süß erläuterte, werden die erforderlichen Ausgleichsflächen nach Möglichkeit miteinander verbunden werden, damit Insekten und Kleintiere wechseln können. Zum Hinweis, am besten überhaupt keine Ausgleichsflächen auszuweisen, erklärte der Bürgermeister, dass aktuell die Hälfte der Wohnungen, die neu errichtet werden, auf nachverdichteten Flächen entstehen.

Baum pflanzen

Den Hinweis, die Gemeinde möge doch auch Streuobstwiesen anlegen, nahm der Bürgermeister ebenfalls wohlwollend zur Kenntnis. Er zeigte sich auch für den Vorschlag von Mechthild-Schmitz aufgeschlossen, bei der Geburt eines Kinds in der Gemeinde einen Obstbaum zu pflanzen.

Auch den Vorschlag, dass die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen könnte und mit Vorschlägen an die Öffentlichkeit gehen möge, weil sie mehr Gehör als ein Verein finde, nahm der Bürgermeister an. Süß wird mit OGV und Bund Naturschutz ein Konzept entwickeln. Für den Erfolg bedürfe es jedoch nicht nur der Durchführung kommunaler Maßnahmen zugunsten der Artenvielfalt, sondern auch eines Bewusstseinswandels in der Gesellschaft. Der Gemeinde Weisendorf falle daher Vorbildfunktion zu. Darunter fallen konkrete Einzelmaßnahmen ebenso wie Grünordnungspläne in Bauleitverfahren, außerdem eventuell Bildungsmaßnahmen (Vorträge) und Aktionen mit Beteiligung der Bevölkerung.

Eine Gemeinde müsse im Bereich der Daseinsvorsorge nicht gewinnorientiert handeln. Insofern bietet das neue Bayerische Naturschutzgesetz Chancen. Dieser Aktionsplan für die Artenvielfalt biete der Gemeinde Gelegenheit, sich zukunftsorientiert zu präsentieren.

Kaum Vorlaufzeit

Wie Wosegien und Mechthold-Schmitz dem Bürgermeister erklärten, seien einige der Vorschläge leicht und schnell umsetzbar, andere benötigen einen politischen Prozess der Willensbildung oder einen Vorlauf für die Planung.

Doch unabhängig vom Faktor Zeit werde die Öffentlichkeit die Themen aufmerksam begleiten und immer wieder die Umsetzung anmahnen.

Die Vorsitzende des OGV bot auch an, dass sie Gartenbesitzer bei einer Neuanlage ihres Gartens berät.

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