Herzogenaurach

Blick nach vorne und zurück

Moderne Architektur, flexible Arbeitsplätze, Bewegung im Arbeitsalltag - Adidas hat den Campus mit der sogenannten Arena fertiggestellt. Nun sind alle Herzogenauracher Mitarbeiter erstmalig zusammen auf der World of Sports vereint.
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Futuristisch wirkt die neue "Arena". Die Frage der Kosten behält man aber lieber für sich.
Futuristisch wirkt die neue "Arena". Die Frage der Kosten behält man aber lieber für sich.
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Michael Busch Der Unternehmenssprecher Oliver Brüggen bringt es in einem Satz auf den Punkt: "Wenn hier jemand nicht gerne arbeitet, dann weiß ich auch nicht mehr." Der Adidas-Pressesprecher schaute dabei innerhalb des neuen Gebäudes Arena in die oberen Etagen. Eine moderne Architektur, viel Platz und noch mehr Raum zum Arbeiten.

Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller hatte eingeladen zur Vorbesichtigung des neuen Gebäudes, zur Präsentation des Campus", zum nächsten Bau nach dem Gebäude Laces im Jahr 2011, dem Betriebskindergarten "World of Kids" im Jahr 2013 sowie des Fitnessstudios ein Jahr später. 2018 kam ein weiteres Gebäude mit Betriebsrestaurant und Besprechungsräumen und dem Namen "Halftime" dazu.

Verankerte Innovationskultur

"Sie spüren hier den besonderen Geist unseres Unternehmens", erläuterte Karen Parkin, Vorstandsmitglied und verantwortlich für Personal, oder wie es bei Adidas heißt: für Human Resources. Sie erklärte, dass Innovation tief in der Unternehmenskultur verankert sei. Dazu gehöre auch das neuartige, flexible Arbeitsplatzkonzept. "Die Mitarbeiter haben zwar noch ihren eigenen Raum, aber sie können im Grunde von jedem Platz aus arbeiten." Das ist an dem heißen Sommertag auch zu beobachten. Vor dem Gebäude, im Schatten, sitzen Mitarbeiter an ihren Laptops und arbeiten von draußen, andere haben sich in der Empfangshalle niedergelassen und besprechen sich dort mit Kollegen. Die einen privat, die anderen geschäftlich.

Das Innere des Gebäudes besticht durch den vielen Raum und die scheinbar endlosen Treppen. Die Fahrstühle werden selten benutzt, man wird dem Sportunternehmen gerecht. Wobei Pressemitarbeiter Stefan Pursche erklärt: "Es gibt regelrechte Challenges in manchen Abteilungen, die das Treppenlaufen vorgeben." Fast alle der 2000 Mitarbeiter in diesem neuen Gebäude nutzen die "fulminante Treppenkonstruktion" - so die Eigenbeschreibung. 136 Stufen bieten laut Unternehmen die Möglichkeit, körperliche Bewegung in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren. Sie sorgen aber auch für ungeplante Begegnungen und damit für Kommunikation. "Wer ein Jahr lang jeden Arbeitstag einmal die Treppe hoch und runter läuft, setzt so viel Energie wie bei einem Marathonlauf um", habe es geheißen. Und das ist noch nicht alles an sportlichen Möglichkeiten. Im Außenbereich runden eine Laufbahn sowie Trampolins das bestehende Sportangebot des Campus ab.

Geschichte des Sportes

34 Monate Bauzeit für das Gebäude, das an ein Fußballstadion erinnert, bietet auf 52 000 Quadratmeter aus Sicht der Unternehmensführung optimale Bedingungen.

Das Gebäude ruht auf 67 unregelmäßig angeordneten Verbundstützen aus Stahl und Beton. Das dreistöckige Gebäude hat eine Grundfläche von 143 mal 118 Meter und damit die Größe von rund zweieinhalb Fußballfeldern.

Abseits dieses Prachtbaus, der rechtzeitig zum 70-jährigen Bestehen der Firma fertig wurde, präsentiert Adidas eine weitere "Perle". Das Unternehmen habe die Geschichte des Sports in den vergangenen sieben Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt. Viele Produkte haben Sport- und Modegeschichte geschrieben und sich, so das Unternehmen in der Pressemitteilung, "inzwischen zu Stilikonen entwickelt".

Das unternehmenseigene Archiv bietet eine umfangreiche Sammlung dieser Stücke. Rund 40 000 Objekte werden unter optimalen Bedingungen bei 18 Grad Celsius und 55 Prozent Luftfeuchtigkeit in speziellen Kartons für die Nachwelt aufbewahrt. Eine Besonderheit stellt ein spezieller Raum dar, indem ein Arbeitstisch des Firmengründers Adolf Dassler steht. Weitere besondere Objekte wie ein Schlittschuh sind ebenfalls dort ausgestellt, dürfen aber nicht fotografiert werden.

Diese erste Führung war eine erste kleine Generalprobe, denn am 9. August wird der Campus für Interessierte geöffnet und mit einer Feier das Jubeljahr und die Fertigstellung der Arena gefeiert. Mit Überraschungsgästen, die aber noch nicht genannt werden können. "Selbst die Mitarbeiter wissen noch nichts", macht der Leiter der Unternehmenskommunikation Jan Runau neugierig.

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